Universität Hohenheim Der Kampf gegen den Hunger
Inge Jacobs, 13.03.2010 12:05 Uhr
 Foto: dpa
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Hohenheim - Wie gelingt es, Entwicklungsländer und ihre Bauern so zu ertüchtigen, dass die Ernährung nachhaltig gesichert wird? Dieser Aufgabe nimmt sich jetzt das neu gegründete Kompetenzzentrum für Ernährungssicherung an der Uni Hohenheim an. Diese bekam mit vier anderen Hochschulen (Kassel, Braunschweig, München und Köln) vom Deutschen Akademischen Austauschdienst den Zuschlag für ihr Projekt zur Hungerbekämpfung. Das neue Hohenheimer Zentrum wird mit fünf Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

Bei der Eröffnung des Zentrums am Freitag zeigte sich Unirektor Hans-Peter Liebig erfreut über den Zuschlag, über den eine international besetzte Expertenkommission entschieden hatte. "Mit dem neuen Zentrum kommen wir auch der Empfehlung des Wissenschaftsrates nach, unsere Kompetenz in den Tropen und Subtropen insbesondere durch eine stärkere Zusammenarbeit in den Ernährungswissenschaften weiter auszubauen", betonte Hans-Peter Liebig. In Hohenheim forschen rund 50 Professoren aus den Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit besonderem Tropen-Knowhow.

Zentrum agiert als Berater und Vermittler


"Wir sind relativ schlagkräftig durch unsere Partner und Netzwerke", sagte Manfred Zeller, der Leiter des neuen Zentrums. Zu diesen gehören Hochschulen und Forschungszentren in Tansania, Uganda, Thailand, den Philippinen, Costa Rica, USA, Nigeria, Kenia, Kolumbien und Indien sowie deutsche Unterstützungsorganisationen wie die Welthungerhilfe und Brot für die Welt.

Das neue Zentrum verstehe sich einerseits als Berater und Vermittler in der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem aber wolle man die Ausbildung von exzellenten Nachwuchswissenschaftlern fördern - dafür werde man 80 Prozent des Budgets einsetzen, so Zeller.

"Wir haben aus diesen fünf Millionen Euro kein eigenes Forschungsbudget", erklärte Detlef Virchow, der Geschäftsführer des neuen Zentrums. Doch dafür vergebe man 17 Kurzzeitstipendien an Gastdoktoranden sowie an promovierte Wissenschaftler aus dem Ausland und zwölf Langzeitstipendien im Oktober 2010 und 2011 für Doktoranden im Programm "Global Food Security". Besonders erfreulich sei, wie Zeller ergänzt: "Hohenheim kann die Stipendiaten selber auswählen."

Ein Gästehotel für die Geisteswissenschaftler


Weniger erfreulich ist die immer noch ungeklärte Unterbringungssituation der Gastwissenschaftler in Hohenheim. Nachdem das Rektorat beschlossen hatte, das bisherige Gästehaus der Uni zu schließen und es dem Marketingprofessor Markus Voeth aufgrund seiner erfolgreichen Bleibeverhandlungen zu übergeben, ist offenbar noch keine konkrete Alternative in Sicht. Die zwölf Wohnplätze in dem Gästehaus hätten laut Liebig ohnehin nicht ausgereicht. Doch er kann auch nicht sagen, wie viele Plätze notwendig seien. Der exakte Bedarf müsse erst noch ermittelt werden.

Weshalb dies nicht längst schon geschehen ist, führt Liebig auf "nicht funktionierende Strukturen im Management" zurück. Nun schwebt dem Rektor die Vision eines Gästehotels vor, das von einem Investor betrieben und von einem von der Uni beauftragten Manager geleitet wird. Hierfür habe die Uni 100.000 Euro eingestellt. Als denkbaren Ort nennt Liebig den Gewerbepark beim Messegelände.
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