VfB Stuttgart Im Zickzackkurs ins Niemandsland
Marko Schumacher, 21.02.2012 11:47 Uhr
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Betretene Mienen: die VfB-Bank muss die 2:4-Niederlage in Hannover mitansehen, und Bruno Labbadia (links) erlebt... Foto: Pressefoto Baumann
Betretene Mienen: die VfB-Bank muss die 2:4-Niederlage in Hannover mitansehen, und Bruno Labbadia (links) erlebt... Foto: Pressefoto Baumann
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Stuttgart - Ganz am Schluss hat sich der Gastgeber von seiner gnädigen Seite gezeigt. Die letzten beiden Eckbälle führten die Spieler von Hannover 96 kurz aus und blockierten - alter Bauerntrick im Fußball - das Spielgerät mit zwei Mann an der Eckfahne. Das führte zwar dazu, dass den verzweifelt dazwischenstochernden Stuttgartern die Zeit davonlief, die für die Fortsetzung der Aufholjagd eingeplant war. Doch immerhin blieb ihnen auf diese Weise erspart, bei Standardsituationen noch schlimmer vorgeführt zu werden.

Denn zuvor hatten drei (lang ausgeführte) Eckbälle der Niedersachsen zu drei Toren und damit auch zur nächsten Niederlage des VfB geführt. Mit 2:4 (0:2) unterlag das Team von Bruno Labbadia und ist nach dem 5:0-Sieg gegen Berlin schon wieder krachend auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Der Besorgnis erregende Takt der Stuttgarter bleibt also unverändert und lautet: ein Schritt vor und zwei zurück.

Dennoch begegnete die sportliche Leitung der erneuten Pleite mit erstaunlicher Nachsicht. "Wir haben zumindest Moral gezeigt", bilanzierte der Manager Fredi Bobic. Und Labbadia wollte jenseits der Mängel bei den Standards sogar einen "guten Auftritt" gesehen haben und verwies darauf, mit seiner Pausenanalyse recht behalten zu haben: Da habe er den Spielern erklärt, "dass wir noch zwei Tore schießen können - und das haben wir auch getan".

Labbadia beschönigt die Niederlage

Allerdings bedurfte es schon einer dunkelroten Brille, um dem Auftritt Positives abzugewinnen. Natürlich hat der VfB nach dem 0:4-Rückstand durch zwei Tore von Martin Harnik (75.) und Shinji Okazaki (79.) das drohende Debakel verhindert; und hätte kurz darauf Vedad Ibisevic seine Chance zum 3:4 verwertet, wäre vielleicht tatsächlich "eine ganz verrückte Schlussphase" gefolgt, wie Bobic anmerkte.

Möglich war dies jedoch nur, weil Hannover die Arbeit am Ende auf ein Minimum reduzierte - aus nachvollziehbaren Gründen: Drei Tage vorher hatte das Team von Mirko Slomka einen anstrengenden Europa-League-Auftritt zu absolvieren, schon am Donnerstag folgt das Rückspiel in Brügge. Man könnte es also auch so sehen: der VfB kam zu seinen Toren, als der Gegner nicht mehr mitspielte - ähnlich übrigens wie in der Vorwoche, als die völlig desolate Hertha praktischerweise von Beginn an darauf verzichtet hatte, Gegenwehr zu leisten.

Dass Labbadia die Niederlage beschönigt, ist durchaus verständlich. Was soll er auch sonst tun angesichts der seit Monaten stagnierenden oder gar rückläufigen Entwicklung, gegen die er bisher kein Mittel gefunden hat? Wie soll er erklären, dass ein Ensemble von Nationalspielern nur ganz vereinzelt harmonieren will und Leistungsträger vom Saisonbeginn wie William Kvist von der Rolle sind?

Kommentare (60)
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FEB
23
Martin aus Ludwigsburg, 22:18 Uhr

In der 2.Liga bald angekommen

Es kann noch völlig schief gehen und dann wacht der VfB in der 2.Liga auf! Es ist völlig unverständlich wie lange man einen so unfähigen Trainer so lange durchwursteln lässt. Man muss an den Managerqualitäten von Bobic zweifeln. Oder hat er keine? Manager die 5,5 Millionen für einen mäßigen Knipser ausgeben und gleichzeitig vom Stuttgarter Weg fasseln kann man nicht mehr ernst nehmen. 10 Jahre habe ich nun eine Dauerkarte... nächtse Saison wird der VfB auf mich verzichten müssen. Die Lust ist mehr nun gründlich vergangen!

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FEB
23
Carsten Zimmermann, 12:27 Uhr

Argumente

Das neuste Wort der Fussballersprache ist "Eckballbereinigt",gg. Das wird definitiv die Analyse revolutionieren! Ich will es mit ein wenig Abstand einmal so formulieren: Nach dem Herthaspiel,legte Hannover den Finger genau in die Wunde,die seit mehreren Wochen im VFB-Fleisch klafft. Vielleicht ist das auch ganz gut so,denn es zeigt wo dringend für die kommende Saison etwas getan werden muss.Zuerst in der Innenverteidigung,da muss dringend etwas geschehen,Niedermeier hat für mich nicht die Klasse für das Oberhaus. Rechts entwickelt sich schon etwas(Rüdiger,evt.Chandler) und links wurde was gemacht. Jetzt kommt die Systemfrage: Bei einer Doppel-Sechs sollte der offensive zentrale Mittelfeldspieler wegfallen,dafür zwei Halb- und ein Stoßstürmer. Ich hab das System schon seit 2006 spielen lassen und hab gute Erfahrungen damit.Kvist sehe ich trotz seines Formtiefes positiv, es fehlt der Nebenpart. Mit Kuz lief es zuerst ganz gut,da er im Sommer weg ist,sollte man dem Holzhauser seine Chance geben! Entwickelt er sich nicht,muss man auch da tätig werden. System 2 kann nur eine Raute sein,ansonsten benötige ich keinen Spieler wie Hajnal oder gar Salihovic. Auf den Aussen sind wir gut besetzt,für die Backups sollte man Spieler aus den eigenen Reihen bevorzugen. Das wichtigste für mich ist generell,das System muss an die Spieler angepasst sein ,nicht umgekehrt! Im Sturm gibt es Alternativen genug,dazu sollte man auch wieder auf die eigene Jugend zurückgreifen. Abschminken kann man sich nur eines, man kann nicht jedes Jahr drei neue Junge Wilde einbauen. Das geht allein schon alterstechnisch nicht,den ein 18jähriger ist im nächsten Jahr auch erst 19 usw.Was von vielen bemängelt wird ist die Außendarstellung,das sehe ich auch so. Entweder man sagt gar nichts(schon gar nicht von einem Stuttgarter Weg),oder es müssen Taten folgen. An alle Mitkommentatoren hätte ich noch eine Bitte,geht auch auf die positiven Dinge und Spieler ein,alles niederreden ist kontraproduktiv auch wenn vieles durchaus seine Berechtigung hat!

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FEB
23
Brombacherin, 11:24 Uhr

Es ändert sich sowieso nichts

Warum soll man sich noch aufregen? Es ändert sich eh nichts beim VfB. Trainer mit Fussballverstand können die nicht brauchen, da sind sich anscheinend alle einig und fähige Manager auch nicht.Die sollen sich mal ein beispiel an anderen Vereinen nehmen.

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