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Stuttgart - Dass er aus einer Familie von schwäbischen Schaffern kommt, das will und kann Julian Schieber gar nicht verleugnen. "Seine Leut", wie der Stuttgarter Stürmer sagen würde, betreiben in Weissach im Tal bei Backnang die Baumschule Schieber samt Gärtnerei. Also besitzt auch der Junior ein unverblümtes Naturell - und sagt zu seiner aktuellen Situation beim VfB: "Es ist nicht so, dass ich jetzt den ganzen Tag Rotz und Wasser heule - aber sauer bin ich schon! Obwohl ich nicht genau weiß, auf wen oder was."
Dass sich der Urschwabe Julian Schieber mit seiner aktuellen Rolle innerhalb des Teams von Bruno Labbadia nicht abfinden will, verwundert nicht: Im Vorjahr für eine Saison zum 1. FC Nürnberg ausgeliehen, wo ihm in 29 Bundesligaeinsätzen sieben Tore und acht Assists gelangen, kehrte Schieber im Sommer hoffnungsvoll zum VfB zurück, für den er bereits in der Jugend kickte. "Meine Zwischenbilanz ist natürlich nicht gut", sagt der 23-Jährige nun.
Wieder "absolut topfit"
Zunächst war es die vier Monate währende Schambeinverletzung, die Schieber davon abhielt, auch auf dem Fußballplatz Bäume auszureißen. Doch seit dem Wintertrainingslager im türkischen Belek ist der Angreifer wieder "absolut topfit". Das Problem ist nur: anders als in den drei Partien zum Ende der Vorrunde, als er noch körperliche Rückstände hatte, durfte Julian Schieber in 2012 noch nicht ganz vorne auf seiner Lieblingsposition Wurzeln schlagen. Dass dort aber seine größten Stärken liegen, ist nicht erst seit dem Nürnberg-Engagement bekannt.
Doch ganz vorne ist inzwischen der Neuzugang aus Hoffenheim, Vedad Ibisevic, gesetzt. Zudem hat der Trainer Bruno Labbadia wieder auf das Erfolgsmodell der vergangenen Rückrunde, das 4-2-3-1, umgestellt - und in diesem System zählten beim 2:4 in Hannover in einer enttäuschenden VfB-Elf gerade die beiden Außenstürmer Martin Harnik und Shinji Okazaki zu den Besten im Team. Das ist zusätzliches Pech für Schieber ("natürlich hat man als Stürmer das 4-4-2-System lieber, da hat man einen Partner und mehr Raum"), es ist aber auch schlecht für den Kollegen Cacau. Denn es spricht vor dem Heimspiel am Samstag gegen Freiburg wenig dafür, dass Labbadia seine Taktik wieder hin zum System mit zwei echten Spitzen abändert.
Der Bankdrückerkollege Julian Schieber
Gegen Freiburg blühte Schieber bisher aber regelmäßig auf, erzielte gegen den SC drei seiner bisher insgesamt elf Bundesligatore. Dennoch bleibt er wie Cacau wohl außen vor, wenn es um die aktuelle VfB-Startformation geht. Im Club der verhinderten Stuttgarter Torjäger kann sich Cacau, der einstige Vizekapitän, immerhin über die Nominierung für das DFB-Länderspiel gegen Frankreich freuen - und macht gute Miene zum bösen Spiel. "Wir machen beim VfB eine schwierige Phase durch", sagt Cacau: "Da zählt erst mal nur die Mannschaft. Das heißt aber nicht, dass ich mich mit meiner Situation abgefunden habe."
Im Vergleich zum Bankdrückerkollegen Julian Schieber besitzt Cacau wenigstens den Minimalvorteil, dass er in Labbadias Augen im Sturm die erste Alternative als Ergänzung zu Ibisevic ist. In Hannover wurde der 30-Jährige bereits zur Halbzeit eingewechselt. Bei Julian Schieber sah das anders aus: "Es ist schon ernüchternd, wenn du als Stürmer bei 0:4-Rückstand nach über einer Stunde Spielzeit immer noch nicht eingewechselt wirst", sagt der 23-Jährige, der in sieben Einsätzen für die U-21-Nationalelf fünf Tore erzielte.
"Das Selbstvertrauen leidet."
Große Rückendeckung von Labbadia hat Julian Schieber bislang ohnehin nicht erfahren. In der Vorrunde trotz fehlender Frische in den letzten drei Spielen eingesetzt, spielte der Backnanger zum Rückrundenauftakt auf Schalke auf der ungewohnten linken Seite - und machte seine Sache ordentlich. Beim Spiel in Leverkusen stand Schieber daher in der Startelf. Ihm gelang per Freistoß gar das Tor zum 1:1. Als er in der Pokalpartie gegen den FC Bayern, wo der VfB kollektiv versagte, schlecht spielte, war das Vertrauen des Trainers nach 70 Minuten wieder aufgebraucht: Schieber wurde ausgewechselt - und findet sich seither auf der Bank wieder.
"Das Selbstvertrauen leidet", sagt Schieber, der sich seine Rückkehr zum VfB noch ganz anders vorgestellt hatte. Denn der "Stuttgarter Weg" mit vielen Eigengewächsen wie ihm, den man ihm von Vereinsseite aus darlegte, ist bis jetzt nicht mehr als ein Trampelpfad. Hinter der Verlängerung des 2013 auslaufenden Vertrages steht aus Schiebers Sicht ein dickes Fragezeichen.


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Diese "stolpernde" Mannschaft ist...
...ein Spiegelbild des Gesamtvereins. Wenn wir seit Monaten dieses Hin und Her lesen, das der Stuttgarter Weg nicht funzt, das Spieler unzufrieden sind, das Qualität verkauft wird und Mittelmass eingekauft. Wenn wir das alles und noch einiges mehr in einen Topf werfen und uns dann vorstellen, was in diesem Club für ein Spirit durch die Katakomben wehen muss, ist für mich folgendes klar. Rangnick kennt den Verein und hat im Gegensatz zum VfB ein Konzept. Der wird sich diese Katastrophenführung nicht antun. Bobic und Labbadia sind die personifizierten Summen der Ungereimtheiten in diesem Club der letzten 4-5 Jahre. Bobic ist Manager geworden, da es kein anderer mangels Konzept in der Geschäftsstelle machen wollte. Labbadia ist eine der ersten Handlungen Bobic‘s, da Ihm Christian Gross wohl die Anfängerkompetenz absprach und auch Jens Keller in erster Linie als Notlösung für eine schlechte Vereinsführung herhalten durfte. Letzte Einlassung, ich glaube daran, das ein Trainer ein gewisses Charisma braucht, sowohl in die Führungsetage hinein als auch um eine Mannschaft zu formen. Der letzte, der hier diese Bedingung aus meiner Sicht erfüllte, war C.Gross. Nur, der Vereinsführung war wohl dieses Charisma etwas zu teuer. Und das der dann nach 6 oder 7 Spieltagen "entlassen wurde, hat für mich bereits die Ursachen in der Saisonvorbereitung, wo es meiner Überzeugung nach schon massives Gerangel um den richtigen Einkaufsweg des sich international gerierenden VfB Stuttgart gab und zw. Trainer und Verein ging. Da hat Bobic "gewonnen" und seinen Job behalten. Was er bis dato daraus machen konnte ohne wirklich ausreichende finanzielle Ausstattung, sehen wir ja seit Monaten. De "Stuttgarter Weg".
Auf gehts....
Es gibt eigentlich nur noch eins zu sagen: Schieber und weitere Junge rein ins Team und Bruno raus!
Fehler von Julian
Ich kann den Julian auf der einen Seite ein Stück weit verstehen, auf der anderen Seite wieder nicht, es geht ja nicht nur ihm so. Er war letzte Saison Mitglied in einem funktionierendem Verband, genannt "Mannschaft", und wurde zusammen mit Ekici und Gündogan zum "magischen Dreieck" hochgeschrieben. Jeder der 3 genannten wollte "den nächsten Schritt bei einem Topclub" machen, wobei ich den Julian noch am ehesten verstehen kann, er ist nun mal Stuttgarter mit Leib und Seele. Jetzt drücken alle 3 bei ihren aktuellen Vereinen die Bank. Vielleicht sollten die Jungs mal nicht so auf den schnellen Erfolg schielen, sondern sich mal 2-3 Jahre Zeit lassen, gerade wenn es wie letzte Saison in Nürnberg gut läuft. Gerade die jungen Spieler sind nun mal noch nicht so stabil, dass sie in einer neuen Mannschaft auch sofort ihr Potential abrufen können, da braucht es eben auch eine gehörige Portion Erfahrung.