Verbraucherschutz Babyflaschen ohne Chemie
pan/dapd, 14.02.2011 07:56 Uhr
 Foto: dpa
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Stuttgart - Weil Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem verwendeten Bisphenol A und der Unfruchtbarkeit von Männern sowie dem Auftreten von Diabetes und Fettleibigkeit vermuten, wird die Chemikalie ab dem 1. März bei der Herstellung von Babyflaschen verboten. Von Juni an dürfen Babyflaschen mit der umstrittenen Chemikalie nach Angaben des Bundesverbaucherministeriums auch nicht mehr verkauft werden.

Nach Einschätzung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde sind gesundheitliche Nachteile durch Bisphenol A in Lebensmitteln nicht zu befürchten. "Die Mengen an Bisphenol A, die mit dem Essen aufgenommen werden, liegen in allen Altersgruppen deutlich unter dem festgelegten Grenzwert", erklärte das Verbraucherministerium. Da noch nicht alle Fragen zu dem Stoff geklärt seien, habe die EU-Kommission die Verwendung der Chemikalie eingeschränkt. Damit sei der Weg frei, um hierzulande die Verwendung von Bisphenol A in Babyfläschchen zu verbieten. Für bereits hergestellte Artikel wird eine Übergangsfrist von drei Monaten eingeräumt. Chemieexpertin Patricia Cameron vom Bund für Umwelt und Naturschutz nannte das Verbot einen Schritt in die richtige Richtung. Allein in Deutschland würden jährlich rund 400.000 Tonnen Bisphenol A vermarktet. "Wenn die Verbraucher wirklich geschützt werden sollen, dann kann das Verbot für Babyfläschchen nur ein Anfang sein", sagte Cameron.

Bisphenol A ist eine Substanz, die auch für die Herstellung bestimmter Kunststoffe verwendet wird. Deshalb kann es in Gegenständen enthalten sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wie Babyfläschchen aus Polycarbonat. Viele Babyartikelhersteller haben im Vorfeld des Verbots freiwillig auf Bisphenol A verzichtet und dies auf ihren Produkten auch gekennzeichnet, zum Beispiel mit "bpa-frei" oder "bpa free". Glasflaschen sind grundsätzlich frei von Bisphenol A.
Kommentare (1)
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FEB
14
bahnfan 25, 20:57 Uhr

"...ohne Chemie"

Was für eine dumme und irreführende Überschrift, die im Artikel selbst dann auf den Wahrheitsgehalt, d. h. Vermeiden des Risikostoffes Bisphenol A bei Lebensmittelverpackungen wie Babyflaschen, zurückgeführt wird. Wie allgemein bekannt, sind auch die BPA-freien, alternativen Kunststoffe wie PET high-tech-Chemie! Die Autoren dieser Meldung und interessierte Leser sollten sich z. B. bei Wikipedia kundig machen. Die vermuteten BPA-Wirkungen bei Männern - Zusammenhang mit zunehmender Unfruchtbarkeit - sind noch besorgniserregender, s. dort.