Unterbringung von Flüchtlingen Tübingens OB Palmer will auf Zwang setzen

Von red/dpa/lsw 

Weil die Stadt Tübingen immer mehr Flüchtlinge unterbringen muss, will OB Palmer die Eigentümer leerstehender Häuser und Wohnungen demnächst zur Vermietung an die Stadt zwingen.

Boris Palmer ist OB vom Tübingen. Foto: dpa
Boris Palmer ist OB vom Tübingen.Foto: dpa

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat angekündigt, leerstehende Wohnungen in diesem Jahr nun doch für die Unterbringung von Flüchtlingen zu beschlagnahmen. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Palmer, alle Unterkünfte seien belegt, Neubauten könnten erst in der zweiten Jahreshälfte bezogen werden. „Leider weigern sich aber immer noch 90% der Eigentümer von leeren Häusern, diese nutzbar zu machen. Wir werden daher um Zwangsmaßnahmen dieses Jahr nicht mehr herum kommen.“

Bereits im vergangenen Sommer hatte Palmer in Erwägung gezogen, leerstehenden Wohnraum auch per Zwang für Flüchtlinge bereitzustellen. Nach seinem Aufruf, Unterkünfte auf Kosten der Stadt zur Verfügung zu stellen, meldeten sich dann zahlreiche Hausbesitzer.

Auf Palmers Facebook-Seite löste sein aktueller Vorstoß Kritik aus. Auf einen Kommentar, dies könne den „sozialen Frieden noch mehr gefährden“, antwortete der Grünen-Politiker: „Ich glaube das übrigens nicht. Es geht um 50 Leute, denen man gegen ihren Willen Geld überweist - maximal!“ Palmer hatte zuletzt mit seinen Positionen in der Flüchtlingspolitik auch innerparteiliche Kritik auf sich gezogen.

 

Wir schaffen es gerade noch Die Zahl der Asylbewerber, die jetzt von den Städten unterzubringen ist, nachdem sie die...

Posted by Boris Palmer on  Freitag, 15. Januar 2016