Umfrage zum Wintersport Einer der besten Winter überhaupt
dpa, vom 09.03.2010 11:38 Uhr
Für Wintersportler und Liftbetreiber war es ein toller Winter. Foto: Schwarzwald Tourismus
Stuttgart - Für Skifahrer und Liftbetreiber war es ein toller Winter: Wochenlanger Dauerfrost und kräftiger Schneefall vor den Faschingsferien haben im Südwesten viel Trubel auf den Pisten ausgelöst. Besonders gut lief es dort, wo es neben dem reinen Skifahren auch noch Après-Ski oder andere Unterhaltungsangebote gab, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Während auf der Alb nun bald langsam sattes Grün auf die Skihänge zurückkehren dürfte, ist der Winter im Hochschwarzwald noch lange nicht zu Ende.
"Die aktuelle Wintersaison war sehr gut", sagte Gaby Baur von der Schwarzwald Tourismus GmbH in Freiburg. "Sie war sogar eine der besten, die wir jemals hatten." Und die Liftanlagen würden sicherlich noch einige Wochen weiterlaufen. Dennoch richteten sich die Anbieter wegen des Klimawandels bereits seit einiger Zeit auf Alternativen ein, sollte die Schneepracht dem Schwarzwald nicht mehr treu sein.
Kontroverse Meinungen über Winter
"Wandern, Wellness und Nordic Walking kann man bei uns auch", sagt Baur. Auf der Schwäbischen Alb war es zwar lange kalt, für einen perfekten Winter hätte es aber mehr schneien müssen. Vor allem in den Weihnachtsferien standen viele Lifte still. Nur an Hängen, an denen mit Schneekanonen nachgeholfen wurde, kamen Wintersportler zum Jahreswechsel auf ihre Kosten. "Es war nicht unbedingt ein Megawinter", sagt Jochen Gekeler von der Wintersport-Arena Holzelfingen (Kreis Reutlingen). An 35 Tagen liefen die Lifte in dem Skigebiet mit insgesamt drei Kilometer langen Abfahrten - ein Durchschnittswinter.
Besser lief es auf der 600 Meter langen Piste des Wintersportvereins Ebingen in Albstadt (Zollernalbkreis). Der wochenlange Dauerfrost habe perfekte Voraussetzungen für die Schneekanone geboten, sagte der Erste Vorsitzende Siegfried Binder. "Wir hatten 75 Lifttage, das war einer der besten Winter überhaupt." Seit Weihnachten läuft der Lift fast ununterbrochen.
Après-Ski-Partys werden immer wichtiger für Wintersportler
Allerdings stecken die Wintersportvereine alle viel ehrenamtlichen Einsatz in ihre Lifte. "Geld verdienen kann man damit nicht", betonte Thomas Merz vom Wintersportverein Tailfingen in Albstadt. "Hier auf der Alb ist das immer ein Auf und Ab mit dem Schnee." Um den teuren Liftbetrieb überhaupt stemmen zu können, sei der Verein auf die Einnahmen zum Beispiel beim Skibasar angewiesen.
Partys oder sportliche Veranstaltungen am Rande der Pisten werden immer wichtiger, berichten die Betreiber. "Mit 400 Metern Schlepplift und Saitenwürstle können sie die Menschen nicht mehr auf die Alb locken", sagt Liftbetrieber Gekeler in Holzelfingen. "Die Leute wollen ein Flair wie in den Alpen." Après-Ski gehört deshalb an vielen Skihängen dazu - und ist eine willkommene Einnahmequelle, um den kostspieligen Liftbetrieb zu finanzieren. In Tailfingen gibt es einen Funpark, in dem sich junge Snowboarder mit Sprüngen und Kunststücken austoben können. Und in Ebingen locken sogar Minischlitten, die sogenannten Zipflbobs, Wagemutige zur rasanten Abfahrt.
"Der Schnee, der mit der Sonne geht, der kommt noch mal"
Auch die Betreiberin des Skilifts Halde im Luftkurort Westerheim (Alb-Donau-Kreis) ist mit dem Winter zufrieden. "Es gab genügend Schnee", sagt Margret Bek. Verlassen könne man sich nicht auf den Winter, berichtet sie und verweist auf 40 Jahre Erfahrung. "Es gab immer mal mehr und mal weniger Schnee." Und für die kommenden Tage ist sie optimistisch, schließlich gebe es eine alte Bauernregel: "Der Schnee, der mit der Sonne geht, der kommt noch mal." Auch Thomas Geiger von den Skiliften Wiesensteig am Bläsiberg ist mit der Saison zufrieden. "Es war super, große Klasse", sagte er. Es habe richtig Schnee gegeben. "Wenn's Schnee hat, kommen automatisch die Leute." Er verlasse sich auf den Winter. Es heiße schon seit 20 Jahren, dass die Winter wärmer werden. Aber selbst jetzt rechnet er noch mit Besuchern.
Richtig zufrieden mit der Wintersaison ist man in Isny im Allgäu. "Wir hatten eine sehr gute Saison - und haben auch im März noch etwas zu bieten", sagt Magret Kaiser, die Leiterin des Tourismus-Büros. Isny ist ein großes Langlaufzentrum mit 120 Kilometern Loipen. "Die ganze Saison war Langlauf möglich", sagte Kaiser - das ist keine Selbstverständlichkeit. Isnys Loipen liegen zwischen 700 und 900 Metern, das ist nicht allzu hoch.