VfB Stuttgart gegen Bayern Die Kür wird zur Pflicht
Marko Schumacher, 22.12.2010 17:38 Uhr
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Zum Verzweifeln: auch Sven Ulreich hat gegen die Bayern schwer gepatzt. Foto: Baumann
Zum Verzweifeln: auch Sven Ulreich hat gegen die Bayern schwer gepatzt. Foto: Baumann
Stuttgart - Man kann es ja kaum glauben, aber die Wahrheit ist: es gibt noch Eintrittskarten! Für das Spiel gegen die Bayern! Man mag das darauf zurückführen, dass die Münchner erst am Sonntag in der Stadt waren, oder darauf, dass ausnahmsweise wieder einmal ein VfB-Spiel live im frei empfangbaren Fernsehen übertragen wird (20.30 Uhr/ZDF). Andererseits passt die Zurückhaltung der Fans ganz gut in die Untergangsstimmung, von der der Verein und sein Umfeld in diesen Tagen ergriffen ist. Wer will schon mit dabei sein, wenn kurz vor Weihnachten der nächste Tiefschlag zu befürchten ist?

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Bruno Labbadia, der neue Trainer, kann mit solchen Szenarien naturgemäß sehr wenig anfangen. Er hat sich entschlossen, das Pokalachtelfinale gegen den Rekordmeister trotz aller Sorgen in der Liga positiv zu sehen, als willkommene Abwechslung sozusagen. "Ich trenne das einfach mal und freue mich auf das Spiel", sagt Labbadia und vergisst für einen Moment sogar seinen einzigen Auftrag, den Klassenverbleib: "Der DFB-Pokal ist noch immer der kürzeste Weg, um nach Europa zu kommen - das schenken wir auf keinen Fall ab."

Allerdings ist die Furcht davor, nächstes Jahr nicht mehr international vertreten zu sein, derzeit das kleinste Problem des VfB. "Wir können diese Saison nur retten, wenn wir den Abstieg vermeiden", sagt der Manager Fredi Bobic. Trotzdem ist das Spiel gegen die Bayern in vielerlei Hinsicht von Bedeutung, auch wenn diesmal in der Liga kein weiterer Boden verloren werden kann.

Trainer Labbadia sucht noch die richtige Aufstellung


Da sind zum einen die Unruhen unter den Fans, die sich nach dem 3:5 am Sonntag erst demonstrativ von der Mannschaft abgewendet und danach ihrem Unmut vor dem Stadion Luft verschafft hatten (siehe "Wir nehmen die Proteste ernst"). Für sie wäre es vermutlich nur sehr schwer zu ertragen, mit einer zweiten Niederlage gegen den Erzrivalen in die Feiertage zu gehen.

Zum anderen ist das Pokalspiel auch für den neuen Trainer sehr wichtig. Bruno Labbadia widerspricht zwar vehement der These, dass ein Einstieg in der Winterpause besser gewesen wäre, und sagt: "So konnte ich schon anderthalb Wochen mit der Mannschaft arbeiten und die Spieler kennenlernen. Jeder Tag ist lebenswichtig." Eine weitere Pleite jedoch würde auch seine Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten nicht erleichtern, zumal Labbadia erste Kratzer bereits abbekommen hat.

Es war ganz sicher nicht seine beste Idee, im ersten Spiel gegen die Bayern den jungen Ermin Bicakcic mit der Aufgabe zu betrauen, als rechter Verteidiger Franck Ribéry in Schach zu halten. "Diese Erfahrung wird ihn weiterbringen", sagt Labbadia und berichtet, dass der 20-Jährige am Tag danach zu ihm gekommen sei und sich für das Vertrauen bedankt habe. "Ich habe ihm gesagt: mach weiter so, wir werden dich weiter fördern." Trotzdem dürfte es eine Weile dauern, bis sich Bicakcic von seinem Ligadebüt erholt hat. Eine Alternative scheint er fürs Erste nicht zu sein, auch wenn es Labbadia offenlässt, wen er diesmal hinten rechts aufstellt.

Manager Fredi Bobic sucht neue Spieler


Und schließlich steht nicht nur für den Verein und den Trainer, sondern nicht zuletzt auch für die Profis einiges auf dem Spiel. Wie eine Schülermannschaft ist sie beim 3:5 phasenweise aufgetreten und hat sich mit teils slapstickreifen Fehlern "die Klöpse selbst ins Netz gelegt" (Labbadia). Noch stellt sich der Trainer vor das Team und sagt: "Die Mannschaft hat mit großem Willen gespielt." Und auch Bobic bekräftigt, dass "der Ernst der Lage bei jedem angekommen" sei. Er hat aber auch festgestellt: "Manche Spieler wirken gehemmt und haben Angst, den Ball zu fordern."

Für die Spieler ist die Partie gegen die Bayern die vorerst letzte Chance zu zeigen, dass sie im Abstiegskampf zu gebrauchen sind. Danach fällt die Entscheidung, wem ein Wechsel nahegelegt und wer neu dazugeholt wird. "Es ist wichtig, das Team zu verstärken", sagt Bobic. Sehr weit ist der Manager im Bemühen um den Offensivmann Shinji Okazaki. Der Japaner soll aber nicht der einzige Neuzugang sein. Bobic sagt: "Wir versuchen auf verschiedenen Positionen etwas zu realisieren und werden diesmal nicht warten, bis die Preise fallen."

Die Aufstellung


VfB Stuttgart: Ulreich - Degen, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Gentner, Boka - Cacau, Pogrebnjak.

Bayern München: Butt - Lahm, Breno, Timoschtschuk, Contento - van Bommel, Ottl - Müller, Schweinsteiger, Ribéry - Gomez.

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf).

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Kommentare (9)
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DEZ
23
CE, 11:07 Uhr

Labbadia ist auf dem richtigen Weg

@J. Ungerer: Herr Ungerer ist es Ihnen eigentlich entgangen, dass wir seit den letzten 2 Spielen eine Mannschaft auf dem Platz haben, die endlich wieder lebt, die Siegeswillen zeigt und durch Labbadia den glauben an Ihre Stärken wieder gewonnen hat? Das ist ein verdienst des Trainers. Jetzt gilt es die Definsive zu stärken. Die zweite gelbe Karte für Boula war ein Witz. Sollen wir jetzt jeden Spieler auswechseln der eine gelbe Karte hat? Nur damit Sie schon einmal vorgewarnt sind und sich nicht in der Rückrunde wundern, der VfB wird in der Rückrund, viel Engagement, Kampf und Härte investieren müssen um sich als Team da wieder rauszukämpfen. Da wird es einige gelbe Karten bereits in der ersten Halbzeit geben. Wir können schlecht alle Spieler dann gleich auswechseln. Gegen die Bayern kann /darf man verlieren, ins Besondere mit so einer charakterstarken Leistung. Jeden anderen Buli-Gegner hätten wir mit der gestrigen Leistung besiegt, selbst Dortmund. @mauldaeschle: Ja, du hast recht. Man kann jetzt nicht die ganze Mannschaft austauschen und das muss man auch nicht, denn es ist gewiss nicht alles schlecht. Es gilt vielmehr eine konsequente Strategie zu verfolgen und das kann schon 2 Jahre dauern bis man wieder so ein Team zusammen hat.

DEZ
23
J.Ungerer, 08:45 Uhr

VFB:Bayern

Beide Spielverluste gehen auf das Konto von Neutrainer Labadia. 1.Spiel: Aufstellung Neuling Bicakcic gegen einen Ribery 2.Spiel: Boulahrouz hätte sofort nach seiner gelben Karte,spätestens in der Halbzeit ausgewechselt werden müssen. Die rote Karte konnte man bei seiner Spielweise vorraussehen. Beide Fehleinschätzungen hatten das Spiel mit endschieden.

DEZ
23
mauldaeschle, 08:15 Uhr

@ CE

hey der CE gefällt mir :) .. das ist nicht das erste mal dass ich deine kommentare so unterschreiben könnt .. stimme dir auch hier zu nahezu 100% zu !!! ... deine gewünschten topspieler auf den positionen .. seh auch ich so .. führungsspieler braucht der vfb - dringenst !!! .. spieler die auch mal dazwischen haun und dem rest der mannschaft die richtung vorgeben.. die hat man hergegeben (khedira! lehmann! und damals schon hitzelsperger und hilpert!) allerdings .. kann man ja nich alles auswechseln und das von dir angesprochen gerüst.. zumindest für diese saison als anfang.. das seh ich beim vfb .. man muss ja erstmal mit dem arbeiten was man hat.. und topspieler bekommste derzeit aufgrund der tabellensituation (keine aussicht auf internationale spiele) denk ich eher weniger .. oder vieeeeel schwieriger.. was wir brauchen ist auf jeden fall n torwart der was kann.. und der was ausstrahlt.. :) .. und wir brauchen jemand der in der abwehr das kommando und die verantwortung übernimmt! .. im offensiven sind wir durchaus denk ich bundesliga tauglich (für die saison) .. um kuzmanovic gentner gebhardt cacau und (pogrebniak) .. herum - sollten wir eigene talente ne chance geben.. und für die kommende aufgaben vorbereiten und integrieren.. allenfalls .. für die linke offensive seite.. könnten wir dann doch noch jmd gutes gebrauchen..

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