Umfrage der StZ und des SWR Landes-CDU behält ihre Vormachtstellung
Thomas Breining, 18.02.2010 18:01 Uhr
Stefan Mappus hält zu seinem Parteikollegen. Foto: dpa
Stefan Mappus hält zu seinem Parteikollegen. Foto: dpa
Stuttgart - Stefan Mappus (CDU) war eine Woche im Amt, als Infratest-dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des Südwestrundfunks (SWR) Wahlberechtigte in Baden-Württemberg danach befragte, was sie von dem neuen Mann an der Spitze halten. Das Ergebnis: 46 Prozent glauben, Mappus werde ein besserer Ministerpräsident sein als sein Vorgänger Günther Oettinger. 21 Prozent erwarten das Gegenteil. Die restlichen 33 Prozent gaben an, Mappus nicht zu kennen oder wagten kein Urteil.

Bei einer Umfrage, die der SWR nach der Nominierung des Pforzheimers im Herbst 2009 beauftragt hatte, war das noch fast die Hälfte. Auch beim Zuspruch legte Mappus um 20 Prozentpunkte zu, im Herbst glaubten nur 26 Prozent an ihn und sagten, er werde einen besseren Regierungschef geben als Oettinger.

Dieses Ergebnis spiegelt sich in den Werten für die CDU wider. Sie kommt auf 43 Prozent und kann ihre bei der Wahl 2006 errungene Position annährend halten. Gegenüber der Bundestagswahl vom vergangenen September macht sie mehr als acht Prozentpunkte gut. Die CDU holt offenbar Anteile von der FDP zurück, die mit elf Prozent wieder auf ihre bei der Wahl 2006 errungene Größe schrumpft. Die CDU sei "die einzig verbliebene Volkspartei im Land", wie der neue Fraktionschef im Landtag, Peter Hauk, die Umfrageergebnisse interpretierte. Die "sehr erfreuliche Momentaufnahme" werde die Partei weiter anspornen und motivieren, erklärte der Generalsekretär der Landes-CDU, Thomas Strobl.

Die SPD stagniert bei 20 Prozent, was für deren Landesvorsitzenden Nils Schmid "angesichts der Bundeswerte kein Wunder" ist. In der Umfrage erteilen die Befragten der Politik von Kultusminister Helmut Rau (CDU) keine guten Noten. Aufgefordert, seine Arbeit mit Schulnoten zu bewerten, gaben die Befragten dem obersten Schulmeister des Landes im Durchschnitt nur eine 3,7. Das wertet Schmid als erfreulich für die SPD und fordert "einen Neuanfang in der Bildungspolitik, der sich am Minister festmacht". In der Umfrage wird auch nach der Energiepolitik gefragt. Mit 55 Prozent spricht sich die Mehrzahl der Befragten dafür aus, die Atomkraftwerke im Land abzuschalten, nur 39 Prozent plädieren für eine Verlängerung der Laufzeiten. Auch das wertet Nils Schmid als positiv: "Die Bevölkerung steht zum Atomausstieg, man sollte daran auch nicht rütteln".

Die Grünen bauen ihre Position als drittstärkste Kraft im Land weiter aus. Sie legen sowohl im Vergleich zur Landtagswahl 2006 als auch zur Bundestagswahl 2009 zu und rücken immer näher an die SPD heran. Die Partei sieht in den Zahlen "eine schöne Bestätigung für unsere Politik der kritischen Premiumopposition", so die Grünen-Landeschefs Silke Krebs und Chris Kühn. Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger stellte fest, "mit elf Prozent liegt die FDP über ihrem Ergebnis bei der letzten Landtagswahl 2006", sei im Land also fest verankert. Allerdings muss man dazu sagen, dass 29 Prozent der Befragten angaben, sie würden nicht wählen, sie wüssten nicht, was sie wählen würden oder gar keine Angabe machten.
Kommentare (13)
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FEB
20
volker s., 09:50 Uhr

luftikus

Naja, die Linkspartei wird (hoffentlich) unter 5 % bleiben, somit führt bei ihr auch ein Zuwachs von 4,9 % nicht zu einem zählbaren Ergebnis. Dass die drei "großen" Parteien verlieren ist von vornherein klar. Auch auch wenn noch der eine oder andere Wähler dieser drei Parteien daheim bleiben wird, wird es nicht reichen. Ich glaube auch nicht, dass Mappus so von einem Fettnapf zum andern springt wie Öttinger. Da gehört schon was dazu. Ich bleibe nicht daheim. Ich werde wählen. Weiß zwar noch nicht was, aber weder die Grünen noch die Linken.

FEB
19
luftikus, 17:10 Uhr

@volker s

Hier ist ein Kommentar: Man kann das Ergebnis auch anders lesen: 5,3% bzw. 9,3% plus für Kontra-S21-Parteien (je nachdem ob man die Linkspartei mitzählt, die sozusagen von 0 auf 4 kam), 6,1% minus für Pro-S21. OK, für nen Regierungswechsel reicht das nicht, aber bis zur Wahl hat Mappus noch genug Gelegenheit, den einen oder anderen Fettnapf zu erwischen. Ausserdem fürchte ich, dass so mancher treue Schwarz-, Gelb- oder Rotwähler aus Frust über S21, Kies oder sonstiges zwar gerne bei Umfragen mitmacht, bei der Wahl aber eher zu Hause bleibt. Ich schreibe ganz bewusst "fürchte", denn trotz arg begrenzter Zuneigung zur CDU ist mir ein Unionswähler allemal lieber als ein Nichtwähler.

FEB
19
Volkart, 09:52 Uhr

Mappus - Oettinger

So und so viele Prozent erklaeren, dass ihnen Mappus besser als Oettinger gefaellt...aahaem. Davon koennte man auch ableiten, dass es nicht schwer ist, besser als Oettinger zu sein....

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