Verkauf wird verschoben

Von "Blick vom Fernsehturm" 

Degerloch Altes Gaswerk: Der Bezirksbeirat soll noch einmal diskutieren. Von Rüdiger Ott

Degerloch Altes Gaswerk: Der Bezirksbeirat soll noch einmal diskutieren. Von Rüdiger Ott

Die Entscheidung über den Verkauf des Alten Gaswerks ist vertagt worden. Die Stadträte wollten in der nicht öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen nicht ohne weiteres der Vorlage der Verwaltung zustimmen. Laut der sollen die beiden backsteinernen Gebäude an der Roßhaustraße an eine Stiftung verkauft werden. Stattdessen sollen die Mitglieder des örtlichen Bezirksbeirats bei einer ihrer Sitzungen noch einmal über den Verkauf sprechen.

Dies ist auch nötig, denn wäre der Verkauf genehmigt worden, wäre damit gleichsam eine Entscheidung über ein lokalpolitisch brisantes Thema gefallen - und das ohne vorherige öffentliche Aussprache. Einige engagierte Degerlocher, die sich inzwischen in dem Verein "Geschichtswerkstatt Degerloch" organisiert haben, würden gern auf der Wiese des Alten Gaswerks ein Museum bauen. Dieses Museum soll die Form des Gaskessels haben, der in den 1920er-Jahren abgerissen wurde. Den Bau will der Verein mit Spenden bezahlen, die Kosten werden auf rund 300 000 Euro geschätzt. Doch ist die Voraussetzung, dass die Stadt den Museumsbefürwortern das Gelände kostenlos überlässt. Zudem hat der Verein noch kein detailliertes Finanzierungskonzept ausgearbeitet.

Stattdessen warten die Mitglieder der Geschichtswerkstatt nach wie vor auf die Antwort der Stadt. Warum die Verwaltung nun den Verkauf vorgeschlagen hat, ist unklar. Klar ist, dass die bürgerlichen Fraktionen im Gemeinderat stets den Verkauf favorisiert haben, während SPD und SÖS/Linke die Fürsprecher der Museumspläne sind. Ausschlaggebend wird die Meinung der Grünen sein, die sich noch nicht festgelegt haben.