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Stuttgart - Otto Baric (78) muss im Nebenberuf Hellseher gewesen sein. "Kommt Frühling, kommt VfB", sagte der Trainer, der die Probe auf dieses Exempel aber nicht mehr selbst antreten konnte. Denn der Kroate wurde in der Saison 1985/86 nach einer nur neunmonatigen Amtszeit entlassen, ehe es für ihn in Stuttgart zum ersten Mal richtig Frühling wurde - am 1. März nach der 1:2-Niederlage am 25. Spieltag in Köln. Aber zumindest in den vergangenen drei Jahren stimmte die steile These, die Baric einst aufgestellt hatte.
Die Rückrunde 2008/09
Herbstdepressionen Nach der Hinserie belegte der VfB mit 25 Punkten nur den zehnten Platz. Als die Mannschaft zuvor nach 14 Spielen sogar auf Rang elf gestanden hatte, wurde der Trainer Armin Veh am 23. November 2008 beurlaubt und durch seinen Assistenten Markus Babbel ersetzt.
Frühlingsgefühle Im Mai lag das Team dann mit 64 Zählern auf Rang drei und qualifizierte sich sogar für die Champions League. Der VfB sammelte nach der Winterpause also 39 Punkte - nur der Meister aus Wolfsburg (43) wies eine bessere Bilanz auf. Der Trainerwechsel war offenbar der Weckruf, den die Mannschaft gebraucht hatte. Von den Profis schien eine Zentnerlast abzufallen. Dazu erwies sich der im Januar von 1860 München verpflichtete Timo Gebhart als Verstärkung. Und der von den Bayern ausgeliehene Georg Niedermeier war zumindest eine wichtige Ergänzung.
So fiel der Abgang des Führungsspielers Pavel Pardo, der im Winter nach Mexiko zurückkehrte, kaum ins Gewicht. Der VfB stellte sich neu auf. Nach dem 2:0 zum Rückrundenauftakt gegen Mönchengladbach folgte das Schlüsselerlebnis einen Spieltag später - ein 4:2 in Leverkusen. Die Mannschaft marschierte in die Königsklasse. Wirklich plausible Gründe, warum es zunächst so schlecht und anschließend so gut lief, fand der VfB indes nicht. Womöglich hing es mit im Fußball nicht ungewöhnlichen gruppendynamischen Prozessen zusammen, aber sicher war das nicht. Dieses Stochern im Nebel wiederholte sich in den nächsten Jahren - und es dauert im Prinzip bis heute an.
Die Rückrunde 2008/09
Herbstdepressionen Die Hinserie war total frustrierend. Mit nur 16 Punkten drohte an Weihnachten der Abstieg. Platz 15 war die schwere Hypothek, die das angeschlagene Team mit in die kurzen Ferien schleppte. Kurz zuvor hatte es wieder einen Trainertausch gegeben. Der Schweizer Christian Gross folgte auf Markus Babbel.
Frühlingsgefühle Danach gab es kein Halten mehr. Der VfB holte nach der Winterpause wie eine Saison zuvor exakt 39 Zähler und rutschte noch in den Uefa-Pokal. Damit stellte er jetzt sogar die beste Rückrundenelf - noch vor dem FC Bayern (37). Dazu war im Januar die Hackordnung innerhalb des Kaders stark verändert worden. Der im Dezember bereits als Kapitän entmachtete Thomas Hitzlsperger verließ den Club genauso wie Ludovic Magnin, der ebenfalls zu den Chefs im Team gehört hatte.
Für Magnin kam Cristian Molinaro - eine Rochade, die zu einer Qualitätssteigerung führte. Außerdem gelang es, die überzähligen und störenden Spieler Yildiray Bastürk und Jan Simak abzugeben. So wurde Ballast abgeworfen. Die Mannschaft spielte sich irgendwie wieder frei, wobei ein guter Rückrundenstart erneut die Basis legte: 3:1 gegen Wolfsburg. Das 4:1 am 20. Spieltag gegen Dortmund war das endgültige Zeichen auf Angriff.
Die Rückrunde 2010/11
Herbstdepressionen Nach kümmerlichen zwölf Punkten und dem 17. Platz beschäftigten sich die Vereinsverantwortlichen in der Winterpause bereits intensiv mit dem Szenario zweite Liga. Wie in den beiden Jahren zuvor überstand der Trainer die Krise nicht - dieses Mal waren es sogar zwei Trainer: zuerst Christian Gross und danach Jens Keller. Bruno Labbadia übernahm die Aufgabe, die selbst im Club als nahezu unlösbar galt.
Frühlingsgefühle Am Ende standen dann aber 42 Zähler und Rang zwölf in der Tabelle auf dem Konto. Nur drei Mannschaften waren in der Rückrunde noch besser als der VfB (30 Punkte) - der FC Bayern (36), Bayer Leverkusen (35) und Dortmund (32). Dabei hatte es im Januar finanziell kaum Möglichkeiten gegeben, um den Kader entscheidend umzurüsten.
Mauro Camoranesi ging - und es kamen nur TamÖs Hajnal und Shinji Okazaki, "die aber auch einen neuen Geist in die Truppe brachten", wie der Manager Fredi Bobic heute noch sagt. Wieder schuf ein geglückter Rückrundenauftakt mit dem 1:0 gegen Mainz die Voraussetzungen für den Klassenverbleib. Das 3:2 am 21. Spieltag beim Mitkonkurrenten aus Mönchengladbach gab den Spielern dann den Glauben an das Gelingen der Mission zurück.
Die Rückrunde 2011/12
Herbstdepressionen Mit 22 Punkten ist der VfB nun Achter. Damit hat er drei Zähler weniger als nach der Hinserie 2008/09. Obwohl die Lage tabellarisch nicht so bedrohlich erscheint wie zuletzt, muss wieder ein negativer Trend gestoppt werden. Denn in den letzten acht Spielen vor Weihnachten konnten nur ein Sieg und magere sechs Punkte eingefahren werden. Am Samstag ist der FC Schalke der erste VfB-Gegner nach der Winterpause. Im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren ist der Trainer mit Bruno Labbadia im Januar noch der Gleiche wie im November.
Verpflichtet wurde bisher nur der Nachwuchsmann Gotuku Sakai (20) aus Japan. Verlassen hat die Stuttgarter in dieser Transferperiode noch kein Spieler, obwohl sich der Club gerne von dem ein oder anderen trennen würde. Dafür wurde die Hierarchie im Team verändert. Cacau flog aus dem Mannschaftsrat, Matthieu Delpierre ist nicht mehr Kapitän, sondern Serdar Tasci.
Kommt Frühling, kommt VfB? Was in dieser Situation auch wieder bleibt, ist die Hoffnung darauf, dass Baric erneut recht behält. Ob die Mechanismen jedoch tatsächlich so einfach sind, ist ungewiss.


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@ kauffi !!!
100 PROZENT kauffi´s meinung!! .. ich setz noch ein drauf! selbst wenn schalke gladbach und leverkusen verloren geht.. ist in den darauffolgenden 13 partien immernoch rein rechnerisch der internationale wettbewerb möglich!!! ..
@ P.Kauffi
Die Kommentare, die Du zuvor vernehmen durftest ist nichts anderes als ein öffentlich gemachtes, berechtigtes Mißtrauen gegenüber dem Team, Trainer sowie "Stuttgarter Weg"! Auch traditionsreiche Rückrunden, in dem der VfB stets auftrumpfte können reissen! Den meissten der Fans ergeht es wie mir: das Vertrauen ist nicht da! Es fehlt noch an allen Ecken und Kanten. Und wenn sie nicht aufpassen, dann grüßt Eintracht Frankfurt, die sich in der Vorrunde auch auf sicherem Terrain befunden hatten und danach das böse erwachen kam. Auch die sind zumindest gedanklich positiv in die Rückrunde gestartet. Das Endergebnis ist allen bekannt, auch den VfB Fans. Und diese Angst geht einfach um, weil die Mannschaft des VfB in der Vorrunde kein Enthusiasmus sowie Sicherheit versprühte.
Der Ball ist
rund. Ein Spiel dauert 90 Minuten, manchmal auch ein paar Minuten länger. Statistik ist die Dokumentation der Vergangenheit. An alle Glaskugelbesitzer, Besserwisser, Kritisierer: wir werden alle abwarten müssen, wie die kommenden 3 Spiele laufen und dann sehen wir zumindest ansatzweise wohin die Reise geht. Also: abwarten. Übrigens: die Kritik an den handelnden Personen im Vorstand (Mäuser, Ruf, Hundt) wird nicht dadurch besser bzw. stichhaltiger weil man sie andauernd wiederholt ! Und noch was: die Wahrheit liegt auf dem Platz............... !