VfB im DFB-Pokal Wie man der Kälte im Stadion trotzen kann
Pascaline Budow, 08.02.2012 09:15 Uhr
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Am Mittwochabend trifft der VfB Stuttgart im DFB-Pokal auf Rekordmeister Bayern München. Foto: dapd
Am Mittwochabend trifft der VfB Stuttgart im DFB-Pokal auf Rekordmeister Bayern München. Foto: dapd
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Stuttgart – Am Mittwochabend trifft der VfB Stuttgart im Viertelfinale um den DFB-Pokal auf den FC Bayern München. Abends um 20.30 Uhr – zu einer Zeit also, wenn die bereits eisigen Temperaturen noch weiter sinken und zu frostig-sibirischen Graden mutieren. Doch selbst dann lässt sich der hartgesottene VfB-Fan nicht abhalten, ins Stadion zu pendeln und seinen Verein zu unterstützen. Bei Minusgraden zu Hause bleiben? Kommt nicht in Frage, machen die Spieler doch auch nicht.

Eine grundsätzliche Regel für Spiele bei Minusgraden gibt es nicht, sagt Tim Meyer, Mannschaftsarzt der National-Elf im Interview mit dem DFB. Es sei durchaus überlegt worden, ob bei -15 Grad, bei starkem Wind auch bei -10 Grad, das Spiel überhaupt stattfinden solle oder nicht. Eine Regelung gebe es für Deutschland aber nicht. Fazit: Das Pokalspiel findet auch bei den aktuellen frostigen Temperaturen statt.

Für die Spieler ist die Kälte nicht nur unangenehm, sie kann auch gefährlich werden. Sportler leben ja eigentlich immer mit der Gefahr einer möglichen Verletzung – ob bei Hitze oder Kälte. Nicht umsonst gilt die Faustregel: Aufwärmen, aufwärmen, aufwärmen. Und es gibt noch ein paar Tricks mehr, mit denen die Spieler sich die Kälte – im wahrsten Sinne des Wortes – vom Leib halten. Da können sich auch die Fans was abschauen.

Aus der Trickkiste der Spieler

Aufwärmen: Das A und O des Sportlerlebens. Kalte Muskeln sind nicht dehnbar, und somit schnell verletzungsgefährdet. Einmal das Bein zu weit zur Seite und ratsch – der Muskel ist überdehnt oder gezerrt. Und da es die Aufgabe der Muskeln ist, Gelenke und Knochen durch Muskelkraft zu schonen, kann es schnell auch zu größeren Verletzungen kommen, wenn diese nicht fit sind. Daher gilt für die Spieler: den Körper noch gewissenhafter aufwärmen als sonst und dabei gut in Kleidung verpacken. Die VfB-Spieler wärmen sich daher gerne drinnen auf, bevor es aufs Spielfeld geht, wie ein VfB-Sprecher berichtet.

Bewegung: Das beste Mittel gegen die Kälte schlechthin. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht, immerhin bewegen sich die Spieler ununterbrochen und fast ausschließlich. Bis auf den Torwart, der ja nicht die ganze Zeit dem Ball hinterher jagt. Idealerweise. Wobei er es wie die Fans halten kann: Im Takt auf- und niederspringen und die Kameraden anfeuern, wenn der Ball mal gerade auf der anderen Seite des Spielfelds ist. Und hört die Bewegung nach dem Spiel auf, ziehen die Spieler schnell einige Schichten Kleidung mehr an. Um den Körper warm zu halten. Und um sich dann in Ruhe im Fanjubel zu sonnen - wenn's gut läuft. Gilt übrigens auch bei Kälte.

Warme Kleidung: Im Training und auch bei den Spielen tragen die Spieler oft langärmelige Trikots. Bei den Spielen meist trotzdem kurze Hosen, im Training dann doch lange. Einschließlich Schal, Mütze und Handschuhe. Besonders wichtig, da der kalte Rasen meist härter ist und beim Hinfallen schon ordentlich die Haut aufschrammen kann. Muss ja nicht sein. Und wieder müssen Torhüter besonders auf warme Kleidung achten, da sie mehr stehen als die anderen Spieler. Die armen Ersatzspieler, die sich kaum bewegen, bis sie drankommen, mag man denken. Allerdings tragen sie besondere Schuhe mit Wärme-spendenden Einlagen, das sind dann "größere Moonboots", damit die Füße nicht kalt werden, erläutert der VfB-Sprecher. Außerdem seien die Sitze der Ersatzbank manchmal so beheizt - leider nicht im eigenen Stadion, dafür aber bei einigen Auswärtsspielen.

Trinken: Für die Spieler wie die Fans wichtig – egal, ob es Sommer oder Winter ist. Und im Winter sollte man bewusster darauf achten, weil das Durstgefühl geringer ist. Außerdem bekommen die Spieler in der Pause in der Garderobe warmen Tee zu trinken. Den Körper von innen und von außen zu wärmen, ist immer sonnvoll. Diesen Rat können auch die Fans befolgen: heißer Kaffee und Tee wärmt kräftig – im Gegensatz zu Alkohol, bei dem das warme Wonnegefühl täuscht: der weitet die Gefäße, was zur größeren Wärmeabgabe führt.

So können sich Fans schützen

Fan-Kleidung: Besonders wichtig, um sämtliche Körperteile zu wärmen. Und wenn möglich, dann in doppelter Ausführung, das Zwiebelprinzip findet hier seine Anwendung: zwei T-Shirts, drei Paar Socken und mindestens einen dicken Pulli. Und Ski-Unterwäsche. Schal, Handschuhe (am besten auch gleich zwei Paar), eine dicke Wollmütze und Fell-gefütterte Winterschuhe. Und natürlich darf das obligatorische VfB-Trikot nicht fehlen. Falls es noch passt, einfach drüberziehen, ist ja eine weitere Schicht. Falls es nicht passt, dann ein neues kaufen, am besten zwei Nummern größer. Und was Schal, Handschuhe und Mütze angeht, da darf sich der Fan freuen: Endlich kann das gesamte Sammelsurium an Fanartikeln ausgepackt und getragen werden.

Eincremen: Auch die Pflege darf nicht vernachlässigt werden, wenn das Kälte-Rot im Gesicht nicht zum Dauer-Teint werden soll. Mit einer reichhaltigen Fettcreme dick eincremen, besonders die Stellen, die nicht durch Kleidung zusätzlich geschützt ist, sprich das Gesicht. Aber auch die Hände sollte man gut eincremen, wenn man sie doch mal aus der Doppelschicht Handschuhe nimmt, um den heißen Tee zu trinken.

Piercings: Körper- und Ohrschmuck jeglicher Art können schnell an der Haut festfrieren. Metall leitet Kälte besonders gut und kann die Haut an Gesicht oder Ohren verletzten. Daher den Körperschmuck lieber entfernen und stattdessen eine ordentliche VfB-Fan-Bemalung auf die wenigen freien Stellen des Körpers zaubern.

Wärmeaccessoires: Zusätzlichen Schutz vor der Kälte bieten Decken und Kissen. Hat man einen Sitzplatz, dann sollte auf den Sitz unbedingt ein Kissen gelegt werden – Plastik kann sehr kalt werden. Ob im Sitzen oder Stehen, die Decke zum Einwickeln hilft immer. Ein Tipp der etwas außergewöhnlichen Art: eine Styropor-Platte zum Draufstellen. Bietet erstens einen bessere Sicht und zweitens und in diesem Fall wichtiger: sie isoliert und hält so die Kälte von den eisigen Steinfließen ab. Erhöht vielleicht nicht unbedingt den Coolness-Faktor, aber tut das bei diesem Wetter überhaupt irgendetwas? Ein andere Möglichkeit ist jahrhundertealt, nur heute in anderer Form verpackt: die Thermopads als Taschenwärmer. Sie spenden lange Wärme und sind klein und handlich für die Tasche. Und als Clou: es gibt entsprechende Thermopads für Füße und Körper. Zusätzlich als Einlegesohle in die Schuhe legen oder an diverse Stellen am Körper kleben, da selbstklebend, und schon hat man das Rundum-Wärme-Wohlfühlpaket. Und da sie einige Stunden wärmen, bleibt es auch auf der Hin- und Rückfahrt zum Stadion kuschelig warm.

Bewegung: Zu guter Letzt: die Stadion-übliche und Begeisterung ausdrückende Bewegung. Ob das ein Auf- und Niederhüpfen ist, ein Hochreißen der Arme beim Torjubel oder das rhythmische Körperaufbäumen bei der La-Ola-Welle. Alles gut, alles hilft. Nicht nur gegen die eigene Kälte, sondern klar auch dem Spiel und der Mannschaft auf dem Rasen.

Vfb-Fans trotzen der Kälte – komme, was wolle, wie jetzt „Cooper“. Keine Minusgrade zwingen den waschechten VfB-ler, im Warmen zu bleiben und sich das Spiel live entgehen zu lassen. Dennoch können auch dem eisernen Fan die Tipps und Tricks helfen, dass die Kälte während der 90 Minuten nicht ganz so spürbar ist. Natürlich brennt allein die Begeisterung für die Mannschaft ausreichend, um den Körper gleich drei Mal zu wärmen. Trotzdem kann zusätzliche Wärme kaum schaden.

Kommentare (5)
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FEB
08
p.kauffi, 15:56 Uhr

Danach

tuts immer am Meisten weh. Nach einem mageren Remis ein Sieg zufordern, grenzt an den Wunsch einen fehlerfreien Banhof zu bauen. Da hilft kein Aufwärmen,eincremen! Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Lachende Bayern und ganz niedergeschlagene Brustringfans..ärgern die sich dann rot?

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FEB
08
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, 11:52 Uhr

Gesundheitstipps

Vielen Dank für all diese bahnbrechenden Neuigkeiten - muss ich meinen Jungs direkt weitersagen...

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FEB
08
Carsten Zimmermann, 11:08 Uhr

Das beste Aufwärmmittel

ist ein begeisterndes Spiel unserer Jungs und ein Sieg.Danach ein Glühwein und die Welt ist in Ordnung. Geht das nicht,dann zumindest ein umkämpftes Spiel,obwohl ich vor Schreck eingefrorene Bayernfans am liebsten sehen möchte!Im Anschluß des Spieles müsste der Platzwart sie zwar mit dem Bunsenbrenner wieder auftauen,aber Kollateralschäden gibt es nun mal^^ Drücken wir die Daumen für ein gutes Spiel! Serien sind da um gebrochen zu werden,hoffentlich verletzt sich Schwalbe Robben beim ersten Versuch eine gelbe Karte zu schinden!

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