VfB-Manager Horst Heldt
"Vom Kopf her ist das schwer"
Thomas Haid,
25.02.2010 15:32 Uhr
Horst Heldt würde gerne noch eine Weile in der Champions League bleiben. Foto: dpa
Stuttgart - Für Horst Heldt war das Spiel gegen Barcelona der Beweis dafür, dass der VfB auf höchster Ebene mithalten kann. Die Probe aufs Exempel folgt für den Manager aber in der Bundesliga.
Wer nach diesem Spiel noch etwas zu mäkeln hat, dem kann man auch nicht mehr helfen. Das war einfach klasse.
Schon öfter - aber nicht gegen einen solchen Gegner. Der FC Barcelona ist die beste Mannschaft der Welt. Insofern ist die Leistung nicht hoch genug einzuschätzen. Die Mannschaft hat sich richtig gut geschlagen und alles abgerufen, was wir abrufen können. Darauf können alle stolz sein.
Wenn Sie nach der Partie in der Kabine gewesen wären, hätten Sie erlebt, dass die Spieler auch ziemlich enttäuscht waren. Unter dem Strich hätte mehr herauskommen können. Das soll unseren Auftritt jedoch nicht schmälern. Wir hatten zwar nur 30 Prozent Ballbesitz, aber wir haben aus diesen 30 Prozent mehr gemacht als Barcelona aus seinen 70 Prozent. Die größeren Chancen hatten wir.
Nein, weil wir gut waren. Barcelona war nicht lustlos und sagte nicht, heute machen wir halblang. Die wollten, aber sie konnten nicht - weil wir das verhindert haben.
Die Abgeklärtheit und die Überzeugung, dass sich ihre Spielphilosophie früher oder später durchsetzen wird. So haben sie auch nach dem Rückstand ihre Linie nicht verlassen. Das war das Bemerkenswerteste für mich, dass sie immer die Ruhe bewahrten.
Vor gut zwei Jahren bekamen wir es in der Champions League ja schon mal mit Barcelona zu tun. Im Vergleich dazu haben wir uns weiterentwickelt. Wir stehen nicht umsonst im Achtelfinale. Die Mannschaft hat diese Qualität. Wir waren in diesem Spiel am Dienstag auf Augenhöhe - mindestens.
Diese Frage lässt sich erst am Ende der Saison beantworten. In der Champions League haben wir zwar alle Erwartungen erfüllt, aber es gibt auch noch eine andere Seite. In der Liga hinken wir hinterher.
Nein, diese Notwendigkeit sehe ich nicht. Am Samstag treffen wir auf Frankfurt. Die sind richtig gut drauf. Vom Kopf her ist dieses Spiel brutal schwer für uns. Das ist die nächste Herausforderung.
Wenn wir gegen Frankfurt gewinnen, können wir uns darüber noch mal unterhalten.
Wir wollen ihn unbedingt noch länger an uns binden - und wir wissen auch, dass wir sein erster Ansprechpartner sind.
Wir haben einen gemeinsamen Zeitplan entworfen, der völlig unabhängig von der WM ist. In den nächsten Wochen wird es da eine Bewegung geben. Daran wollen wir festhalten. Das meinen beide Seiten ernst.
Warum?
Wir sind nicht Kazan. Wir sind der VfB und haben Selbstvertrauen genug.
Herr Heldt, Sie sehen sehr zufrieden aus.
Wer nach diesem Spiel noch etwas zu mäkeln hat, dem kann man auch nicht mehr helfen. Das war einfach klasse.
Wann haben Sie den VfB zum letzten Mal so gut gesehen wie am Dienstag?
Schon öfter - aber nicht gegen einen solchen Gegner. Der FC Barcelona ist die beste Mannschaft der Welt. Insofern ist die Leistung nicht hoch genug einzuschätzen. Die Mannschaft hat sich richtig gut geschlagen und alles abgerufen, was wir abrufen können. Darauf können alle stolz sein.
Ist das Ergebnis angesichts dessen nicht sogar ärgerlich?
Wenn Sie nach der Partie in der Kabine gewesen wären, hätten Sie erlebt, dass die Spieler auch ziemlich enttäuscht waren. Unter dem Strich hätte mehr herauskommen können. Das soll unseren Auftritt jedoch nicht schmälern. Wir hatten zwar nur 30 Prozent Ballbesitz, aber wir haben aus diesen 30 Prozent mehr gemacht als Barcelona aus seinen 70 Prozent. Die größeren Chancen hatten wir.
Weil der Gegner einen schlechten Tag erwischt hatte?
Nein, weil wir gut waren. Barcelona war nicht lustlos und sagte nicht, heute machen wir halblang. Die wollten, aber sie konnten nicht - weil wir das verhindert haben.
Was kann der VfB trotzdem noch von Barcelona lernen?
Die Abgeklärtheit und die Überzeugung, dass sich ihre Spielphilosophie früher oder später durchsetzen wird. So haben sie auch nach dem Rückstand ihre Linie nicht verlassen. Das war das Bemerkenswerteste für mich, dass sie immer die Ruhe bewahrten.
Was ist in Bezug auf den VfB die wichtigste Erkenntnis des Abends?
Vor gut zwei Jahren bekamen wir es in der Champions League ja schon mal mit Barcelona zu tun. Im Vergleich dazu haben wir uns weiterentwickelt. Wir stehen nicht umsonst im Achtelfinale. Die Mannschaft hat diese Qualität. Wir waren in diesem Spiel am Dienstag auf Augenhöhe - mindestens.
Was bedeutet das für die Perspektive?
Diese Frage lässt sich erst am Ende der Saison beantworten. In der Champions League haben wir zwar alle Erwartungen erfüllt, aber es gibt auch noch eine andere Seite. In der Liga hinken wir hinterher.
Aber nicht mehr so weit. Wäre es da nicht an der Zeit, den Abstiegskampf für beendet zu erklären und neue Ziele auszugeben?
Nein, diese Notwendigkeit sehe ich nicht. Am Samstag treffen wir auf Frankfurt. Die sind richtig gut drauf. Vom Kopf her ist dieses Spiel brutal schwer für uns. Das ist die nächste Herausforderung.
Wann denken Sie bezüglich der Vorgabe in der Liga um?
Wenn wir gegen Frankfurt gewinnen, können wir uns darüber noch mal unterhalten.
Momentan laufen die Planungen für die nächste Runde auf vollen Touren. Die zentrale Frage lautet: Verlängert Sami Khedira seinen 2011 auslaufenden Vertrag oder verlässt er den VfB vielleicht schon im Sommer?
Wir wollen ihn unbedingt noch länger an uns binden - und wir wissen auch, dass wir sein erster Ansprechpartner sind.
Rechnen Sie nicht damit, dass Khedira die WM abwarten will, ehe er sich entscheidet?
Wir haben einen gemeinsamen Zeitplan entworfen, der völlig unabhängig von der WM ist. In den nächsten Wochen wird es da eine Bewegung geben. Daran wollen wir festhalten. Das meinen beide Seiten ernst.
Zunächst werden Sie aber vermutlich Ihren Kollegen von Rubin Kazan anrufen?
Warum?
Weil Rubin im Oktober mit 2:1 in Barcelona gewonnen hat und Ihnen von daher Tipps für das Rückspiel am 17. März geben könnte.
Wir sind nicht Kazan. Wir sind der VfB und haben Selbstvertrauen genug.
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