VfB Stuttgart Geisterspiel bei Lazio Rom verärgert Fans

Von Nicole Hentschke 

Viele Anhänger des VfB Stuttgart, die eine Reise nach Italien zu dem Spiel in der Europa League gebucht haben, bleiben auf ihren Reisekosten sitzen.

Viele VfB-Fans bleiben auf ihren Kosten für die geplante Reise nach Rom sitzen. Foto: dpa
Viele VfB-Fans bleiben auf ihren Kosten für die geplante Reise nach Rom sitzen.Foto: dpa

Stuttgart - Der Ärger über das Geisterspiel bei Lazio Rom im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League ist nicht nur beim VfB Stuttgart groß, sondern auch bei seinen Fans. Die Stuttgarter, die am 14. März auf die Unterstützung ihrer Anhänger gebaut hatten, machten ihrem ­Unmut Luft. „Das ist nicht, was wir uns wünschen“, sagte der Mittelfeldspieler Christian Gentner, „ich weiß nicht, wem mit dem Urteil geholfen ist.“ Lazio hat zwar angekündigt, Einspruch gegen das Urteil der Europäischen Fußball-Union einzulegen, doch beim VfB geht niemand davon aus, dass die Uefa ihre Entscheidung ­zurücknimmt. „Man muss es realistisch ­sehen und jetzt davon ausgehen, dass das Spiel vor leeren Rängen stattfinden wird“, sagte der VfB-Manager Fredi Bobic.

250 VfB-Fans hatten im Vorfeld über den Verein eine Reise nach Rom gebucht. Sie können kostenlos stornieren und erhalten die Ausgaben erstattet, wie der VfB auf seiner Homepage bekanntgab. Anders sieht es für Fans aus, die Fahrt und Übernachtung selbst organisiert hatten. Für sie schloss die Uefa eine finanzielle Entschädigung schon im Vorfeld aus. „Die Entscheidung ist nicht gerecht“, sagt Joachim Schmid vom VfB-Fanclub Rot-Weiße Schwaben Berkheim. „Mit dem Urteil werden nicht die Lazio-Fans getroffen, sondern die des VfB.“ Er rechnet mit bis zu 1000 Fans, die auf ihren Reisekosten sitzen bleiben. „Wir finden das sehr ärgerlich, und es ist unglaublich schade, besser gesagt: ein Drama für unsere Fans“, sagte Bobic. „Doch leider sind uns die Hände gebunden.“

Zwischenfälle beim Europa-League-Spiel gegen Gladbach

Die Uefa hatte Lazio Rom wegen wiederholten rassistischen Ausfällen seiner Fans zu zwei Geisterspielen im Europacup und zu 40 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Nach antisemitischen Gesängen der Anhänger bei mehreren Partien hatte die Uefa dem Verein mit einem Geisterspiel gedroht und die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Schon im ersten Spiel in der Bewährungszeit, dem Rückspiel der Europa-League-Zwischenrunde gegen Borussia Mönchengladbach, kam es aber erneut zu Zwischenfällen.

Der Lazio-Präsident Claudio Lotito hatte im italienischen Fernsehen umgehend Einspruch gegen die Bestrafung angekündigt: „Wir können als Verein nicht für die Fehler von einigen wenigen bestraft werden.“ Bisher ist bei der Uefa aber kein Einspruch eingegangen.

  Artikel teilen
6 KommentareKommentar schreiben

Also mir zeigt diese Geschichte auch,...: ...das es noch viele Themen gibt, die es zu klären gilt. Was ein Schwachsinn, einem Unternehmen, getarnt als Fussballverein ein 'Geisterspiel' wegen rassistischer Äusserungen einiger Fans aufzuzwingen. Und die anderen Fans wollen ihre Kosten ersetzt haben. Stellen wir uns kurz vor, die UEFA würde z.B. Lazio Rom dazu verurteilen, die kompletten Stadioneinnahmen des Abends, also ca. 2,5 Millionen Euro in eine Stiftung im Unternehmen/Verein einbringen, die es sich in Zukunft mit 4-5 Angestellten zur Aufgabe macht, Rassisten gebetsmühlenartig von ihren geistfreien Resthirnaktivitäten zu heilen und zu normalen Demokraten umzuschulen. Bei zeitlich relativer Unbelehrbarkeit von Teilen der Fangemeinde dürfte die Arbeit dieser Stiftung langfristig gesichert sein. Und sich die Bekämpfung rassistischer Umtriebe im Fussballstadion auf Dauer als finanziell lukrativer als der eigentliche Sport im Stadionrund herausstellen.

@Harald Berner: Natürlich sind dem VfB in dem Fall die Hände gebunden. Es gibt genügend Beispiele in dem Vereine von den Verbänden abgestraft wurden nachdem sie nicht angetreten sind oder die Spieler vom Feld geholt haben. Sollte der VfB in der Sache also den Revoluzzer spielen, wird der Verein wohl auf ein paar Jahre von den Wettbewerben ausgeschlossen, eine saftige Geldstrafe oben drauf. Das sind Sachen die sollte man schon Wissen wenn man einen solchen Kommentar schreibt. Auch ich habe mir die Rom Reise überlegt und mich kotzt es ebenso an, das die alten Herren von von der UEFA rund um den kleinen Franzosen damit auch die VfB Anhänger strafen. Nur kann der Verein in der Sache Leider nichts machen. Zudem wäre schön wenn manche Leute ihre Negativ Kommentare ein bisschen überdenken würden. Der VfB spielt gerade wirklich keinen guten Fußball, aber der eine oder andere der hier richtig schön vom Leder zieht, ist dann der erste der nach Kärtchen für ein eventuelles Finalspiel in einem der Wettbewerbe rennt. Das heißt nicht das man alles hin nehmen soll, aber Bockmist sollte man nicht verzapfen!

Public Viewing: Ich denke, dass der VfB für die, die Flüge und Hotelzimmer bereits gebucht und bezahlt haben, einen ganz einfachen Weg zur Entschädigung und Beruhigung der Gemüter finden könnte: Warum nicht ein Public Viewing in einer Sporthalle oder ähnlichem in Rom organisieren, bei dem dann im Anschluss an das Spiel Mannschaft, Trainer und Vorstand erscheinen und was auch immer machen (Mitfeiern, Interviews auf der Bühne, persönlicher Smalltalk mit den Fans). Darüberhinaus ist Rom ohnehin eine Reise wert, sodass die meisten der Geschädigten mit diesem Vorgehen sicher mehr als gut leben könnten. Und schließlich würden für den VfB mit dieser Lösung sicherlich auch nicht mehr als ca. 20 000 EUR an Kosten entstehen.

So ein Geheuchle...: .... als ob sich die VfB-Verantwortlichen innerlich nicht freuen täten, dass das Spiel ohne Zuschauer statt findet. Damit findet es nämlich quasi auf neutralem Platz statt, was die Chancen des VfB klar verbessert. Die VfB-Verantwortlichen hätten Ihre Goschn in diesem Fall besser gehalten, als sich so unglaubwürdig wieder mal darzustellen.

Geisterspiel: Geisterspiel passt doch zur gruseligen Spielweise des VfB.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.