Unter neuem Namen in Stuttgart Filmgalerie wird wiedereröffnet

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Cineasten können aufatmen: Die Stuttgarter Filmgalerie 451 kehrt wieder zurück. Am 30. August wird sie in der Türlenstraße 2 den alten Filmgaleriebestand unter neuem Namen für alle Filmfans wieder zugänglich machen.

Marc Hug an seiner alten Wirkungsstätte, der Filmgalerie 451. Ein großer Teil des Bestandes   steht nun in der Türlenstraße zur Ausleihe bereit. Foto: Achim Zweygarth
Marc Hug an seiner alten Wirkungsstätte, der Filmgalerie 451. Ein großer Teil des Bestandes steht nun in der Türlenstraße zur Ausleihe bereit.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Manche hatten sich das schon viel früher gewünscht, viele Ex-Kunden aber überhaupt nicht mehr daran geglaubt: dass Stuttgarts bundesweit beachtete Filmkunstvideothek, die Filmgalerie 451, in irgendeiner Form wieder von sich hören lassen werde. Nun aber ist es soweit. Am 30. August wird Marc Hug in der Türlenstraße 2 den alten Filmgaleriebestand für alle Cineasten und Freizeitgucker wieder zugänglich machen.

Im September 2013 hatte Hug wegen des Auseinanderdriftens von Ausleihzahlen und Betriebskosten den Laden an der Gymnasiumstraße und das Minikino „The Set“ aufgeben müssen. Schon damals deutete er an, es könne anders, kleiner, ergebnisoffen an der Türlenstraße weitergehen, in der ehemaligen Mercedesniederlassung, die mindestens noch bis Sommer 2015 eine kulturelle Zwischennutzung erfährt.

Videokassetten wurden eingemottet, Doubletten aussortiert

Dann aber tat sich erst einmal nichts, und wer sich für das Schweigen näher interessierte, hörte von einer unguten Option: Marc Hug nahm eine Katalogbereinigung und Wertschätzung vor. Er prüfte Möglichkeiten, die große Filmsammlung der 451 im Ganzen oder wenigstens in großen Filetpacken zu verkaufen. Die Gefahr der Sammlungszerstreuung ist keineswegs gebannt, aber auch nicht mehr akut. „Mir ist im Zug der Verhandlungen mit Interessenten klar geworden“, sagt Hug, „dass der erzielbare Betrag bei einem Verkauf in überhaupt keinem Verhältnis zu den ideellen Möglichkeiten steht, die so eine Sammlung bietet, zu den Chancen, mit ihr zu arbeiten.“

„Filmgalerie: Holy Mountain“ lautet der neue Name der Videothek, nach einem surrealen Kinotrip des Filmexzentrikers Alejandro Jodorowsky aus dem Jahr 1973. Wobei man nicht ganz so hoch steigen muss wie der Name androht, um in der Türlenstraße 2 in den schlossbibliotheksartigen Raum zu kommen, in dem Hug alle Wände und Türen mit Regalen verschalt hat. Die vielen alten Videokassetten der Filmgalerie hat er eingemottet, die Doubletten aus dem Katalog sortiert und nun etwa 12 000 Filme auf seinem Heiligen Berg griffbereit. Ausleihen kann man vorerst nur an Samstagen zwischen 17 Uhr und 21 Uhr, dafür aber gegen moderate Gebühren gleich mehrere Filme eine Woche lang behalten.

Regelmäßige Minikino-Events sind geplant

Beim Verleihen jedoch will es Hug wie schon früher nicht belassen. Gleich zur Eröffnung soll für Freunde und Gäste ein Filmabend steigen, woraus Hug einen nicht nur privaten Treff für Filmfreunde entwickeln möchte. Sollte das gemeinsame Filmerleben Anklang finden, würde er gerne regelmäßig Minikino-Events anbieten. Dafür ist das ehemalige Bürogebäude momentan zwar genehmigungstechnisch nicht gerüstet. Aber bei der bisherigen Umnutzung der Immobilie, die er mit organisiert, hat Hug kooperative Ämter erlebt. Denen ginge es, wie er betont, ums Ermöglichen, nicht ums Verhindern.

Wer noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte

Klicken Sie auf die Figur in der Karte und sehen Sie sich die alte Filmgalerie 451 als 360-Grad-Panorama an.


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1 KommentarKommentar schreiben

Klasse: Ich freue mich auf den Neuanfang!

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