Verkehrsministerium "Studie ist nicht neu"
Thomas Braun und Jörg Nauke, 08.07.2010 07:26 Uhr
 Foto: Visualisierung: Aldinger & Wolf
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Das Landesverkehrsministerium teilte gestern mit: "Es war die Aufgabe von SMA, etwaige Schwierigkeiten, die sich ergeben könnten, frühzeitig aufzuzeigen, um auf dieser Grundlage dann auch Lösungen zu finden." In weiteren Arbeitsschritten habe sich gezeigt, dass für die vorgesehenen Verkehre ein attraktiver Fahrplan angeboten werden könne. Die Studie sei folglich nicht neu und auch nicht geheim, da Details zur so genannten Angebotskonzeption für den Regionalverkehr Baden-Württemberg 2020 und das Betriebsprogramm Stuttgart 21 seit April 2009 auf der Internetseite des Ministeriums stünden.

Allerdings hatte die Grünen-Landtagsfraktion bereits im September 2009 vergeblich Einblick in die Expertise verlangt. Und das Innenministerium teilte dem Ex-Bundestagsabgeordneten Peter Conradi (SPD) am 10. Februar mit, es handele sich "um eine laufende Arbeit der SMA, die im Hinblick auf die anstehende Ausschreibung von Nahverkehrsleistungen erstellt wird" und nicht fertig sei. Es sei derzeit nicht beabsichtigt, diese öffentlich zu machen.

Ministerium: Studie ist überholt


Laut Projektpartnern ist das jetzt in Auszügen veröffentlichte Papier der SMA nicht mehr Stand der Dinge. Allerdings ließ auch die vom Ministerium 2009 offiziell verbreitete Bilanz einige Bahnexperten wegen ungewöhnlicher Formulierungen aufhorchen, die an Sprachmuster in Arbeitszeugnissen erinnern. So benennt das SMA-Gutachten "besonders anspruchsvolle" Herausforderungen auf der Strecke – für Kenner ein klarer Hinweis auf große Probleme.

Über die ebenerdige Kreuzung des Fernverkehrs mit der S-Bahn an der Nürnberger Straße heißt es, der Abschnitt sei "beherrschbar", weil nur alle zwei Stunden ein Regionalzug betroffen sei. Was aber passiert, wenn dort in Zukunft mehr Züge verkehren? Die Einfahrt in den Abstellbahnhof könne "fahrplantechnisch beherrscht" werden – ein Indiz dafür, dass Zeit und Kosten keine Rolle spielen dürfen. Und für den neuralgischen Abschnitt zwischen Wendlinger und Rohrer Kurve kommt man zum Schluss, der Fahrplan sei "anspruchsvoll, aber fahrbar" – was manche Bahnexperten als Hinweis auf Risiken verstehen.
Kommentare (181)
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JUL
14
Sauerwasser, 18:40 Uhr

da werden wir wohl noch ewig warten

Es geht eher ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein angeblicher "experte" namens f....n etwas beweist was er behauptet hat. So kann man sich mit einer dummen Lüge selbst eleminieren. Und anschliesend nicht mal entschuldigen, sondern versuchen sich wie Schuster seinerzeit rauszuwinden (Bürgerentscheid) "Die Studie ist nicht neu" steht in der Überschrift. Das hat auch keiner behauptet. Aber sie ist wohl noch immer so brandaktuell, dass sich das Ministerium als Auftagsgeber nicht traut sie offenzulegen. Warum? Weil alle von SMA angesprochenen Schwachpunkte abgearbeitet sind? Verstehe. Und die Begründung vom Ministerium ist der absolute Hammer: Aus wettbewerbsrechlichen Gründen können wir das SMA Gutachten leider nicht veröffentlichen. Welcher Wettbewerb? Das Ministerium hat einen Wettbewerber? Vielleicht den gesunden Menschenverstand? Das Projekt hat einen Wettbewerber? Vielleicht den Kopfbahnhof? Der Grube hat einen Wettbewerber der auch Bahnhöfe und Tunnels mit unseren Steuern bauen kann? Der OB hat einen Wettbewerber? Eher nicht, so einen gibts nicht zweimal. Mappus hat einen Wettbewerber? Ach ja, der will ja nächstes Jahr zum ersten Mal gewählt werden? Und kein so ein Desaster wir Rüttgers bekommen? Deswegen auch die Millionen für Drexler und Crew? Und die SMA Studie wäre da eher Gift? Wir haben verstanden Noch 255 Tage bis zur Wahl

JUL
14
Kai, 15:04 Uhr

Geheim Studien und Propaganda

OHA da behauptet doch einer der permanent aktiven Textbaustein Produzenten: "Ich habe darauf hingewiesen, dass weder die Studie noch Ergebnisse daraus geheim sind, denn das Ministerium hat von sich aus sowohl auf die Studie als auch auf vorgenommene Änderungen hingewiesen. Nicht mehr und nicht weniger. " WO also ist der Link zu der Studie???

JUL
14
fakten, 14:14 Uhr

Dr. M.W.

Jetzt bin ich aber sehr imprägniert! Ein „Dr.M.W.“! Und das hat die K21-Sekte zu bieten? Boah eh! Sie schreiben: „…Unbestritten bleibt, dass das Gutachten nach unabhängigen Presseangaben viele schwerwiegende Gründe gegen S21 aufführt…“ Sie haben das Gutachten gelesen? Weiter: „…Qualifizierte Argumente gegen dieses Gutachten können Sie nur abgeben, wenn Sie widerlegende Untersuchungen, die sich auf dieses Gutachten beziehen, anführen. Aber offensichtlich haben Sie diese nicht.“ Ich habe darauf hingewiesen, dass weder die Studie noch Ergebnisse daraus geheim sind, denn das Ministerium hat von sich aus sowohl auf die Studie als auch auf vorgenommene Änderungen hingewiesen. Nicht mehr und nicht weniger. Tja, auch als „Dr.M.W.“ sollte man lesen können…… Oder hapert’s am Verständnis? Ich freue mich, dass ich zu Ihrem „amusement“ beitragen darf – Sie haben ja sonst so wenig zum Lachen – erst der Flop mit der Veranstaltung und nun die Abrißankündigung des Seitenflügels. Deshalb ist heute mein sozialer Tag! Extra für SIE. www.das-neue-herz-europas.de

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