VfB bei Bayer 04 Auflösungserscheinungen beim VfB

Der VfB Stuttgart verliert nach einem starken Anfang in Leverkusen am Ende nicht nur 0:4 gegen den Gastgeber Bayer 04, sondern auch die Unterstützung der Fans.

Der VfB Stuttgart verliert bei Bayer 04 Leverkusen deutlich und jetzt stellt sich die Frage: Bleibt Huub Stevens Trainer? Foto: dpa 23 Bilder
Der VfB Stuttgart verliert bei Bayer 04 Leverkusen deutlich und jetzt stellt sich die Frage: Bleibt Huub Stevens Trainer?Foto: dpa

Leverkusen - Am Ende ist es eine weitere niederschmetternde Erfahrung, die der VfB am Freitagabend macht und die in die Stuttgarter Fußballwochen des Schreckens passen. Erst holte den Verein die Dopingvergangenheit aus den 70er und 80er Jahren ein, dann sorgten brutale Ausschreitungen von VfB-Hooligans rund um das letzte Heimspiel gegen Hertha BSC für bundesweites Entsetzen. Und jetzt kommt auch noch eine 0:4-Niederlage in Leverkusen dazu. Die gibt der Trainerdiskussion eine neue Dynamik und könnte den Clubplan, mit Huub Stevens auf jeden Fall bis zum nächsten Spiel gegen Frankfurt weiter zu machen, durchkreuzen.

Es gehört aber auch zu diesem Spiel, dass der VfB beim Tabellenvierten überraschend selbstbewusst und mit einer Veränderung im Vergleich zum 0:0 gegen Hertha in der Vorwoche begann. Gotoku Sakai ersetzte als linker Verteidiger Adam Hlousek. Nach einer Stunde kam es allerdings zum Rücktausch, nachdem der Japaner einen rabenschwarzen Abend erlebt hatte.

Anfangs spielte der VfB munter nach vorne. Timo Werner passte auf Daniel Ginczek. Der lange verletzte Stürmer scheiterte mit einem Flachschuss am ehemaligen Stuttgarter Torhüter Bernd Leno. Aber was hilft ein überzeugender halbstündiger Stuttgarter Vortrag, wenn Bayer Leverkusen innerhalb von vier Minuten aus den ersten beiden Chancen zwei Tore macht?

Und zweimal ist der frühere VfB-Spieler Roberto Hilbert auf der rechten Seite der Vorbereiter. Seiner ersten Hereingabe geht ein untauglicher Abwehrversuch von Florian Klein voraus. Der Ball landet zunächst am Kopf von Daniel Schwaab und dann vor den Füßen des Bayer-Verteidigers Wendell. Der Brasilianer nimmt die Einladung an und trifft mit einem Flachschuss zur Bayer-Führung und zu seinem ersten Bundesliga-Treffer (32. Minute).

Die VfB-Fans verlassen den Block

Das Spiel ist dann eigentlich schon wieder komplett gegen den VfB gelaufen, als Josip Drmic unbedrängt per Kopf auf 2:0 für die Gastgeber erhöht (36.). So geht die Leverkusener Taktik bereits in der ersten Halbzeit voll auf: geduldig auf die Fehler des Tabellenletzten warten und dann einfach zur Stelle sein. Beängstigend, wie wenig Aufwand die Leverkusener betreiben mussten, während der VfB viel investierte, um nach 45 Minuten desillusioniert und mit leeren Händen dazustehen. Und es sind wieder eklatante Abwehrfehler, die die Mannschaft des glücklosen Huub Stevens um alle Chancen bringen. Die Blackouts in der Defensive ziehen sich wie ein roter Faden durch die Stuttgarter Horrorsaison und scheinen den Weg in die zweite Liga zu weisen.

In der zweite Hälfte kommt Jerome Kiesewetter ins Stuttgarter Spiel und Leverkusen gleich zu einer weiteren Chance. Nach einer Ecke köpft Kyriakos Papadopoulos knapp an Sven Ulreichs Tor vorbei. Die nächste Leverkusener Möglichkeit bedeutet aber schon kurze Zeit später den dritten Bayer-Treffer. Karim Bellarabi tanzt seinen Gegenspieler Gotoku Sakai aus und trifft flach ins Netz. In dieser Szene wird die individuelle Stuttgarter Unterlegenheit dann besonders deutlich. Und dann kippt auch noch die Stimmung bei den mitgereisten Stuttgarter Fans. Als Josip Drmic der vierte Leverkusener Treffer gelingt (59.), verlassen viele VfB-Anhänger den Gästeblock. Den Auflösungserscheinungen auf dem Rasen folgen Auflösungserscheinungen auf den Rängen. Und das vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag, das allgemein als letzte Stuttgarter Chance begriffen wird.

Sollte zuletzt noch einmal Hoffnung im Stuttgarter Kampf ums Überleben in der ersten Liga aufgekommen sein, ist davon nach der Partie in der Bay-Arena nichts mehr übrig. Auch wenn Daniel Ginczek sagt: „Der Trainer erreicht uns noch.“

 

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20 KommentareKommentar schreiben

Ich stimme u.a. Herrn Müller zu,...: das bei Abstieg der Ausverkauf wohl unumgänglich sein wird und gerade diejenigen, die uns vor kurzem noch als die Zukunft verkauft wurden, dann woanders kicken werden. Ist aber irgendwie auch schon fast wurscht, Business halt. Was ich mir als Hobbyoptimist wünsche für die nächsten Spiele ist, eine Freistoßflanke in den Sechzehner von Maxim, die eben nicht bei 5 gelangweilt umherstehenden Leverkusenern landet. Einen Torwart, der niemals halbherzig einen Ball am Tor im Fünfer vorbeistreichelt, der kurz darauf nach einfach gekreuzten Rittbergern von Mitspielern als Einschlag unten links zu verbuchen ist und zu desolaten weiteren Leistungen wie ein Startsignal gewirkt hat. Einen Japaner, der nicht Slalom rückwärts übt und sich im weiteren mitspielen als Spaliersteher Knoten in die Beine läuft, um seinem Gegenspieler das Flanken zum 2:0 wie zum 4:0 zu ermöglichen. Dann wünsche ich mir, das Herr Niedermeier wie Herr Schwaab wenn Sie schon Torgefahr noch rechtzeitig erkennen können, dann nicht zu viel Platz zwischen sich und den Torschützen bringen, um nicht der Vermutung anheim fallen zu müssen, Sie könnten es nicht besser. Genug. Von Hlousek, Kostic, Gentner und wie sie alle gerufen werden ganz zu schweigen. Ich denke an die Spieler gerichtet, glaubt Ihr wirklich, wir Hobbyfussballer und Möchtegernkommentatoren lassen es nun gefühlt zum 100sten Male zu, das ein Trainer und ausgewiesener Fachmann wie Huub Stevens für euer permanent über 2/3 der Spielzeit geleistetes Mistgekicke die Papiere bekommt? Never. Ihr habt Woche für Woche Zeit, das und mehr umzusetzen, was er euch lehrt. Und was hindert euch, mal Eigeninitiative zu zeigen? Er hält auch seine, okay ebenfalls gut bezahlte Rübe dafür hin. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, nach einem Rückstand die Fahnen einzupacken. Ich als Präse wurde euch nach einem 0:3 oder ähnlich gegen Frankfurt den Trainer wegnehmen und euch bis nach Paderborn ohne Anleitung eine "Abstiegstournee" kicken lassen. Mit den besten Transferwünschen dafür.

Ihr habt fertig: Wer Spieler verpflichtet, die Hauptsache nichts kosten, gerade mal 10 Sekunden einen Ball halten können und die nicht bei 5 auf dem Baum sind, der spielt so wie der VfB

Kardinalfrage... : Die Frage ist doch schon gar nicht mehr, ob Abstieg oder Klassenverbleib. Die Frage ist, wie wir es endlich anstellen, taugliche Spieler zu bekommen; und wenn wir taugliche bekommen können, wie wir es anstellen, dass die nicht wie von Zauberhand im Verlauf immer schlechter werden. So war das nämlich in den letzten knapp zehn Jahren beim VfB. Entweder wir kauften billige Untaugliche oder die wenigen Tauglichen wurden immer schwächer. Wenn sich daran nichts ändert, werden wir auch in der 2. Liga schnell nach unten durchgereicht. – Rüdiger wird gehen im Sommer, Werner wohl auch, wenn er schlau ist. Didavi? Ungewiss. Wer vom großen Rest des aktuellen Kaders überhaupt zweitligatauglich sein könnte, fällt mir jetzt ad hoc nicht ein, ein paar werden’s schon sein, ich bin da Zweckoptimist. Ganz sicher ist jedenfalls, dass wir mindestens fünf „gestandene“ und hochkarätige Leute für alle Mannschaftsteile irgendwie verpflichten müssen. Keine billigen Katalogspieler, sondern Sportler, deren Leistungsfähigkeit bekannt ist, und von denen man erwarten kann, dass sie den Verein weiterbringen (bzw. den endgültigen Durchmarsch in die Bedeutungslosigkeit aufhalten). Um diese fünf kann man dann die Talente gruppieren, um wieder eine irgendwie schlagkräftige Mannschaft zu bekommen. Aber wie können wir diese fünf bekommen? Wir werden die Brieftasche zücken müssen. Es geht nicht mehr anders. Es ist keine sportliche Substanz mehr vorhanden.

B04-VfB...: ...Wo sind jetzt die ganzen Schönschreiber und Berufsoptimisten? Auf welche "positiven Dinge" bezieht ihr euch nun? Oder wird es auf Freitag den 13ten geschoben?

Ich denke, ich zitiere mal...: Arthur Schopenhauer mit einem stimmigen Satz: "Alles Leben ist Leiden". Und ich füge hinzu, da ist es gesünder, ein Optimist zu sein. "Grad au wegam VfBäääh"!

VfB: zum x-ten Mal ein erschreckend schwacher Auftritt. Schon gegen die Hertha war der VfB total harmlos. Und nun auswärts völlig chancenlos. Eben Bundesliga-untauglich. Warum ein Dutt verpflichtet wurde ist sowieso nicht nachvollziehbar. Jetzt muss wohl der letzte professionelle Mensch beim VfB die Koffer packen. Schade, schade Hub und VfB. Totalversager Management. Allen voran der Bobic, der jetzt sogar noch gegen den VfB hetzt. So eine Sauerei.

Robin Dutt: ich denke mal RD wurde eingestellt weil, er gerade frei war, Bezug zum VfB hat, so einem Mann muß man doch helfen und weil er aus Leonberg kommt. Es muß halt alles Geschmäckle haben

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