Verbesserungsvorschläge für S-Nord Bezirksbeirat will Bürgersaal statt mehr Wohnungen

Von Eva Funke 

Das Gremium fordert, das Bettenhaus des ehemaligen Bürgerhospitals für eine öffentliche Nutzung freizuhalten.

So stellen sich die Architekten Pech partner das neue Quartier auf dem ehemaligen Areal des Bürgerhospitals vor. Foto: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH
So stellen sich die Architekten Pech partner das neue Quartier auf dem ehemaligen Areal des Bürgerhospitals vor. Foto: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH

S-Nord - Auf dem ehemaligen Gelände des Bürgerhospitals und der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) sollen nach den Plänen der Architekten Pesch Partner 600 bezahlbare Wohnungen entstehen. Vorstellbar sind sogar 660 Wohnungen. Vor der Sommerpause wies Bezirksvorsteherin Sabine Mezger den Bezirksbeirat darauf hin, dass im Bettenhaus statt 120 Wohnungen wie ursprünglich geplant, jetzt 150 entstehen sollen. „Das bedeutet, dass der Bürgersaal wegfällt“, stellte sie fest. Um sicherzugehen, dass das nicht passiert und es bei der ursprünglich geplanten Zahl an Wohnungen bleibt, fordert der Bezirksbeirat einstimmig „mit Nachdruck“ in einem entsprechenden Antrag von der Verwaltung, „ein Bettengeschoss für die öffentliche Nutzung frei zu halten und die Unterbringung eines Bürgersaals vorzusehen“. Das sei im Quartier unverzichtbar, war sich das Gremium einig.

Auf der letzten Sitzung vor den Ferien hat außerdem die Bürgerbegleitgruppe „Neuordnung Areal Bürgerhospital/AWS“ den Bezirksbeiräten Verbesserungsvorschläge für den Entwurf vorgestellt, mit dem das Büro Pesch Partner den städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Entwicklung des Geländes gewonnen hat. Im Großen und Ganzen, so Dieter Dallinger, Koordinator der Gruppe, gebe es nichts an der Planung auszusetzen, aber . . .

Bürgersaal, Kita und Familienzentrum in einem Gebäude

Einwände hat die Bürgerbegleitgruppe unter anderem dagegen, dass der Bürgersaal im Obergeschoss und eine Kindertagesstätte im Erdgeschoss des Baus 3 und das Familien- und Stadtteilzentrum FAZ, das bisher in der Heilbronner Straße 109 angesiedelt ist, im ehemaligen Bettenbau, geplant ist. „Praktischer wäre es, die Kita, den Bürgersaal und das FAZ im Bau 3 zu kombinieren“, so Dallinger. Die Vorteile sieht er darin, dass die mitunter lauten Veranstaltungen im FAZ, wie zum Beispiel Feste oder die Proben von Trommlergruppen im Bau 3 kaum stören, da dort keine Wohnungen sind. Die Kombination mit der Kita macht laut Bürgerbegleitgruppe die Nutzung von Räumen am Tag durch die Kita und abends durch Gruppen möglich.

Außerdem schlägt die Bürgerbegleitgruppe vor, im Bürgersaal ein Café und den Mittagstisch fürs FAZ einzurichten, dort die Sitzungen des Bezirksbeirats Nord abzuhalten und Familienfeiern sowie kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Kinoabende stattfinden zu lassen. Und: Es sollten Räume für die unterschiedlichsten Aktivitäten wie Yoga, Bürgerinitiativen oder Nachhilfeunterricht und für Computerarbeitsplätze geschaffen werden. „Finanziell schwächer gestellte Bewohner verfügen selten über einen eigenen Rechner“, heißt es in der Begründung der Bürgerbegleitgruppe, der in der bisherigen Planung auch öffen­tliche Spielplätze im Außenbereich und Indoorspielplätze fehlen.

Da das zusätzlichen Wohnungsangebot in dem Areal auch mit einer steigenden Zahl von Grundschulkindern verbunden sein wird, schlägt die die Bürgerbegleitgruppe zudem vor, die Pragschule zu erweitern. Die Pragschule kann sich die Erweiterung auf dem Areal Bürgerhospital/AWS vorstellen, das auf dem Gelände der Grundschule dafür kein Platz sei.

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