Umfrage Studiengebühren unbeliebt

Frank van Bebber, 29.05.2010 09:52 Uhr
Stuttgart - Die Mehrheit der baden-württembergischen Studenten lehnt Studiengebühren weiter ab. Im bundesweiten "Gebührenkompass 2010" der Universität Hohenheim sprachen sich 57 Prozent der Hochschüler im Südwesten gegen die 1997 eingeführte Semestergebühr von 500 Euro aus. Nahezu ebenso viele forderten ihre Abschaffung, teilte der Hohenheimer Marktforscher Professor Markus Voeth mit. Damit ist die Ablehnung in Baden-Württemberg allerdings etwas weniger groß als im Durchschnitt aller gebührenerhebender Bundesländer (63 Prozent). Das Meinungsbild beruht auf 5200 Einzelinterviews an allen 48 Universitäten mit Studiengebühren in fünf Bundesländern.

"Seit Erstellung des Gebührenkompass 2007 haben sich die Akzeptanzwerte nur geringfügig verbessert", sagte der Co-Projektleiter Daniel Schwarz. Auch die Verwendung der Gebühren beurteilen die Studenten immer noch skeptisch. Die Hochschüler vergaben hierfür nur die Schulnote ausreichend, wobei sie in Baden-Württemberg und Bayern zufriedener sind als in den nördlichen Bundesländern. Aber auch im Südwesten glaubt nur ein Drittel der Hochschüler, dass die Gebühren die Studienbedingungen verbessert haben. 44 Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, das Land habe entgegen seines Versprechens die eigenen Ausgaben für die Hochschulen zurückgefahren. Die Hohenheimer Forscher machen für die geringe Akzeptanz fehlende Konzepte und mangelnde Information der Hochschulen verantwortlich. Angesichts einer Flut von Einzelmaßnahmen habe kein Studierender mehr einen Überblick, sagte Voeth. Die Umfrage zeigt auch, dass die Studenten die Qualität des Studiums insgesamt positiver bewerten. Spitzenreiter war hier Baden-Württemberg mit einer Schulnote von 2,5.

Weitere Informationen unter
http://www.gebuehrenkompass.de
 
 
Kommentare (3)
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MAI
31
Mario, 08:26 Uhr

1997?

Liebe Stgt-Zeitung, ich habe bis 2006 studiert und keine Studiengebühren bezahlt. Sie meinten wohl eher 2007. Also wer glaubt das die Studiengebühren für die Hochschulen eingesetzt werden, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten. So naiv kann wirklich keiner sein. Mit den Studiengebühren oder wie ich sie bezeichnen würden, die Studiersteuer werden, wie mit allen anderen Steuern ebenso Fremdleistungen beglichen. Das merken die Studenten jetzt. Jetzt wo es zu spät ist. Ich kann mich noch gut an meine Studienzeit erinnern. Damals wurde schon einer Verwaltungsgebühr, die Vorstufe der Studiengebühren von der Landesregierung eingeführt. In dieser Zeit formierte sich eine Protestbewegung, die mind. 7% der BaWü Studenten dazu bewegen wollte, diese Gebühr nicht zu bezahlen. Dazu kam es natürlich nicht. Denn es war im Vergleich zu den jetzigen Gebühren nur ein geringer Betrag. Was die Leute aber nicht kapiert hatten war, das man damals schon ein Zeichen hätte setzen sollten. Jetzt ist es zu spät. Und ehrlich gesagt, jetzt sollten die Gebühren verdoppelt werden. Mir ist das egal, ich habe die Vorzüge eines kostenlosen Studiums genutzt :-)) und ich hätte auch damals dafür gekämpft, obwohl ich schon kurz vor meinem Abschluss war und ich eine Exmatrikulation riskiert hätte. Aber die Gebühren schrecken ja auch niemanden ab. Die Unis und FHs ind BaWü sind brechend voll. Also, dann zahlt mal schön weiter... :D

MAI
30
Jp86, 10:27 Uhr

Studiengebühren

Immer die gleiche Situation und immernoch keine Lösung. Was wäre mit dem Ansatz den Studenten dann auch wirklich mal bessere Bedingungen zu bieten? Ich studiere selber in Hohenheim, zahle die Gebühren auch - aber die Verbesserungen welche immer beschrieben werden kann ich nicht entdecken. Ausser das wir immernoch während den Vorlesungen auf den Treppen sitzen müssen, ich aber jetzt den Prof aufgrund der neuen Audioanlage verstehen kann, wenn er dazu auffordert die Treppen zu räumen - sonst würde er mit der Vorlesung nicht anfangen. Aber wer hat dann anrecht auf einen Sitzplatz und wer muss drauf verzichten? Dann heisst es man kann sich ja auch mal mit dem Skript vorbereiten - da haben die Studiengebühren nur dazu geführt, dass es eine hauseigene Druckerei gibt, welche es aber noch nie hinbekommen hat die Skripte pünktlich und in ausreichender Stückzahl zu liefern - dieses Vorgehen an einer Uni, wo Wirtschaftswissenschaften angeboten werden und fast jeder weiß wie so ein Verhalten eines Zulieferers in der freien Wirtschaft behandelt werden würde... Auch die Mensa scheint nichts von den Studiengebühren zu bekommen, dass Essen ist meist unerträglich - aber hauptsache der Direktor der Uni kann seinen neuen A8 fahren ... Aber jetzt will die Uni ja noch ca 200Studienplätze mehr 'schaffen', Förderungen pro Studienplatz von bis zu 10T€ stehen im Raum - wird sicher Klasse...

MAI
29
Alex, 16:00 Uhr

Kein Mitleid!

Eine Studiengebühr von 500 Euro ist verhältnismässig noch gering. Schaut man sich im Vergleich dazu staatliche Universitäten an, wie die Pennsylvania State University, so zahlt man als Bürger von Pennsylvania für sein Vordiplom ca. $7100 pro Semester, und sollte man nicht in Pennsylvania wohnhaft sein, wie zB internationale Studenten, so werden diese mit ca. $12000 zur Kasse gebeten. Diese Kosten beinhalten zwar Bücher und andere zusätzliche Kosten, doch nicht Miete für das Studentenwohnheim. Wenn man in Pennsylvania wohnt darf man da mit Kosten von insgesamt $12ooo rechnen, und als internationaler Student mit fast $20000. Wobei amerikanische Staatsbürger sich für finanzielle Hilfe qualifizieren können, doch internationale Studenten nicht. Wer es sich also nicht leisten kann zu studieren, kann nicht studieren. Wer sich die 500 Euro Studiengebühren nicht leisten kann, sollte es vielleicht zuerst einmal mit harter Arbeit probieren, und das Geld für die Studiengebühren zusammen sparen, bevor ein Studium überhaupt in Betracht gezogen wird.