VfB-Stürmer Julian Schieber Das Sorgenkind macht Fortschritte
Marko Schuhmacher, 06.02.2012 06:57 Uhr
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Endlich wieder auf dem Weg nach oben: Julian Schieber gewinnt neues Selbstvertrauen nach seinem 1:1 gegen Bayern Leverkusen. Foto: dpa
Endlich wieder auf dem Weg nach oben: Julian Schieber gewinnt neues Selbstvertrauen nach seinem 1:1 gegen Bayern Leverkusen. Foto: dpa
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Stuttgart - Da liegt der Ball kurz vor dem Strafraum, und Julian Schieber beginnt nachzudenken. Darüber, was passieren könnte, wenn er jetzt in die Mauer oder drüberschießt; darüber, dass es dann womöglich wieder heißt, er habe das Toreschießen verlernt. Am Ende entscheidet er sich, die Sorgen beiseite zu wischen - "ich habe mir gedacht: Was soll schon groß passieren?" Schieber nimmt Anlauf und zieht ab. Rechts unten rauscht sein Freistoß ins Tor von Bayer Leverkusen.

Es ist der Ausgleich zum 1:1 - ein wichtiges Tor für den VfB, noch wichtiger ist es für Schieber selbst. Es ist sein erster Treffer in dieser Saison, es ist das erste Ausrufezeichen, seit er im Sommer vom 1. FC Nürnberg nach Stuttgart zurückgekehrt ist. "Das Tor wird mir viel Selbstvertrauen geben", sagt der 22-jährige Stürmer, "dadurch wird viel Ballast von mir abfallen."

"Es war eine sehr schlimme Zeit"

Unter vielen VfB-Sorgenkindern im vergangenen halben Jahr ist Schieber das vielleicht größte gewesen. Mit großen Hoffnungen war er nach dem Ende des Ausleihgeschäfts mit Nürnberg wieder zum VfB gekommen. Er sei nicht mehr "der kleine Jugendspieler", hatte er gesagt, er wolle jetzt Verantwortung übernehmen und ein Leistungsträger werden. Umsetzen kann er davon jedoch nichts, da ihm sein Körper einen Strich durch die Rechnung macht.

Aus Nürnberg bringt er eine schwere Muskelverletzung mit, hinzu kommt anschließend eine Entzündung am Schambein - eine komplizierte Verletzung, bei der niemand genau sagen kann, wann sie ausgeheilt ist. Schieber macht sich ernsthafte Sorgen und sagt heute: "Es war eine sehr schlimme Zeit."

Schieber präsentierte sich zu verhalten

Erst Anfang Dezember meldet er sich einsatzbereit. Beim 2:2 gegen Köln wird er eingewechselt, bei der 1:2-Niederlage gegen die Bayern spielt er erstmals von Beginn an. Es ist jedoch unübersehbar, dass er meilenweit von jener Verfassung entfernt ist, die ihn in Nürnberg zu einem der wichtigsten Spieler gemacht hat. Ihm fehlen nicht nur die Spielpraxis und die Wettkampfhärte, ihm fehlt auch jegliches Selbstvertrauen. Als trüge er einen schweren Rucksack auf den Schultern, so trabt Schieber im Stuttgarter Angriffszentrum auf und ab, und so präsentiert er sich zumeist auch im Training.

Er habe ihm von Beginn an "unheimlich viel Vertrauen" entgegengebracht, sagt Bruno Labbadia nach dem 2:2 in Leverkusen, "deshalb hat es mich sehr verwundert, dass er im Kopf nicht so frei gewirkt hat". Während der Vorbereitung auf die Rückrunde übt der Trainer öffentlich Kritik und merkt an, dass er sich mehr erwarte, dass Schieber "zu verhalten" auftrete. Besser wird es allerdings auch in den ersten beiden Rückrundenspielen nicht, in denen der Stürmer eingewechselt wird.

Das Zurückkehren zu alter Größe ist sein nächstes Ziel

Auf der ungewohnten Position im linken Mittelfeld steht Schieber in Leverkusen wieder in der Startformation, bietet eine ansprechende Leistung - und zeigt somit erstmals, dass das Schlimmste hinter ihm liegen könnte. "Das Tor wird ihm unheimlich weiterhelfen", sagt Labbadia: "Ich hoffe, dass er jetzt seine Scheu ablegt und mehr aus sich herausgeht."

Julian Schieber selbst ist fest entschlossen, den nächsten Schritt zu machen. "Das alte Jahr ist abgehakt, ich habe es überstanden", sagt er. Und das Wichtigste sei: "Ich fühle mich endlich wieder topfit."

Kommentare (8)
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FEB
07
Geometer, 12:59 Uhr

Dreieck

...ich würde vorne so spielen: Schieber und Ibi, dahinter Cacau !

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FEB
06
Christian Boes, 14:50 Uhr

Konkurrenz im Sturm

Bruno lass doch mal den Cacau draußen damit Schieber endlich mal wieder etwas zeigen kann. Wann kamen das letzte Mal wirklich ansprechende Leistungen von Helmut? Ich kann mich nicht erinnern. Außerdem braucht Ibisevic auch noch Zeit, für mich hat er bislang nicht stattgefunden. Neben Schieber würde mir auch Okazaki sehr gut gefallen.

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FEB
06
afriend, 13:28 Uhr

@keep*UR*eyez*

wieso den? hatten wir einen besseren schützen in den letzten beiden jahren? :)

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