Verspätung beim StZ-Lauf Sicherheit auf Kosten der Pünktlichkeit
Johannes Scharnbeck, 31.05.2011 07:20 Uhr
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Startschuss mit Verspätung: das Signal von Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann lässt lange auf sich warten. Foto: Baumann
Startschuss mit Verspätung: das Signal von Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann lässt lange auf sich warten. Foto: Baumann
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Stuttgart - Die zwei Ordner liegen noch immer auf Gerhard Müllers Schreibtisch. Prall gefüllt sind sie und mehrere Zentimeter dick. Darin ist jedes Detail aufgeführt, das der Projektleiter des Stuttgarter-Zeitung-Laufs mit den Behörden vor dem Start des Halbmarathons und der anderen Läufe am Veranstaltungswochenende klären muss. Ein großer Teil bezieht sich dabei auf die Strecke und die Verkehrssicherungen. Jeder Abschnitt ist dort aufgeführt, mit den Absperrungen und Beschilderungen, wie hoch und groß diese sind - und wo sie hingestellt werden müssen.

Einige Unstimmigkeiten über diese Verkehrssicherungsmaßnahmen, wie sie von den Behörden genannt werden, haben am Sonntag dazu geführt, dass sich der Start des Halbmarathons um 25 Minuten verzögerte. Zum Beispiel ging es darum, ob an Kreuzungen Leitbaken durch Kegel ersetzt werden dürfen. Das Amt für öffentliche Ordnung hatte dies im Vorfeld bestätigt, doch bei der Streckenabnahme wurde es von den Verantwortlichen wieder in Frage gestellt. Bis geklärt war, dass die Kegel doch aufgestellt werden dürfen, verging eben einige Zeit. Das klingt kleinlich. Für Müller steht jedoch fest: "Die Strecke muss sicher sein. Das hat höchste Priorität."

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Der Württembergische Leichtathletik-Verband (WLV) als Veranstalter habe laut Müller alles getan, was in seinem Verantwortungsbereich liegt, um die Sicherheit und den pünktlichen Start zu gewährleisten. Das bestätigt auch Ralf Maier-Geißer, der Sachgebietsleiter für Straßenrecht beim Amt für öffentliche Ordnung: "Der Veranstalter kann wenig dafür."

Und so ist die Situation für Gerhard Müller noch schwieriger. "Ich muss mich bei den Läufern nun für etwas entschuldigen, wofür ich nichts kann", sagt der WLV-Geschäftsführer. "Denn die Teilnehmer unterscheiden nicht bei den Zuständigkeiten. Für uns ist das imageschädigend." Er kenne keinen anderen Lauf, bei dem solche Verzögerungen auftreten - in Stuttgart ist dies bereits zum dritten Mal geschehen.

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Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, werden sich die für die Strecke zuständigen Behörden - das Amt für öffentliche Ordnung, das Tiefbauamt und die Polizei - in der nächsten Woche treffen und die Abläufe analysieren. Dabei geht es laut Maier-Gaißer auch darum, ob die Zeitspanne zwischen der Streckensperrung für den Verkehr und dem Start des Halbmarathons ausreicht. Bis jetzt beträgt sie eine Stunde.

"Um eine Strecke von insgesamt zehn Kilometern genau zu überprüfen, ist das nicht viel Zeit", sagt Maier-Geißer. "Aber wir müssen es allen recht machen: den Autofahrern und dem Veranstalter. Deshalb müssen wir auch darauf achten, wie die Anwohner auf eine mögliche Verlängerung der Zeitspanne reagieren würden."

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Selbstverständlich steht für die Behörden die Sicherheit an erster Stelle. So mussten am Sonntag noch kurz vor der Streckenfreigabe Autos abgeschleppt und einige Verkehrsschilder anders positioniert werden. "Es geht schließlich um die Absperrung der am stärksten befahrenen Straßen", sagt Maier-Geißer. In die Auswertung müsste aber ebenso die Firma Plank aus Remseck miteinbezogen werden, die vom WLV in Absprache mit den Behörden mit der Verkehrssicherung beauftragt worden war.

Maier-Geißer wirbt vor allem um Verständnis. "Wenn etwas passiert wäre, hätte niemand danach gefragt, ob pünktlich gestartet wurde." Natürlich könne er die Läufer verstehen: "25 Minuten liegen aber noch im tolerablen Bereich und sind kein Untergang." Er ist daher überzeugt: "Diese Verzögerung wird den Lauf nicht schlecht machen." Doch das werden wohl erst die Teilnehmerzahlen 2012 zeigen.

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Kommentare (11)
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JUN
01
outlaw, 21:59 Uhr

verzögerung

....schaut mal das foto von frau eisenmann an.... hallo wie lange hat die denn hier posen müssen. sorry, und im hintergrund stehen die läfer wie viecher... @rossi...stimme dir zu...

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JUN
01
Uli, 10:54 Uhr

Startverzögerung

Es ist mir völlig unverständlich das man es hier in Stuttgart nun zum wiederholten mal nicht schafft pünktlich zu starten ! Das auf die Sicherheit zu schieben halte ich für lächerlich. Wir waren am Wochenende beim Stockholm Marathon, hier waren 10 Minuten vorm Start noch Autos auf der Strecke, auch gab es am Straßenrand parkende Autos. Der Start mit 20 000 Teilnehmern war trotzdem pünktlich . Mir ist nicht bekannt das es hier Sicherheitsprobleme gab. Steigende Teilnehmerzahlen wir man so nicht erreichen .

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MAI
31
Remstäler, 16:16 Uhr

nur in Stuttgart

In New York,London, Tokio, Hamburg, Berlin, ... werden Stadtläufe und -marathons mit einem Vielfachen der Läufer des StZ-Laufes und mit mehr Aufwand für die Streckensperrung durchgeführt. Mir ist nicht bekannt, dass es bei einem der großen Stadtläufe bzw. -marathons schon einmal 30 Minuten Startverzögerung gab, weil die Strecke von irgendeiner Behörde nicht freigegeben worden ist. Nur in Stuttgart findet sich Jahr für Jahr ein Bedenkenträger, der die Strecke nicht frei gibt. Es ist peinlich für diese sonst so perfekt organisierte Veranstaltung, das haben die Organisatoren nicht verdient.

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