VfB Stuttgart Bobic geht erst einmal einkaufen
Thomas Haid, 27.07.2010 17:35 Uhr
Der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete Fredi Bobic (rechts) soll gleichgestellt mit Jochen Schneider arbeiten. Beide tragen den Titel Sportdirektor. Foto: Baumann
Der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete Fredi Bobic (rechts) soll gleichgestellt mit Jochen Schneider arbeiten. Beide tragen den Titel Sportdirektor. Foto: Baumann
""Ich mache mir Sorgen, aber das tue ich jetzt schon seit Wochen.""
Der Trainer Christian Gross zur Personalpolitik

Stuttgart - Die Hauptperson des Tages schmunzelt, als Ulrich Ruf den Blick in die Zukunft mit einer Episode aus der Vergangenheit beginnt. Genauer: aus den Jahren 1994 bis 1999. Damals spielte Fredi Bobic beim VfB, aber das ist jetzt nicht das Thema. Der Finanzchef erzählt, dass Bobic früher für ihn ein extrem unbequemer Widersacher gewesen sei, speziell in den Verhandlungen über die Spielerprämien. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Seitdem hat sich vieles verändert - vor allem Bobic.

Diesen Eindruck hat Ruf von seinem Nebensitzer in den zurückliegenden Gesprächen gewonnen. Demnach hat der VfB einen besonnenen Manager verpflichtet. » Als Spieler war Bobic dagegen impulsiv. Aber das Flegelhafte in ihm ist offenbar im Laufe der Wanderjahre verloren gegangen, die er nach seiner Stuttgarter Ära in Dortmund, bei den Bolton Wanderers, Hannover 96, Hertha BSC und NK Rijeka verbracht hat. "Ich wollte die große weite Welt sehen - und das habe ich", sagt er. Jetzt ist er von dieser Reise zurück.

Horizonterweiterung in Bulgarien


Auf den Stationen zwischendurch erweiterte Bobic seinen Horizont, indem er nach der Karriere beispielsweise ein Praktikum bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) absolvierte. Zudem war er für verschiedene Medien tätig - und seit März 2009 als Geschäftsführer des bulgarischen Erstligisten Chernomorets Burgas. Insofern bringt er für seinen neuen Job bessere Voraussetzungen mit als der Vorgänger Horst Heldt, der bei seinem Amtsantritt im Januar 2006 keinerlei Erfahrungen im Management hatte.

Entscheidend wird jedoch sein, wie die Zusammenarbeit mit dem ihm gleichgestellten Sportdirektor Jochen Schneider und mehr noch mit Christian Gross funktioniert. Während Bobic am Dienstag im Presseraum des Stadions präsentiert wird, hält der Trainer draußen auf dem Platz eine Übungseinheit mit der Mannschaft ab. Hinterher sagt Gross: "Ich kenne Bobic nicht, und er kennt mich nicht. Aber wir haben ein gemeinsames Ziel: Erfolg mit dem VfB."

Über den Weg dahin haben sich beide am Montag unterhalten. Da dürfte der Trainer darauf gedrungen haben, ganz schnell zwei Verstärkungen für die Außenpositionen zu holen. Denn auf die Frage, ob seine Geduld da nicht langsam zu Ende sei, antwortet Gross: "Ich mache mir Sorgen, aber das tue ich jetzt schon seit Wochen."

Warten auf den Wechsel von Khedira


So lange laufen die Verhandlungen des VfB mit Ibrahima Traoré (Augsburg), Philipp Degen (Liverpool) und André Ayew (Marseille) bereits, ohne dass es einen Abschluss gibt. Und mindestens ein paar weitere Tage wird der Trainer auch noch warten müssen. Denn alles hängt davon ab, wann der Wechsel von Sami Khedira zu Real Madrid perfekt ist (die StZ berichtete).

Kommentare (7)
Anzeigen
JUL
28
Vfbler, 15:30 Uhr

vorsicht

MV wieder zurückholen? Damit er den Verein erneut an den Rande des Bankrotts steuern kann? Ich gebe zu, mir geht diese Erbsenzählerei und das ewige gedrücke der Ablösen auch ziemlich auf die Nerven. Und für Traore die eine Million noch draufzulegen wäre wirklich kein Beinbruch. Aber im Endeffekt ist mir der sichere Kurs eindeutig lieber als das Schalker Schuldenmodell.

JUL
28
max, 14:59 Uhr

sparen beim vfb

jetzt gehoert mal kraefig aufgeraeumt beim vfb. die machen fast 12 mio gewinn, verkaufen jetzt khedira und bringen es nicht fertig, traore, EIN KLASSESPIELER, fuer schlappe 2 mio nach stuttgart zu holen. staudt, ruf, schneider raus und mv wieder beschaeftigen. UNGLAUBLICH, DIESER VORSTAND WOOLT IHR OBEN MITSPIELEN ODER IM MITTELMASS VERSUMPFEN

JUL
28
nilodirf, 10:58 Uhr

Sachverstand

Was die meisten vom fussballerischen Sachverstand geprägten VfB - Anhänger nicht verstehen ist, dass der VfB sich mit über 100 Millionen Umsatz über die Jahre zu einem gut aufgestellten mittelständischen Unternehmen entwickelt hat. Das Geschäftsmodell heißt Fussball. Neben Fussballerischen Sachverstand, über den Fredi Bobic und Jochen Schneider satt verfügen, benötigt man kaufmännischen und vor allem Unternehmerischen Sachverstand. Genau dafür braucht man Leute wie Dieter Hundt. Er hat als Unternehmer und Funktionär diesen Sachverstand der notwendig ist, ein solches Schiff wie den VfB durch schwere wirtschaftliche Zeiten zu manöverieren. Und da Freunde, hilft fussballerischer Sachverstand leider wenig! Da hilft, wie im Fussball, nur ein funktionierendes Team. Deshalb bitte mehr Respekt für gestandene Persönlichkeiten wie Hundt, Staudt und Ruf und eine Chance für Freddy und Jochen Schneider.

Kommentar-Seite 1  von  3