VfB Stuttgart Die Illusion von der großen Lösung

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Die Managersuche beim VfB Stuttgart verläuft speziell. Es hat ein Gespräch stattgefunden, doch Ralf Rangnick hat dem Verein abgesagt. Er will beim Fußball-Bundesligisten nicht als neuer Sportdirektor einsteigen.

Für die Fans ist klar: der VfB soll wieder zur großen Nummer werden – über das Wie gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. Wer alles als Kandidat diskutiert wurde,   zeigen wir in unserer Bilderstrecke. Foto: Baumann 7 Bilder
Für die Fans ist klar: der VfB soll wieder zur großen Nummer werden – über das Wie gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. Wer alles als Kandidat diskutiert wurde, zeigen wir in unserer Bilderstrecke.Foto: Baumann

Stuttgart - Das haben sich die Chefs ganz anders vorgestellt. Einfacher, und auch eher so wie sie es aus der freien Wirtschaft kennen, wenn es eine Schlüsselposition zu besetzen gibt. Da wird ein Anforderungsprofil erstellt, im Gespräch mit den Kandidaten abgeklopft, die dann natürlich alle ihre Bereitschaft signalisieren, den Job zu übernehmen – und danach suchen sich die Bosse den besten Mann heraus.

Doch die Managersuche beim VfB Stuttgart verläuft speziell. Trotz der Bemühungen des Präsidenten Bernd Wahler und des Aufsichts­ratsvorsitzenden Joachim Schmidt. Für sie ist die Mercedesstraße nach wie vor eine Topadresse im Fußballgeschäft. Ein Standort mit schönem Stadion, potenten Sponsoren und noch immer einem stattlichen Personaletat.

Allein, das reicht nicht an Anziehungskraft. Denn nach StZ-Informationen hat Ralf Rangnick dem VfB definitiv abgesagt. Aus Mangel an Perspektive, wie man hört. Und wenn man Rangnicks Ausführungen dabei richtet deutet, dann gibt es ihn ohnehin – wenn überhaupt – nur ganz oder gar nicht. Was dieses ganz beim Fußballvisionär aus Backnang bedeutet, lässt sich leicht am RasenBallsport Leipzig erkennen: meine Philosophie, mein Personal, mein Projekt. So sieht es der Sportdirektor des Leipziger Zweitligisten. Übertragen auf den VfB würde das wohl heißen: neuer Trainer, neue Mannschaft, aber auch ein neuer Finanzchef und neue Strukturen.

Der VfB ist nicht zum radikalen Schnitt bereit

Doch zu diesem radikalen Schnitt ist man in Stuttgart nicht bereit. Ein bisschen Neuerung reicht – was auch daran liegt, dass sich einige der handelnden Personen bei einer Entscheidung für die Revolution selbst aus dem Feld schießen würden. Und überhaupt: wer sagt denn, dass es beim VfB einen Sportchef mit allen Kompetenzen braucht? Ähnlich wie beim Hamburger SV mit Dietmar Beiersdorfer nach der Ausgliederung der Profis aus dem Gesamtverein.

Diese Frage stellt sich in dieser oder abgewandelter Form seit der Trennung von Fredi Bobic vor fünf Wochen immer wieder. Die Antwort bleibt aber nach wie vor diffus, weil sich der Club in einer Findungs- und Sondierungsphase befindet, in der es vor allem eines zu klären gilt: Was soll der künftige Manager eigentlich genau machen? Die einen liebäugeln mit der großen Lösung – dem Strategen, der den VfB auf sportlicher Ebene in die Zukunft führt. Die anderen plädieren für einen Schaffer, der eine solide Kaderplanung vorantreibt. Und wieder andere wünschen sich eine frische, charismatische Figur für den Verein, der für die beabsichtigte Fußball-AG des VfB bei den Mitgliedern und Investoren die nötige Überzeugungsarbeit leistet.

Ein klarer Plan lässt sich daran jedoch nicht zwingend erkennen. Weshalb die Bandbreite von eben von Ralf Rangnick, dem extremen Erneuerer, bis hin zu Michael Zeyer, dem stillen Veränderer der Stuttgarter Kickers, reicht. Selbst ein Jens Lehmann als Berufsanfänger wird von offizieller Seite nicht gänzlich ausgeschlossen. Es sei denn, man hört bei Armin Veh genau hin. Der Trainer hält nichts davon, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der außer seiner Prominenz erst einmal nicht so viel an Qualifikationen mitbringt.

Der VfB lässt sich nicht hetzen

So verdichtet sich rund um den VfB in der Außenwahrnehmung die Annahme, dass es bei der Managersuche nicht vorangeht, dass die Fahndung nach dem geeigneten Mann sogar einer gewissen Beliebigkeit unterliegt. Doch die Clubverantwortlichen wollen sich weiterhin nicht treiben lassen. Sie verweisen darauf, dass es auch kein Zeichen von Passivität sei, wenn sich nach vielen Gesprächen immer noch nichts konkretisiere.

Doch ob die Zeit, die sich der VfB nimmt, für oder gegen ihn spricht, vermag niemand zu sagen. Offensichtlich erscheint nur, dass der Verein auf die Nach-Bobic-Ära nicht vorbereitet war. Das ehrt die Chefs einerseits, setzt sie aber andererseits der Kritik aus, naiv gehandelt zu haben. Was zu dem Punkt führt, dass es der VfB gerade ohnehin nicht recht machen kann. Gehetzt fühlen sich die Stuttgarter trotzdem nicht. Weil sie in Veh über jemanden verfügen, der sich nicht nur als Übungsleiter versteht und in die Transfergeschichten einbringt. Und in Jochen Schneider verfügt Veh bis auf weiteres über jemanden, der die Umsetzung abwickeln kann und als Sportdirektor auch den Unterbau kennt und mitsteuert. Zumindest das Tagesgeschäft läuft also beim VfB.

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6 KommentareKommentar schreiben

Der Lehrer aus Backnang: Ich glaube auch, dass Rangnick nicht die Richtige Person gewesen wäre. Er ist gut im Aufbau von Strukturen und Vereinen. Das hat er ja bereits zweimal unter Beweis gestellt. Beim VfB sind jedoch andere Aufgaben zu bewältigen. Hier müssen zwar auch Strukturen angepasst und einiges professionalisiert werde. Es ist aber mehr ein Umbau als ein Aufbau. Vielleicht fehlt auch gar nicht so viel. Ich finde nur das Krisengeschreibe nervig. Es war doch klar, dass es keine schnelle Lösung gibt. Die StZ hat es ja selbst geschrieben: Der VfB hat bei der Besetzung nur einen Pfeil im Köcher. Der erste Schuss muss sitzen. Darüber hinaus besteht kein schneller Handlungsbedarf. Wenn die Variante Schneider/Veh tatsächlich auch langfristig zur Diskussion steht sollte man den beiden auf jeden Fall noch etwas Zeit lassen. Ich bin auf alle Fälle zuversichtlich. Diesmal spielt die Zeit nicht gegen den VfB.

Andreas Stark: Danke für den guten Kommentar. Der VfB sollte sich tatsächlich keinen Manager suchen der alles an sich zieht. Das erinnert mich ein bißchen an Magath. Großen Erfolg hatte er mit dieser Vorgehensweise nur in Wolfsburg. In Schalke und Hamburg hingegen lief es ja nicht so gut. Und selbst in Fullham ist schon wieder Schicht im Schacht. Die Verantwortlichen tun sicherlich gut daran die Dinge wohl zu überlegen und nicht einem Mann das ganze Feld zu überlassen. By the Way: Wer würde denn eine Stelle analog zu Leipzig in seiner Firma verlassen und zur Konkurrenz gehen um dort neu anzufangen? Ich denke keiner, außer man wird mit einer deutlichen Gehaltssteigerung gelockt.

hat er nicht lt. stz: schon vor einiger zeit abgesagt?

VfB: was hat der denn schon erreicht als Trainer? Hoffenheim war ein guter Aufsteiger mit SAP, Schalke ? Na ja und Leipzig ist gut mit Red Bull. Der würde beim VfB doch eingehen. Da ist nämlich kein Geld da.

Tja: Da hat wohl der VfB eine Absage an Herrn rangnick erteilt und nicht umgekehrt wie im Artikel steht. schade, dass der VfB Angst vor neuerungen hat. Läuft ja alles prima

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