Umtausch nach Weihnachten Wohin mit unnützen Geschenken?

Von Franziska Meißner 

Alle Jahre wieder liegen Geschenke unterm Baum, mit denen man nichts anfangen kann. Was man beim Umtausch beachten muss, und ob es auch für den Beschenkten eine Möglichkeit zum „heimlichen Umtausch“ gibt – ein Überblick.

Manchmal ist die Vorfreude größer als nach dem Entpacken der Geschenke, die unterm Baum liegen. Foto: dpa
Manchmal ist die Vorfreude größer als nach dem Entpacken der Geschenke, die unterm Baum liegen.Foto: dpa

Stuttgart - Das Geschenkpapier knistert verheißungsvoll, alle Blicke sind auf einen gerichtet, während man das Stoffband öffnet – das ist die Standardsituation in den meisten deutschen Wohnzimmern an Heiligabend. Blöd nur, wenn dann nicht die neue „Walking Dead“-Staffel zum Vorschein kommt, sondern Oma sich für die Helene Fischer-Live-DVD entschieden hat, von der sie immer so schwärmt. Jetzt kann man entweder frei heraus gestehen, dass man damit so gar nichts anfangen kann – oder, wie die meisten Deutschen, nett lächeln und artig „Danke“ sagen. Ist ja schließlich gut gemeint.

Wer sich für Letzteres entscheidet, kann das Präsent unter Umständen trotzdem umtauschen, ohne dass der Schenkende davon Wind bekommt. Ob das geht oder nicht, hängt vor allem davon ab, wo das Geschenk gekauft wurde (wenigstens das müsste man also wissen) und was es für ein Geschenk ist (bei unversiegelten CDs etwa könnte es schwierig werden).

Recht auf Umtausch nur beim Onlinekauf

Grundsätzlich gilt: Ein Recht auf Umtausch gibt es entgegen der landläufigen Meinung nicht. Jedenfalls nicht beim Händler vor Ort, egal ob Kette oder Einzelhandel. Nimmt der Verkäufer die Ware trotzdem zurück, dann rein aus Kulanz. Deswegen muss er auch kein Bargeld aushändigen, sondern kann auch nur einen Gutschein ausstellen oder gegen andere Ware tauschen. Schwierig wird es, wenn kein Kassenzettel mehr vorhanden ist – oder man sich schlicht nicht traut, den Schenkenden danach zu fragen. „Ob man einen Bon braucht, entscheidet jeder Händler selbst“, erklärt Niklaas Haskamp von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Außerdem könne der Händler die Bedingungen der Rückgabe frei festlegen, teilt die Verbraucherzentrale weiter mit – etwa, dass der Artikel noch originalverpackt sein muss.

Anders sieht die Lage aus, wenn das Geschenk im Internet gekauft wurde. Dann sind die Händler zu einem 14-tägigen Umtauschrecht verpflichtet. Gründe für den Umtausch muss man nicht angeben, und Geld bekommt man auch zurück. Manche Internetshops bieten auch einen längeren Umtauschzeitraum an. Schwierig könnte es allerdings werden, wenn man CDs, DVDs oder Blu-rays unversiegelt zurückschickt. Speziell für den Kunden angefertigte Ware, etwa Gravuren auf einem Ring, sind ebenfalls vom Umtauschrecht ausgenommen.

Wenn nun alle Stricke reißen und man keinen Bon (mehr) hat oder Tante Erna den Pulli selbst gestrickt hat, bleibt nur noch eine Möglichkeit: selbst verkaufen. Bei Ebay zum Beispiel, auf dem Flohmarkt oder bei einer Internet-Tauschbörse (etwa Swapy). Oder, man nimmt eben vorlieb mit den gut gemeinten Präsenten. Entsprechende Kristallvasen oder sonstige Dekogegenstände kann man ja dann alle Jahre wieder zum Besuch des Schenkenden wieder vom Dachboden kramen – so ist wenigstens eine Seite glücklich.