VfB Stuttgart Huub Stevens soll es noch einmal richten

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Armin Veh hat beim VfB seinen Rücktritt als Cheftrainer erklärt. Nun kommt wohl wieder Huub Stevens – der Trainer, der die Stuttgarter in der vergangenen Saison vor dem Abstieg gerettet hat.

Mit Huub Stevens will der VfB in der Tabelle wieder nach oben kommen. Foto: AFP 13 Bilder
Mit Huub Stevens will der VfB in der Tabelle wieder nach oben kommen.Foto: AFP

Stuttgart - Sicher ist es reiner Zufall gewesen, dass Huub Stevens (60) ausgerechnet am vergangenen Sonntagvormittag erstmals nach langer Zeit wieder im Fernsehen aufgetreten ist und eine Jobbewerbung abgegeben hat. Es fange wieder an zu kribbeln – „und ich kann mir vorstellen, doch wieder eine Mannschaft zu übernehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, sagte Stevens. Er konnte in diesem Augenblick ja noch nicht wissen, dass Armin Veh ein paar Sunden später nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Augsburg seinen Rücktritt verkünden würde und dass der VfB Stuttgart deshalb jetzt einen neuen Trainer braucht. So ist die von Stevens beschworene Gelegenheit viel schneller gekommen als er wohl selbst gedacht hat.

Nach StZ-Informationen sind nur noch Details wie die Vertragslaufzeit zu klären – dann ist das Comeback des Niederländers perfekt. Schon am Freitag beim SC Freiburg könnte Stevens auf der Bank des VfB sitzen, von dem er sich erst am 10. Mai nach der 0:1-Niederlage beim FC Bayern verabschiedet hatte – als Retter, der den Klassenverbleib gesichert hatte. Das ist auch jetzt wieder das einzige Saisonziel des Clubs, der interimsmäßig von den Veh-Assistenten Armin Reutershahn und Reiner Geyer betreut wird. Priorität habe klar, „dass wir erstklassig bleiben“, sagt der Präsident Bernd Wahler, „das heißt, dass wir einen Trainer brauchen, der Erfahrung mit dieser Situation hat.“ Also einen wie Stevens.

Er soll für Schadensbegrenzung sorgen – eine Mission, die er bei seinem ersten Auftritt in Stuttgart erfüllt hat. Noch heute schwärmen die Verantwortlichen beim VfB von der Akribie des Trainers, der sich regelmäßig schon morgens um acht mit seinem kompletten Stab auf dem Clubgelände zum Frühstück getroffen hat. Eine halbe Stunde später mussten bereits die Spieler erscheinen – und wie die Ansprache unter der Woche ausgefallen ist, hat Stevens dann immer vom Ergebnis der Partie zuvor abhängig gemacht. Er lebte eine sehr professionelle Einstellung vor und sorgte auch dafür, dass wieder mehr Stabilität in die VfB-Mannschaft einkehrte.

Es muss wieder ein Feuerwehrmann her

Zwar liest sich auch seine Bilanz mit elf Punkten aus zehn Begegnungen nicht gerade wie eine echte Erfolgsgeschichte, aber diese Ausbeute reichte, weil Braunschweig, Nürnberg und Hamburg in der Endphase so gut wie gar keinen Zähler mehr verbuchen konnten. Aber obwohl die Aufgabe erfüllt war, trennten sich die Wege. Stevens wollte eine Auszeit, um Kräfte zu sammeln – und der VfB glaubte, mit einem Coach wie Armin Veh seine Philosophie von einer offensiven Spielweise besser umsetzen zu können. Das Resultat ist bekannt – Rang 18.

Ein Feuerwehrmann muss also wieder her – zumindest bis Sommer. Das ist die Wahlersche Priorität. Es bedeutet jedoch nicht, dass es für die Zeit danach keine Planspiele gibt – wenn der Abstieg verhindert wird. In diesem Fall wäre Thomas Tuchel eine Option, mit dem der VfB in losem Kontakt ist. Ob mehr daraus wird, würde von den Perspektiven abhängen, die der Verein bietet. Tuchel wird das beobachten.

Auch die Suche nach einem Bobic-Nachfolger läuft noch

Diese Aussichten zu verbessern ist dann Aufgabe des neuen Managers, der seit der Entlassung von Fredi Bobic am 24. September gesucht wird. Die Besetzung sei eine Entscheidung von enormer Tragweite, sagt Wahler, der ankündigt, beim Auswahlverfahren auch innovativ über den Tellerrand hinauszublicken. Dabei ist ein Landsmann von Stevens ins Blickfeld gerückt: Henk Veldmate (57), der diese Position von 1998 bis September diesen Jahres beim FC Groningen bekleidet hat. Seitdem arbeitet er dort als Scoutingchef.

Veldmate gilt beispielsweise als Entdecker von Arjen Robben. Weiter holte er 2006 den heutigen Weltstar Luis Suarez aus Montevideo nach Groningen, wo er es mit bescheidenen finanziellen Mitteln schaffte, das Team in der niederländischen Ehrendivision zu etablieren. Dabei gab es verschiedentlich Berührungspunkte mit Stuttgart, zuletzt im Sommer beim Transfer von Filip Kostic. In seiner Heimat gilt Veldmate als Mann mit einem funktionierenden internationalen Netzwerk, was für den VfB besonders wichtig ist.

Denn der Club hat erkannt, dass die Verbindungen der eigenen Scoutingabteilung nicht ausreichend sind, um auf dem hart umkämpften Markt bestehen zu können. Da wäre Ralf Becker als Leiter gefordert, aber seit seinem Amtsantritt 2012 tut sich wenig bis nichts. Das ist übrigens auch schon Huub Stevens aufgefallen, der auf die Defizite bei seinem Abgang im Mai intern hingewiesen hat. Seine Aussagen dürften dann auch jetzt bald wieder auf dem Wasen gehört werden.

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18 KommentareKommentar schreiben

Stevens: Leute, jetzt wird alles wieder Huub ! Stellt Euch mal vor, wen die sonst noch verpflichten hätten können...

Huub Stevens: Um mal eine Lanze für Huub Stevens zu brechen und einigen Vorrednern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Der Begriff moderner Fußball taugt nicht! Was soll das sein? Dominanz und Ballbesitz a la Bayern? Es gibt nur (Achtung: Binse!) erfolgreichen Fußball und weniger erfolgreichen Fußball. Zu ersterem gehört aus meiner Sicht eine stabile Defensive. Der VfB war bei seinen letzten drei Meisterschaften zu aller erst hinten stabil. Ein gutes (schnell/genau/sicher) Umschaltspiel nach vorne entscheiden dann über Wohl und Weh. Gladbach spielt so, Dortmund spielte die letzten Jahre so (dieses Jahr aufgrund von Verletzungen hinten nicht mehr so stabil). Und das kann Huub Stevens auch beim VfB leisten. Das es für die nächsten Monate ziemlich finster ist und zuerst die Null stehen muß sollte jedem klar sein. Huub Stevens an letzter Saison zu messen wird der Sache nicht gerecht. Wäre die Defensive nicht stabilisiert worden wären wir abgestiegen. Daher: Hinrunde noch mitnehmen / notfalls ermauern was geht um nach Trainingslager in der Rückrunde sich aus dem Keller zu verabschieden.

Sehe ich wie Sie: Ich teile Ihre Meinung uneingeschränkt. In der momentanen Situation ist HS aus meiner Sicht die beste Lösung. Wer ihn jetzt ablehnt oder immer noch AV nachtrauert oder gar offensiven Fussball vermisst, der hat den Ernst der Lage (noch) nicht kapiert. Es geht jetzt nur noch um eines: sukzessive Punkt um Punkt sammeln und versuchen stetig in der Tabelle nach oben zu klettern. Wie das geschieht ist mir persönlich völlig egal, hauptsache es geschieht. Wenn wir dann wieder in etwas ruhigeren Fahrwassern sind, kann man gerne wieder etwas perspektivisch denken und die nächsten Schritte überlegen bzw. angehen. Bis dahin "muss die 0 stehen" !

Vergangenheit und Zukunft: Die Abwärtsspirale unseres VfB ging mit der Verpflichtung von FB ungebremst weiter. Auch ich dachte, mit FB wird es wieder aufwärts gehen. FB als Sportlicher Leiter durfte schalten und walten wie er wollte. Er hat überall seine Spezies installiert. Scouting, Jungendabteilung, Spielereinkäufe, alles wurde von Jahr zu Jahr schlechter. Spielereinkäufe wurden wahllos getätigt ohne Strategie. Wir haben in T.Werner ein Juwel als Mittelstürmer. Warum wird dieser auf dieser Position nicht eingesetzt. Weshalb wurden wieder Mittelstürmer verpflichtet. Inzwischen haben wir 4 Mitttelstürmer. Wir haben im Kader von 27 Spielern 9 verschiedene Nationalitäten. Wie kann das funktionieren. Sinnlose Vertragsverlängerungen von BL, Ibisevic. Resterampe von Hannover verpflichtet, jetzt von Nürnberg. Unser Spieleretat ist immer noch höher als bei ca. 8-10 Mannschaften. Ich bin jetzt wirklich kein Anhänger von Hub Stevens. Aber was dieser Mann geleistet hat nach 8 Niederlagen in Folge war wirklich super. Deshalb hoffe ich, dass Stevens für diese Saison verpflichtet werden kann, um den Abstieg zu vermeiden.

es ging 2007 los...: Für mich gingen die Probleme nach der Meisterschaft 2007 los. Hier wurde von Herrn Heldt der Grundstein für die heutige Situation gelegt. Anstatt langsam aufzubauen wollte er in der CL mitspielen. Hat viel Geld für 0 Qualität ausgegeben. Den Kader aufgebläht, überbezahlt und sich dann vom Acker gemacht. Mit der dann notwendigen Bereinigung des Kaders, hat man bis heute zu tun gehabt. Das er es nicht kann, sieht man heute in Schalke. Viel Geld zur Verfügung aber nicht im Stande eine gute Mannschaft zu formen.

Seit 2007: Genau. Und dann kommt noch der Herr Hundt dazu, der damals als amtierender Arbeitgeber-Präsident offensichtlich das kleine Einmaleins der Unternehmensführung nicht gewusst, sträflich vernachlässigt oder schlichtweg ignoriert hat (und alle Präsidenten - der hoch gelobte Herr Staudt inklusive - haben sich nicht dagegen gehalten). Wie um alles in der Welt kann man am "Umsatz relevanten Produkt" - nämlich dem Team - sparen (von Investieren kann eigentlich ja schon gar keine Rede mehr sein), gleichzeitig riesige sportliche Erwartungen an die Öffentlichkeit transportieren und dann auch noch eine neue "Produktionsstätte" (Umbau des Stadions) finanzieren ? SO fliegt man vom "Markt". Der Verein muss - damit die "Rettung gelingt - Geld in die Hand nehmen (Der Daimler sollte nicht länger seine Hände ums pralle Portemonnaie krampfen). Ein Abstieg kommt hundertprozentig in jeder Hinsicht teurer.

Puuh: Situationsbedingt sicher die beste Lösung. Puuh, befürchtete schon Vogts oder Magath. Zugetraut hätte ich das denen ... :)

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