VfB Stuttgart Ginczek und Badstuber: Hoffnung für die Sorgenkinder

Von Dirk Preiß 

Hinten Holger Badstuber, vorne Daniel Ginczek – klingt gut, ist derzeit aber nicht möglich. Doch das kann sich beim VfB Stuttgart schon bald ändern.

Sollen langfristig das Spiel des VfB Stuttgart stabilisieren und bereichern: die derzeit angeschlagenen Holger Badstuber (li.) und Daniel Ginczek Foto: Baumann
Sollen langfristig das Spiel des VfB Stuttgart stabilisieren und bereichern: die derzeit angeschlagenen Holger Badstuber (li.) und Daniel Ginczek Foto: Baumann

Stuttgart - Ist es jemandem aufgefallen? Womöglich nicht. Aber es ist tatsächlich so: Anto Grgic fehlt – und das schon seit geraumer Zeit. Der Mittelfeldspieler aus der Schweiz hat im Testspiel gegen Huddersfield Town einen Schlag auf den Fuß bekommen. Noch Wochen später verhindert die darauf folgende Entzündung die Teilnahme des 20-Jährigen am Spiel- und Trainingsbetrieb des VfB Stuttgart. „Er arbeitet in der Rehawelt“, sagt der Trainer Hannes Wolf, ohne darüber Auskunft geben zu können, wann sich dieser Zustand ändert. Doch so wirklich fällt das scheinbar nicht ins Gewicht, da im defensiven Mittelfeld allerhand Alternativen vorhanden sind. Andere Abwesenheiten ­fallen da deutlich mehr auf.

Gut, mit den Langzeitausfällen von Matthias Zimmermann (Kreuzbandriss), Emiliano Insua (tiefe Risswunde) und Carlos Mané (Knorpelschaden) hat man sich auf dem Wasen arrangiert und teilweise personell darauf reagiert. Nun aber steht der Kader bis zur Winterpause – und weitere Sorgendkinder sind nicht erwünscht. Doch Holger Badstuber und Daniel Ginczek fallen derzeit in diese Kategorie. Ausgerechnet diese beiden.

Ginczek spielte nur in Cottbus, Badstuber nur gegen Mainz

Der eine, Badstuber, sollte die Abwehrzentrale des Aufsteigers stabilisieren, die jungen Kollegen führen und den gepflegten Spielaufbau fördern. Wie gut er das kann, hat der frühere Nationalspieler im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 angedeutet. Kompromisslos in der Defensive, emotional als Anführer, treffsicher beim 1:0-Sieg – doch dann folgte eine Verletzung an den Adduktoren. Auf Schalke fehlte Badstuber, ob er am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg auflaufen kann, ist fraglich. Unmöglich ist es bei Daniel Ginczek.

Auch der Stürmer wird schmerzlich vermisst, weil man sich nur zu gut vorstellen konnte, wie er zusammen mit Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde den Abwehrreihen in der Bundesliga Kopfzerbrechen bereitet. Bis kurz vor Saisonbeginn lief beim verletzungsgeplagten Ginczek ­alles nach Plan. „Endlich konnte ich eine Sommervorbereitung mal komplett mitmachen“, sagte er noch vor den ersten Pflichtspielen der neuen Spielzeit – von denen er dann aber nur das Pokalspiel in Cottbus bestreiten konnte. Seitdem plagt ihn ein Ödem am Knie, das verhindert, dass der Stürmer die volle Intensität mitgehen kann. „Er kann viel belasten, aber eben nicht maximal“, sagt Trainer Wolf, der damit rechnet, dass Ginczek auf jeden Fall noch zwei Wochen ausfallen wird.

Die Verletzungshistorie spielt eine Rolle

Wie sehr den Angreifer die erneute Pause nervt, kann man sich ausmalen, aber Raymond Best sagt: „Viele Spieler wachsen mit ihren Verletzungen, entsprechend geht Daniel Ginczek sehr professionell mit der Situation um.“ Schließlich hat der Teamarzt des VfB seinem Patienten erklärt, dass er langfristig von der aktuellen Ausfallzeit profitieren wird. „Ginni ist derzeit beschwerdefrei“, sagt der Mediziner, „damit das so bleibt, muss man gelegentlich eine Vorsichtsmaßnahme ergreifen.“ Die Verletzungshistorie des 26-Jährigen spielt dabei – ähnlich wie bei Holger Badstuber – eine Rolle.

Nach zwei Kreuzbandrissen und einem Bandscheibenvorfall hat Daniel Ginczek zuletzt mehrere Monate lang voll mitgewirkt. Als Reaktion darauf bildete sich ein Knochenödem, das momentan zwar keine Schmerzen verursacht, aber zum Problem werden kann, wenn man es ignoriert. „Dann wäre irgendwann womöglich eine komplette Sportpause nötig“, sagt Best. Doch eine solche soll bei Ginczek auf jeden Fall vermieden werden. Zu viel wertvolle körperliche Substanz hat sich der wuchtige Stürmer zuletzt erarbeitet. Auch derzeit darf er bei 70 bis 80 Prozent Belastung trainieren und kann seinen Fitnesszustand nahezu halten.

Schon bald die nächste Untersuchung

Schon bei der jüngsten Untersuchung war laut Raymond Best eine positive Entwicklung zu erkennen, nächste Woche wird erneut eine Computertomografie gemacht, danach die Belastung womöglich wieder gesteigert. Der Mannschaftsarzt ist sicher: „Ginni wird wieder vollständig fit.“ Was für den VfB Stuttgart nicht unerheblich ist.

Daniel Ginczek und Holger Badstuber, bei dem Best langfristig ähnlich sorgenfrei ist, sollen schließlich Säulen des Spiels der Weiß-Roten sein. Je früher, desto besser.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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