VfB Stuttgart Der Weltmeister von der traurigen Gestalt
Marko Schumacher, 13.01.2011 07:30 Uhr
Ein Bild aus den hoffnungsvolleren Anfangstagen: Mauro Camoranesi. Foto: dpa
Ein Bild aus den hoffnungsvolleren Anfangstagen: Mauro Camoranesi. Foto: dpa
Stuttgart - Das Regelwerk im Training des VfB ist manchmal gnadenlos. Wer zum Beispiel beim Sprinten als Letzter ankommt, muss zwanzig Liegestützen machen. Zweimal trifft es Georg Niedermeier, brav absolviert der Innenverteidiger das vorgesehene Pensum. Dann erreicht Mauro Camoranesi als Schlusslicht das Ziel. Auch er geht in die Horizontale - bricht allerdings schon nach zehn Liegestützen wieder ab.

Man muss das verstehen. Einerseits ist Mauro Camonaresi schon 34, in einem Alter also, in dem der Körper meist nicht mehr so leistungsfähig ist wie bei einem 22-Jährigen. Und andererseits fällt es schwer, das Letzte aus sich rauszuholen, wenn man ohnehin keine Hoffnung hat, wenn man mit seinem Verein schon abgeschlossen hat und möglichst schnell gehen will. "Für den VfB und für mich wäre es die beste Lösung, wenn wir uns wieder trennen würden", sagt Camoranesi.

Erst Ende August, am letzten Tag der Sommertransferfrist, ist der gebürtige Argentinier verpflichtet worden. Als großer Hoffnungsträger kam er nach Stuttgart, er hat schließlich jahrelang für Juventus Turin gespielt und 55-mal für die italienische Nationalmannschaft, er ist in der Serie A dreimal Meister geworden und 2006 Weltmeister mit der Squadra azzura. Ein Mann mit solch geballter Erfahrung, so hieß es, könne der jungen VfB-Mannschaft entscheidend weiterhelfen.

Mauro Camoranesi als Symbol einer verfehlten Vereinspolitik


Eine Gelegenheit, sein Können zu zeigen, hat Camoranesi dann jedoch kaum bekommen. Nur dreimal stand er in der Vorrunde der Bundesliga in der Startelf, in vier weiteren Spielen wurde er eingewechselt. Die Zweifel, die es im Umfeld des Vereins schon vor dem Wechsel gab, sind bei diesen Auftritten bestätigt worden. Camoranesi ist nicht mehr der schnelle Außenspieler, der er einmal war; er wusste nie so recht, was er tun sollte, ihm fehlte jegliche Bindung zum Spiel.

Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er beim VfB viel Geld verdient - niemand hat den Club gezwungen, dem alternden Weltstar einen Vertrag zu geben. Man kann ihm auch nicht vorwerfen, dass er sich nicht integrieren würde - "voller Hoffnung und Euphorie" sei er mitsamt der Familie nach Stuttgart gekommen. Und niemand kann es Camoranesi zur Last legen, dass der VfB zeitgleich das junge Eigengewächs Sebastian Rudy nach Hoffenheim verkaufte und im Gegenzug einen 34-Jährigen holte.

Kommentare (33)
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JAN
14
Frank Rempfer, 08:33 Uhr

@Anderl

Vielleicht ist es dem "Fachmann" Anderl entgangen das letztes Jahr beim Doppelpass-Stammtisch Oliver Pfad ausgeplaudert hat, dass es Bobic war, der (und zwar nicht im Alleingang, sondern mit Billigung des Präsidenten) Camoranesi verpflichtet hat. Gross hat von Beginn an ZWEI schnelle Aussen gefordert und einen Innenverteidiger. Von einem Mitglied meines Fanclubs weiss ich, daß, da dieser Staudt während eines Telefonates auf Camoranesi angesprochen hat, dieser sinngemäss gesagt hat: "Camoranesi sei ein Schnäppchen gewesen, da habe man zuschlagen müssen". Soviel Monsieur Anderl, zur Fabel, Gross habe Camoranesi gefordert. Und zu Schwatzbacke Bobic sage ich persönlich hier lieber gar nichts mehr. Wenn im übrigen Heldt die Brocken vermutlich deshalb hinschmeisst, weil man im Vorstand und AR das Geld für nötige Verstärkungen nicht freigibt (nehme ich einfach mal an, ich war ja nicht persönlich anwesend), und man Planungen entsprechend vorantreibt, darf die Personalie Bobic keinesfalls als Entschuldigung dafür herhalten, daß man 4 Wochen verloren hat, oder arbeiten beim VfB Stuttgart nur zwei Personen (Schneider und Bobic/Heldt) an Verstärkungen ? Viel eher wahr wird es sein, daß man auf SCHWARZE ZAHLEN setzt, zudem keinerlei Plan und sportliches Konzept hat, des Trainers Konzept nicht umsetzen will etc. pp.

JAN
13
POLC1, 20:59 Uhr

@HDC

Ich finde es schon witzig, wenn Sie die Rechtschreibung anderer Kommentatoren kritisieren bzw. ins Lächerliche ziehen und selbst sind Sie nicht einmal in der Lage den Namen des Präsidenten des VfB korrekt zu schreiben. der Herr heißt nämlich Staudt und nicht wie von Ihnen geschrieben "Staud"!!!!!!

JAN
13
anderl, 19:27 Uhr

einkaufspoitik

lasst doch endlich mal den freddy in ruhe. 1. kam er sehr spät, und konnte in den transfermarkt nicht mehr groß eingreifen. 2. haben wir noch einen sportdirektor von dem keiner spricht, der schon ewig an den schrauben dreht. 3.wollte der viel gelobte hr.gross den italo men. hr gross hat es nichtgeschafft auch nur ansatzweise die manschaft fit zu bekommen, dafür ist natürlich auch wieder freddy verantwortlich. 4. wenn meine vorgesetzten mir keine kohle zum einkaufen zu verfügung stellen kann ich nur zweit oder dritte wahl spieler kaufen, natürlich ist da wieder freddy schuld. 4.ihr könnt auf hund herumhacken ,sehe ich auch so,aber lasst doch mal den frddy in ruhe arbeiten. anderl

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