Verkehrsministerium "Studie ist nicht neu"
Thomas Braun und Jörg Nauke, 08.07.2010 07:26 Uhr
 Foto: Visualisierung: Aldinger & Wolf
Foto: Visualisierung: Aldinger & Wolf
Hamburg/Stuttgart - Stuttgart 21 führt zu "Engpässen", verursacht "Konflikte zwischen Hauptbahnhof und Flughafen mit dem Regionalverkehr" und ist "nicht kompatibel mit den angenommenen Fernverkehrszügen". Was sich liest wie ein Gutachten von Projektgegnern, findet sich in einer von der Landesregierung vor zwei Jahren in Auftrag gegebenen und bis heute geheim gehaltenen 60 Seiten starken Studie des Züricher Verkehrsplanungsinstituts SMA.

Die Vorabmeldung der Zeitschrift "Stern" »

Das führende europäische Institut für die Planung von Eisenbahnverkehr hat den Auftrag erhalten, den Entwurf einer Fahrplanstruktur für die Zeit nach der Realisierung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm zu entwickeln. Wie der Autor Arno Luik, dem die Studie vorliegt, im "Stern" schreibt, werden in der SMA-Studie "Fahrzeitverlängerungen" beklagt, weil S-Bahnen die ICEs aufhielten. Infrastrukturengpässe würden am Übergang zwischen Neckartalbahn und Neubaustrecke und auf den Fildern prognostiziert, weil sich dort sämtliche Zugarten auf eingleisigen und niveaugleichen Trassen in die Quere kämen.

Fazit fällt negativ aus


Die Projektpartner Bahn, Land, Stadt und Region verweisen stets auf die Vorteile von Stuttgart 21 für den Fern- und Regionalverkehr. Das Fazit der Gutachter fällt hingegen eindeutig negativ aus: Die SMA sieht für den künftigen Zugbetrieb ein "hohes Stabilitätsrisiko", die Infrastruktur von Stuttgart 21 sei knapp dimensioniert und eine Gestaltung des Fahrplans "nur in sehr geringem Maß möglich."

Am Schluss heißt es besorgt: "Letztes Wort bezüglich Infrastruktur-Dimensionierung gesprochen? Letztes Wort bezüglich Konzeption S-Bahn gesprochen?" Pikant: auch Bahnchef Rüdiger Grube kennt laut "Stern" die SMA-Studie nicht. Grube sagte dem Magazin, er habe jedoch großes Vertrauen in seine Fahrplangestalter, das seien schließlich "absolute Experten".

Kommentare (181)
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JUL
14
Sauerwasser, 18:40 Uhr

da werden wir wohl noch ewig warten

Es geht eher ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein angeblicher "experte" namens f....n etwas beweist was er behauptet hat. So kann man sich mit einer dummen Lüge selbst eleminieren. Und anschliesend nicht mal entschuldigen, sondern versuchen sich wie Schuster seinerzeit rauszuwinden (Bürgerentscheid) "Die Studie ist nicht neu" steht in der Überschrift. Das hat auch keiner behauptet. Aber sie ist wohl noch immer so brandaktuell, dass sich das Ministerium als Auftagsgeber nicht traut sie offenzulegen. Warum? Weil alle von SMA angesprochenen Schwachpunkte abgearbeitet sind? Verstehe. Und die Begründung vom Ministerium ist der absolute Hammer: Aus wettbewerbsrechlichen Gründen können wir das SMA Gutachten leider nicht veröffentlichen. Welcher Wettbewerb? Das Ministerium hat einen Wettbewerber? Vielleicht den gesunden Menschenverstand? Das Projekt hat einen Wettbewerber? Vielleicht den Kopfbahnhof? Der Grube hat einen Wettbewerber der auch Bahnhöfe und Tunnels mit unseren Steuern bauen kann? Der OB hat einen Wettbewerber? Eher nicht, so einen gibts nicht zweimal. Mappus hat einen Wettbewerber? Ach ja, der will ja nächstes Jahr zum ersten Mal gewählt werden? Und kein so ein Desaster wir Rüttgers bekommen? Deswegen auch die Millionen für Drexler und Crew? Und die SMA Studie wäre da eher Gift? Wir haben verstanden Noch 255 Tage bis zur Wahl

JUL
14
Kai, 15:04 Uhr

Geheim Studien und Propaganda

OHA da behauptet doch einer der permanent aktiven Textbaustein Produzenten: "Ich habe darauf hingewiesen, dass weder die Studie noch Ergebnisse daraus geheim sind, denn das Ministerium hat von sich aus sowohl auf die Studie als auch auf vorgenommene Änderungen hingewiesen. Nicht mehr und nicht weniger. " WO also ist der Link zu der Studie???

JUL
14
fakten, 14:14 Uhr

Dr. M.W.

Jetzt bin ich aber sehr imprägniert! Ein „Dr.M.W.“! Und das hat die K21-Sekte zu bieten? Boah eh! Sie schreiben: „…Unbestritten bleibt, dass das Gutachten nach unabhängigen Presseangaben viele schwerwiegende Gründe gegen S21 aufführt…“ Sie haben das Gutachten gelesen? Weiter: „…Qualifizierte Argumente gegen dieses Gutachten können Sie nur abgeben, wenn Sie widerlegende Untersuchungen, die sich auf dieses Gutachten beziehen, anführen. Aber offensichtlich haben Sie diese nicht.“ Ich habe darauf hingewiesen, dass weder die Studie noch Ergebnisse daraus geheim sind, denn das Ministerium hat von sich aus sowohl auf die Studie als auch auf vorgenommene Änderungen hingewiesen. Nicht mehr und nicht weniger. Tja, auch als „Dr.M.W.“ sollte man lesen können…… Oder hapert’s am Verständnis? Ich freue mich, dass ich zu Ihrem „amusement“ beitragen darf – Sie haben ja sonst so wenig zum Lachen – erst der Flop mit der Veranstaltung und nun die Abrißankündigung des Seitenflügels. Deshalb ist heute mein sozialer Tag! Extra für SIE. www.das-neue-herz-europas.de

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