Unterkunft in Plieningen OB Kuhn heißt Flüchtlinge willkommen

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Die ersten Systembauten zur Unterbringung von Asylbewerbern sind fertig – 40 Menschen sind bereits eingezogen. Das Engagement in Plieningen ist groß.

In das obere Stockwerk sind bereits Bewohner eingezogen. Die meisten der Asylbewerber, die in Plieningen unterkommen, stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Foto: Heinz Heiss 29 Bilder
In das obere Stockwerk sind bereits Bewohner eingezogen. Die meisten der Asylbewerber, die in Plieningen unterkommen, stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Schmal, aber hell sind die Zimmer im neuen Flüchtlingsheim in Plieningen – dem ersten in Stuttgart, das in Systembauweise entstanden ist. Jeweils ein Stockbett und ein Einzelbett stehen hier, bezogen mit farbenfroher Bettwäsche. Es gibt einen Kühlschrank, einen Kleiderschrank und einen Tisch zum Sitzen und Essen. Duschen und WCs sind auf dem Flur, gekocht wird in der Gemeinschaftsküche. „Vom Standard her gehört das zu dem Besten, was auf dem Markt ist“, sagt Armin Albrecht von der Evangelischen Gesellschaft, die die Flüchtlingsunterkunft betreut, anerkennend.

Auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) ist zufrieden mit dem Ergebnis. Er hat sich am Dienstag vor Ort ein Bild gemacht und wurde dabei unter anderem von Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) begleitet. Angesichts der stark wachsenden Flüchtlingszahlen sei es richtig gewesen, zur Jahreswende das Programm mit den Systembauten beschlossen zu haben, meinte Kuhn. Am 19. Dezember 2013 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, für 21 Millionen Euro an sechs Standorten Systembauten hochzuziehen. In ihnen können 1038 Flüchtlinge unterkommen.

Kurze Bauzeit

Die Bauzeit in Plieningen ist rasant gewesen: Die Module wurden Ende Mai geliefert und in vier Tagen aufgestellt. Zwölf Wochen später erfolgte die Übergabe. Laut der städtischen Wohnungsbaugesellschaft werden alle Anforderungen an den modernen Wohnungsbau auch bezüglich Schall- und Wärmeschutz erfüllt.

„Wir schauen, dass wir die Flüchtlinge gut unterbringen können“, sagte Kuhn, der sich „in der Tradition von Manfred Rommel“ sieht, „Menschen in Not freundlich und gut“ aufzunehmen. Diese Haltung sei ihm wichtig, sagte Kuhn auch in Abgrenzung zum Vorstoß von Innenminister Thomas de Maizière (CDU), eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen einzuführen. Auch wenn die neuen Unterkünfte größer würden – allein in Plieningen können 159 Menschen unterkommen –, halte er am Stuttgarter Weg fest, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen.