VfB Stuttgart Gefangen in der eigenen Mittelmäßigkeit

Von  

Beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg hat sich wieder einmal gezeigt, dass selbst die Spieler des VfB Stuttgart aus ihren Leistungen nicht wirklich schlau werden. Die Partie in der StZ-Analyse.

Der VfB-Torschütze Ibrahima Traoré lässt sich von Schiedsrichter Tobias Stieler den Weg weisen. Foto: dpa 20 Bilder
Der VfB-Torschütze Ibrahima Traoré lässt sich von Schiedsrichter Tobias Stieler den Weg weisen.Foto: dpa

Stuttgart - Wer etwas Fantasie in das Stadion mitgebracht hatte, der durfte noch einmal hoffen, dass dieses Spiel doch noch ein perfektes Ende für den VfB Stuttgart nimmt. Wie der eingewechselte Alexandru Maxim in der Nachspielzeit den letzten Eckball hereinbringt, wie die Kugel bei Federico Macheda landet, und wie ihn der ebenfalls eingewechselte Stürmer ins Tor des 1. FC Nürnberg bugsiert.

Der Fußball schreibt öfter solche Geschichten. Und dann wären diese beiden schwäbischen Wintertransfers plötzlich nicht mehr als Notverpflichtungen dagestanden, sondern als gewiefter Coup des Managers Fredi Bobic und des Trainers Bruno Labbadia. Doch in der Mercedes-Benz-Arena liefert der Fußball gerade keine solchen Storys mehr, weshalb es beim 1:1 blieb und die (zu) hoch gesteckten Erwartungen an die Mannschaft mal wieder auf die ernüchternde Realität prallten.

Man ist ja immer noch geneigt, den VfB zu den Clubs in der Bundesliga zu zählen, die weiter nach oben gehören, die zumindest im zweiten Tabellensegment hinter dem FC Bayern, Borussia Dortmund und eventuell auch Bayer Leverkusen auftauchen sollten. Begründen lässt sich das mit der erfolgreichen Vergangenheit und der immer noch gute Möglichkeiten bietenden Gegenwart – auch mit dem eigenen Anspruch des Vereins und der Spieler.

Auf Augenhöhe mit Nürnberg

Allerdings lieferte die Begegnung mit den Nürnbergern auch reichlich Belege dafür, warum der VfB aktuell mit grundsätzlich schlechter eingestuften Mannschaften wie eben den Nürnbergern oder den Düsseldorfern sportlich auf Augenhöhe konkurrieren muss, und wie grundsätzlich weiter unten eingeordnete Vereine wie der SC Freiburg, der FSV Mainz 05 oder Eintracht Frankfurt den Stuttgartern den Rang ablaufen.

Es lassen sich jedenfalls genügend Szenen finden, die das Stuttgarter Spiel erzählen. Die zeigen, wie klug die VfB-Elf den fränkischen Gästen den Ball klaut und schnell nach vorne umschaltet – wie sie also vieles richtig macht, um am Ende doch etwas falsch zu machen. Einen Pass zu ungenau oder überhastet spielt, eine Flanke völlig verzieht, anstatt sie zum Mitspieler zu bringen, oder eben mal nicht aufpasst.

„Nur 43 Stunden nach der Europa-League-Partie in Genk wollten wir ökonomisch spielen. Das hat die Mannschaft fast perfekt umgesetzt“, sagt Labbadia. Nur einmal schaltete Raphael Holzhauser nicht richtig, schon war ihm Markus Feulner (77.) entwischt und glich die Führung durch Ibrahima Traoré (51.) aus.

Schwerer als die Unaufmerksamkeit des jungen Mittelfeldspielers wiegt jedoch, dass man nach zwei Dritteln der Saison immer noch nicht schlau wird aus diesem Team, es vielleicht sogar unmöglich geworden ist, aus den Darbietungen des VfB eine stabile Zukunft ableiten zu wollen. Denn selbst der Kapitän kann keine Konstanz verheißenden Aussichten formulieren. „Es kann ganz schnell gehen“, sagt Serdar Tasci, „und wir sind wieder oben dabei – oder eben unten.“

„Super wichtiges Spiel“ gegen Bochum

Das ist die Wahrheit – und sie offenbart gleichzeitig die Bandbreite des Stuttgarter Spektrums wie auch ein Kernproblem: der VfB ist nach wie vor zu einigem fähig. Aber trotz ihres unbestrittenen Eifers und ihrer ungebrochenen Leistungsbereitschaft bleibt diese Mannschaft auch sich selbst ein Rätsel. Und wer sollte das besser einschätzen können als Tasci, der 2007 zur Meistermannschaft gehörte, anschließend mit dem VfB in diverse Krisen schlitterte und sich mit den jeweiligen Trainern und Teams auch wieder herauskämpfte.

Einer dieser Krisenkämpfe endete sogar mal in der Champions League (2009). Doch über die Jahre sind rund um den Wasen nicht nur einige Trainer verschlissen worden, sondern es ging auch einiges andere verloren. Hier ein bisschen fußballerische Qualität, dort ein Stückchen Konzept und da ein wenig Glaubwürdigkeit. Insgesamt ist es also deutlich grauer geworden beim VfB, und fast scheint es so, als sei der Club in der eigenen Mittelmäßigkeit gefangen.

Zumindest in der Liga. Weshalb vermutlich nicht nur die Spieler die größte Chance darin sehen, die Saison durch die Cupwettbewerbe noch zu retten. Am Mittwoch erwarten die Stuttgarter den Zweitligisten VfL Bochum im Viertelfinale des DFB-Pokals. „Ein super wichtiges Spiel“, sagt Labbadia, „wie alle unsere Spiele.“

  Artikel teilen
19 KommentareKommentar schreiben

VfB-Fans: Ich bin seit 36 Jahren VfB Fan und der VfB hatte in dieser Zeit weiss Gott schon schlimmerer Situation zuüberstehen als die Heutige,aber auf eins konnte er sich immer verlassen auf seine Fans. Auch wir haben Kritik geübt ,aber nicht anonym im Chat oder Forum sonder Samstag lautstark im Station. Wenn hier einige Schreiben der VfB und sein Umfeld seien nur noch unteres Mittelmaß dan zurecht sachliche Kritik ist bestimmt angebracht. Aber zum Umfeld des VfB´s gehören auch seine Fans und ein grossteil der Schreiberlinge hier, sogenannte möchtegern Fans ,Fußballexperten und Hobbytrainer die hier ihre Hetzparolen,Beleitigung und unsachliche Komentare abgeben sind nicht mal mehr mittelmaß sondern unterste Schublade. VfB ein Leben lang.

Der VfB ist kein Rätsel!: Der VfB ist kein Rätsel Der Niedergang des VfB ist Strategie - von untauglichen Verantwortlichen. Wir können zwar alle hoffen (Hoffnung stirbt zuletzt), aber die Realität ist Unprofessionalität in der gesamten Führung. Und hier wird der Trainer mit eingeschlossen. Es ist nicht so, dass es nur Nörgler gibt... Aber nach über 40 Jahren VfB und selbst über 20 Jahre Trainer weiß ich schon 'einigermaßen', von was ich rede. 1. Fehler: In der Führung werden gravierende Strategie-Fehler gemacht. Mäuser kann den VfB nicht führen. Da gehört etwas mehr dazu. Zu Führung gehört Strategie. Zu Strategie gehört Marke. Zu Marke gehören Markenqualität, Menschen - und Wahrnehmung. (zugegeben: es kommt noch mehr hinzu). 2. Fehler: Für was steht der VfB eigentlich? Für sportlichen Niedergang? Ein Ausbildungsverein? Ich glaube, dann spinnt jemand! Der VfB braucht eine Achse mit 4 Klassespielern - und viele junge Eigengewächse hinzu. Und bitte nicht das Geld für weitere Gurken-Einkäufe zum Fenster rauswerfen! Der VfB hat genug junge Spieler - die brennen...! 3. Fehler: Der VfB ist keine Marke - und als solche nicht erkennbar! Mäuser wird das nie lernen. Mäuser soll endlich seinen Job richtig machen - und die Marke VfB richtig positionieren. Experten wissen wie das geht, dass eine Marke (Markenkern) wahrgenommen wird - Mäuser nicht. Sparen ist zwar ein Muss: aber dann sollte man sich daran orientieren, sonst wird man als 'unglaubwürdig' wahrgenommen. 4. Fehler: Die jungen Spieler werden nicht gebracht, schon gar nicht als 'Gesamtpaket'. Meist überhaupt nicht. Es gehört schon eine gehörige Portion Ignoranz hinzu, wenn man z.B. Rüder nicht konstant bringt. Der bringt schon mehrfach eine Klasse-Leistung - und wird mit der Ersatzbank belohnt! Wenn ein Trainer unter gleichwertigen Spielern auswählen kann, dann 'muss er junge Spieler bevorzugen.' Das weiß jeder Trainer - Labbadia nicht. Von taktischen Fehlern will ich erst gar nicht hier reden. Ich hoffe 'ganz bescheiden auf den Nicht-Abstieg' - und eine bessere Saison 13/14.

Blick durch die Dunkelrote Brille: habe ich leider nicht, deshalb muss ich leider auch wieder 'bruddeln'! Ich frage mich ernsthaft, was mache durch ihre 'dunkelrote' Brille sehen oder sehen wollen?? Labbadia hat die Mannschaft in den zwei Jahren seit er Trainer ist kein Stück voran gebracht, es ist für mich bei den Heimspielen erschreckend wie sich die Mannschaft präsentiert! Holzhauser war am Samsatg schlecht, o.k. aber andere spielen die ganze Saison schlecht und nehmen trotzdem Talenten den Stammplatz weg! Molinaro hat sich am Samstag bei 1:1 wieder eine Knoten in die Beine gespielt! Wieso lieber BL sitzt eigentlich ein Rüdiger immer wieder auf der Bank??? Was soll der Junge noch machen??? Gegen Bayern gutes Spiel als AV, gegen Genk als IV und trotzdem gegen Nürnberg wieder Ersatz! Wie holen Tribünensitzer von anderen Vereinen die besser sein sollen wie unsere Jugend??? Lächerlich! Hajnal war bei Dortmund ausgemustert, o.k. die 1. Saison war er nicht schlecht, aber muss man deshalb aus lauter Dankbarkeit ihm einen neuen Zweijahresvertrag (glaube sogar mit Option) geben???? Jeder wurstelt vor sich hin, Trainer jammert, anstatt endlich mal konzequent den Nachwuchs zu fördern, Managerle sitz Samstag für Samstag neben dem Trainer und merkt nix, Duckmäuser hat keine Ahnung vom Fussball und hält sich raus (vielleihct auch besser, aber weshalb ist so jemand als Präsident eines Fussballvereins)???? In einem sind sie sich allerdings einige, Schuld sind immer die Fans! Ist ja auch einen Frechheit bei der Heimbilanz und dem Schlafwagenfussball der Mannschaft die Unterstützung zu verweigern! Freunde wenn ihr die Mannschaft unterstützen wollt macht es, aber vielleicht muß die Unterstützung damit beginnen, dass die Fans endlich mal gegen Trainer etc. ihren Unmut äußern! Ich glaube das ist was die Mannschaft braucht, ich glaube die Mannschaft weiß gar nicht mehr was sie tun soll, weil sie die Labbadiaische Taktik nicht versteht und deshalb auch nicht umsetzen kann! Wo bitte sind die Einsatzzeiten von Benjamina, Stöger, Röcker, Kheidira! Ja, genau die gibt es auch noch!!! Schon vergessen??? Sitzen ja nicht mal mehr auf der Bank! Was ein Trainer bewirken kann, sieht man an Mannschaften wie Frankfurt, Freiburg, Mainz etc. oder gibt es jemand der behauptet, die haben einen größeren Etat oder bessere Spieler??? Beim VfB war die letzten zwei Jahre viel Glück dabei, aber man sollte das Glück nicht herausfordern! Ruf hat schon wieder die Eurozeichen in den Augen, angesichts der nächsten Runde EL und des DfB Pokals! Für die Mannschaft wird aber nichts übrig bleiben! Aber EL ist Lazio ENDE und morgen Bochum muss auch erst mal gewonnen werden und wenn ich unsere Heimspiele in dieser Saison sehe, wäre ich mir da nicht so sicher!

Graue Maus: Mit diesem Aufsichtsrat, Vorstand, Manager und Trainer hat sich der VfB endgültig zur grauen Maus gemacht. Dazu das andauernde Genörgel von Labbadia zu den bescheidenen Mitteln (5 größtes Budget der Liga - hahaha! Es grüßen Mainz und Freiburg) und jetzt noch zur 'Extrembelastung' nach 48 Stunden (es grüßt Mirko Slomka - der weiß wie es geht, obwohl er aus der EL ausgeschieden ist!). Nach wie vor kein Konzept, kein Spielsystem, kein Charisma - nur Ausreden - das entspricht genau dem Profil einer GRAUEN MAUS!

noergeln oder nicht ...: eins steht fest ... eigentlch sollten es alle besser können als es gezeigt wird! Die Aktuere ... ich habe Kopfschmerzen bekommen wieviele Fehlässe im Mittelfeld von unserem VfB gespeilt wurden, Ich kann nicht achvollziehen dass Pässe über 5-6-7 meter ohne Druck eines Gegnspielrs nicht ankommen! Ich kann auch nicht verstehen, dass man Vedad nicht eine Pause gönnt. Er spielt alles durch sofern er nicht gespert ist, ich werde langsam denken er holt sich absichtlich die eine oder andere Sperre (alle seine Karten waren dämlich) damit er mal durchschnauft. Ich kann nicht verstehen dass Harnik mal nit auf der Bank Platz nehmen darf, wenn er immer wieder sehr eiensinnig Rückpässe statt Torschüsse aus unmöglichen Lagen schiesst. Und warum machen wir im Winter Transfers, wenn diese nur 5 Minuten Zeit bekommen? So wie eingesetzt wurde, hätte man sich Maceda und Maxima sparen können mit der Einsatzzeit hätten es auch Stöger Khedira und Benyamina geschaft.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.