VfB Stuttgart gegen FC Augsburg Das Stuttgarter Fazit: Hauptsache gewonnen

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Der VfB Stuttgart zeigt beim 2:1 gegen den FC Augsburg eine mäßige Leistung, aber Traoré und Ibisevic treffen. Die Partie in der StZ-Analyse.

Vedad Ibisevic und Serdar Tasci (von links) freuen sich über das glückliche 2:1 für den VfB Stuttgart Foto: dpa 35 Bilder
Vedad Ibisevic und Serdar Tasci (von links) freuen sich über das glückliche 2:1 für den VfB StuttgartFoto: dpa

Stuttgart - Genau genommen würden aus Sicht des VfB Stuttgart zwei Worte genügen, um das Resümee der Partie gegen den FC Augsburg zu ziehen: Hauptsache gewonnen. 2:1 (1:1) stand es zum Schluss. Viel mehr gibt es zum Spiel fast nicht zu sagen. Aber der Reihe nach.

Schon vor dem Anpfiff deutete einiges darauf hin, dass es für den VfB ein Spiel der undankbaren Art werden könnte. Denn die Mannschaft hatte wenig zu gewinnen, aber eine ganze Menge zu verlieren, da die Fans gegen den Tabellenletzten aus Augsburg einen souveränen Sieg erwarteten – zumal nach der Enttäuschung im Heimspiel zuvor, als die Elf gegen Hannover nach einer 2:0-Führung noch mit 2:4 unterlegen war. Dieses Ergebnis passte dann ins Bild, weil die Saisonbilanz in der Mercedes-Benz-Arena bis gestern ohnehin zu wünschen übrig ließ. Sechsmal war der VfB vor der Partie gegen Augsburg zuhause angetreten – zu drei Punkten reichte es jedoch nur gegen Frankfurt. Zudem wartet das Team auch in der Europa League noch auf einen Sieg vor eigenem Publikum.

Um die Trendwende zu schaffen, änderte der Trainer Bruno Labbadia das Team im Vergleich zur 0:3-Derbypleite am Sonntag in Freiburg auf drei Positionen: Für Maza spielte Georg Niedermeier, für Zdravko Kuzmanovic kam Raphael Holzhauser zum Zug und Ibrahima Traoré ersetzte Shinji Okazaki. Die erste Möglichkeit entstand auch aus einer Kombination zweier neuer Spieler. Traoré flankte, doch Holzhauser spitzelte den Ball am Gehäuse vorbei (7.). Vier Minuten später war der Gäste-Keeper Mohamed Amsif aber geschlagen. Traoré verwandelte eine Hereingabe von Vedad Ibisevic zur Führung.

Minusrekord bei den Besucherzahlen im Stadion

Zu dieser Zeit herrschte noch Ruhe in der Arena, erstens weil nur 38 940 Zuschauer da waren, was Minusrekord für diese Runde bedeutete – und zweitens weil die Fans wie in den anderen Stadien in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden schwiegen. Damit protestierten sie gegen die vom 12. Dezember an drohenden Sanktionen der Deutschen Fußball-Liga. Nach ihrem Signal meldeten sich die Anhänger dann zurück, indem sie riefen: „Hier regiert der VfB.“ Und er war am Anfang ja auch der Chef auf dem Platz, mit sogar mehr als 70 Prozent Ballbesitz.

Allzu schwer fiel der Mannschaft diese Dominanz jedoch auch nicht, weil die Augsburger zunächst so auftraten wie es ihrem Tabellenstand entspricht. Das Team aus der Fuggerstadt, das zuvor auswärts in dieser Saison erst drei Tore erzielt hatte, wehrte sich kaum. Augsburg gilt als Abstiegskandidat. Aber wohin führt der Weg des VfB?

Er steckt im tristen Mittelmaß fest, aber durch den Erfolg gestern Abend hat er nun wenigstens die Aussicht, diesen Zustand bis zum Ende der Hinrunde zu korrigieren und den Anschluss nach oben herzustellen. Allerdings zeigte sich auch gegen Augsburg, warum die Mannschaft da steht, wo sie steht. Als die Anhänger ihren Anfeuerungsboykott beendeten, schien das die Spieler nicht zu beflügeln, sondern zu lähmen.

VfB passt sich dem Niveau des Gegners an

Es war wenig Tempo in den Aktionen und wenig Druck und noch weniger Spielwitz. Mehr und mehr passte sich der VfB dem Niveau des Gegners an – und dem des Wetters: Es regnete in Strömen. Deshalb hatte die Augsburger Abwehr nach den ersten zwölf Minuten lange kaum noch Probleme. Der VfB versuchte, seinen Gegner aus der Defensive zu locken, aber das klappte nicht. So entwickelte sich eine dröge Partie ohne Höhepunkte und praktisch ohne Chancen. In den ersten 43 Minuten kam insgesamt nur ein einziger Schuss aufs Tor – der von Traoré. Der war drin, und der zweite in der 44. Minute auch, doch dieses Mal auf der Gegenseite. Ja-Cheol Koo traf unvermittelt aus rund 25 Metern zum Ausgleich.

Schlechter konnte es aus Stuttgarter Sicht nicht mehr werden – doch es wurde kaum besser. Wie in den ersten zwölf Minuten bemühte sich der VfB nach dem Wechsel darum, die Partie zu kontrollieren, aber das Bemühen alleine reichte nicht. Trotzdem hatte Traoré eine Gelegenheit. Sein Kopfball verfehlte das Ziel (48.).

Die Ausburger schienen zu spüren, dass mehr als ein Unentschieden möglich ist. Die VfB-Fans, die zunächst geschwiegen hatten, wurden immer unzufriedener und begannen zu pfeifen – war das der Weckruf? Einen Freistoß von Traoré nutzte Ibisevic jedenfalls per Kopf zum 2:1 (69.). Augsburg hätte noch ein paar Mal den verdienten Ausgleich erzielen können, aber es gelang nicht. „Ich weiß gar nicht, warum der VfB gewonnen hat“, sagte der Augsburger Manager Jürgen Rollmann. Aber die VfB-Anhänger waren wieder versöhnt – wenn auch nur ein bisschen.

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7 KommentareKommentar schreiben

Überzogene Erwartungshaltung: Ich würde mir bei den Kommentaren manchmal etwas mehr „Überblick“ wünschen und nicht immer nur eine „schwarz“ oder „weiße“ Sichtweise lesen. Bei dem Spiel gegen Augsburg konnte man schließlich nur verlieren. Gewinnt man souverän, hat man seine Pflicht erfüllt. Spielt man Unentschieden, verliert oder gewinnt (wie vorgestern) mit Glück, dann sind alle enttäuscht und monieren die fehlende spielerische Entwicklung, den geringen kämpferischen Einsatz, etc. Einfach mal die Fakten sprechen lassen: Gegen Düsseldorf (ähnliche Kategorie wie Augsburg) tat sich der Meister aus Dortmund auf eigenem Platz extrem schwer und es reichte sogar nur zu einem 1:1. Die Woche davor erkämpfte sich Nürnberg gegen die Bayern ebenfalls ein 1:1. Man sollte sich also von der Erwartungshaltung lösen, dass einzelne Gegner aufgrund ihres niedrigen Tabellenstands mal so eben aus dem Stadion geschossen werden. Ein weiteres Thema ist die Kaderbreite: Gerade gestern hörten wir von der Nachricht, dass Kvist aufgrund von Überlastung für den Rest der Hinrunde verletzungsbedingt ausfällt. Dazu der Eindruck aus dem Freiburg-Spiel, in dem deutlich zu erkennen war, dass die Spieler des VfB nach rund 60 Min platt waren. Was ich damit sagen will? Wir hatten auch gegen Augsburg in der 2. HZ nicht mehr den Punch, den Gegner in der eigenen Hälfte festzuspielen, da viele Spieler einfach überspielt wirken bzw. die Bank wenig Alternativen bietet. Wir können eigentlich nur hoffen, dass sich der VfB mit Ach und Krach in die Winterpause rettet, bis dahin noch 6 Punkte gegen in Fürth, gegen Schalke und in Mainz holt. Dazu noch das EL-Spiel gegen Molde und im DFB-Pokal gegen Köln. Wenn wir am Ende des Jahres bei 25 Punkte stehen und dazu noch in 3 Wettbewerben vertreten sind, dann bin ich sehr zufrieden.

Was fällt mir auf?: Wenn ich die letzten 2-3 Jahre Revue passieren lasse, fällt mir auf, das es keine Führungsspieler mehr gibt, die konstant übers Jahr ihre Leistung abrufen. In Stuttgart kann mir jeder erzählen was er will, ich sehe niemanden, der dieses Prädikat bekommen könnte. Lasse ich Gehalt und Ablösen einmal weg und konzentriere mich auf die Mannschaft finde ich keinen. Eine gewisse Klasse und Bemühen ist bei fast allen sichtbar, aber es ist sehr temporär zu sichten und genau so, wie im einen Moment ein Pass ankommt, geht er 3 Minuten später ins Nichts. Also ich behaupte, wie bekommt diese Mannschaft die Konstanz in der spielintelligenten Konzentration über 90 Minuten? Ich sage auch, wenn es überhaupt Spieler in dieser Mannschaft gibt, die das Spiel der eigenen Mannschaft steuern und variabel halten können, gibt es Gentner und Holzhauser mit vielen Fragezeichen. Und Kuz mit einem ganzen Karton Fragezeichen.Dahinter noch ein wenig Kvist und dann lange nichts. Das Traore gegen seinen alten Club die Laufwege für 2 Spiele kreuz und quer abspulte ehrt Ihn und ist auch ein Indiz dafür, das er sich zumindest körperlich bewegt hat, nur, fürs Spiel leider nur bedingt positiv in der Gestaltung. Die Spieler erkennen nach wie vor ihre Laufwege kaum und sind wenig variabel sowohl defensiv wie offensiv, bewegen sich nur bedingt explosiv, im Kurzpassspiel ist das Stellungsspiel schläfrig, ja es hat den Anschein, als erkläre der Trainer Ihnen schon auch den Spaß am Spiel nur einige scheinen unterschiedlichste Auffassungen zu haben, was Spaß am Spiel in Bewegung von Kopf bis Fuß umsetzen bedeutet. Also speziell das Offensivspiel wirkt weite Strecken eines Spieles reichlich uninspiriert, ja fast so, als 'würde sich jeder an den Vorgaben des Trainer wie am Abgrund hängend festhalten' und möchte ja keinen Fehler machen. Ja es wirkt i.M. bei einigen eher ängstlich und den Ticken zu abwesend.

Im Soll: Tja, spielt die Mannschaft schön und verliert: doof. Spielt sie nicht schön und gewinnt, auch doof. Also - ich freu mich. Über die 2 Tore, über die 3 Punkte und darüber, dass der VfB noch in allen 3 Wettbewerben vertreten ist. In der BL mit 2 Punkten Abstand zu den internationalen Plätzen. Ein Sieg gegen Fürth und man ist wieder oben dabei. Dann kommen vielleicht auch wieder die Schönwetterfans hinter dem Ofen vor - die, die's hinterher immer besser wissen.

Rumpelfußball: Dem Kommentar von PIT muß ich 100 % zustimmen. Perfekt geschrieben. Dieser Rumpelfußball ist das Spiegelbild des Trainers. Erzähle mir keiner, daß es beim VfB nicht auch gute Spieler gibt. Aber man muß daraus eine Mannschaft und ein Spielsystem machen. Das kann Labbadia definitiv nicht, Hat etwa Freiburg bessere Spieler ? Nein, aber sie machen mit dem, was sie haben, das Beste. Und es macht Spass ihnen zuzuschauen. Diese Mannschaft will und kann oft auch.Dank Trainer Streich. Beim VfB sehe ich manchmal nicht einmal den Willen, geschweige das Können. Pumpelfußball pur. Dank Labbadia. Ich bin ein treuer VfB Anhänger und gebe Hundt/Bobuic/Labbadia jedesmal wieder. Weil ich hoffe und weiß, daß diese Clique eines Tages verschwindet. Gerade deshalb erlaube ich mir auch die Kritik.

@Dreistreifenfan - FCA kein Aufsteiger: Der FC Augsburg ist in dieser Saison kein Aufsteiger und hat in der BL 1 mit Platz 14 und 38 Punkten in der letzten Saison (2011/12) seine Bundesligatauglichkeit bereits gezeigt. Vor fast genau einem Jahr ging es in Stuttgart übrigens auch 2:1 aus.

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