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Stuttgart - Bruno Labbadia analysiert, analysiert und analysiert - erst das Stuttgarter 4:1 über den SC Freiburg ("ein sehr wichtiger Sieg"), den Charakter seiner Mannschaft ("auf die lasse ich nichts kommen") und dann die Erwartungshaltung im Umfeld des VfB. Dieses Thema ist ihm besonders wichtig, entsprechend viel Zeit nimmt er sich im Gespräch mit den Journalisten im Anschluss an die offizielle Pressekonferenz. Andere Trainer würden sich in Rage reden, wenn sie direkt nach einem deutlichen Derbysieg immer wieder auf Unzulänglichkeiten im eigenen Spiel angesprochen werden würden. Labbadia dagegen spricht ruhig und kontrolliert weiter - wie ein Richter am Oberlandesgericht. "Ich kann leider nicht zaubern", sagt er.
Diese Einschätzung des Stuttgarter Trainer ist nicht neu. Im Unterschied zu früher macht er jetzt aber keinen Hehl mehr daraus, dass er zunehmend ein Problem mit der seiner Meinung nach viel zu hohen Erwartungshaltung im Umfeld des VfB bekommt. Auch wenn es Labbadia nicht sagt: gemeint sind die Fans, die Medien und die Kritiker in den eigenen VfB-Reihen. "Wir haben in den beiden letzten Heimspielen 5:0 gegen Hertha und 4:1 gegen Freiburg gewonnen, also neun Tore erzielt. Das ist ja nicht so schlecht", sagt Bruno Labbadia und bringt damit wohl auch seine Verwunderung zum Ausdruck, dass die Lücken auf den Zuschauerrängen der Mercedes-Benz-Arena von Mal zu Mal größer werden.
Es folgt der Blick in die Vergangenheit: "Man darf doch nicht vergessen, woher wir kommen", sagt Labbadia, "letzte Saison sind wir beinahe abgestiegen, jetzt stehen wir auf Platz acht." Der Trainer spricht von einer Entwicklung, die die Mannschaft in dieser Saison macht. "Den Spielern muss man Zeit geben", so Labbadia, der damit gleichzeitig einfordert, seiner Arbeit auch mit etwas mehr Geduld zu begegnen: "Und unsere Rahmenbedingung müssen auch bedacht werden - mit den reduzierten Gehaltskosten und den zu erzielenden Transfererlösen." Außerdem habe er vor der Saison vorausgesagt, was sich im Lauf dieser Spielzeit bestätigt hat: "Alle haben genickt, als ich damals davon sprach, dass Rückschläge unvermeidlich sind."
Was wäre der VfB ohne Martin Harnik?
Dazu passt dann auch perfekt das Spiel gegen Freiburg. In diesen 90 Minuten wurde die bisherige VfB-Saison sehr anschaulich zusammengefasst. Auf einen guten Beginn mit den Toren von Martin Harnik und Shinji Okazaki folgte der Rückschlag. Und wie es sich für diese Stuttgarter Spielzeit gehört, schwebte das Unheil als Eckball heran. Nachdem der VfB bei der 2:4-Niederlage in Hannover zuletzt unglaubliche drei Gegentore in Anschluss an diese Standardform kassiert hatte, nutzten auch die Freiburger die chronische Stuttgarter Schwäche zum Anschlusstreffer. Der Innenverteidiger Fallou Diagné traf mit dem Kopf.
Und dann war es auch schon wieder weg, das Selbstvertrauen beim VfB. Die personifizierte Unsicherheit ist William Kvist, dem in solchen Situationen nicht einmal mehr kürzeste Kurzpässe gelingen wollen. Auch dieses Phänomen zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.
Irgendwie mogelt sich das VfB-Team aber immer wieder durch diese kritischen Situationen - im Großen (saisonübergreifend betrachtet) wie im Kleinen (mit Blick auf das Freiburg-Spiel). Diesmal spielte auch das Unvermögen der phasenweise dominierenden Freiburger eine entscheidende Rolle. Frei stehend traf Jan Rosenthal kurz nach der Pause nur den Pfosten - anstatt zum 2:2 auszugleichen. Auf der anderen Seite machten Khalid Boulahrouz und Martin Harnik die Tore zum 3:1 sowie 4:1.
Was wäre der VfB ohne Martin Harnik? Gegen Freiburg sicher nicht der Sieger und in dieser Saison vermutlich erneut ein Abstiegskandidat. 13 Tore hat der österreichische Nationalspieler schon auf dem Konto und ist damit unverzichtbar geworden. Und was sagt Harnik mit Blick auf das nächste Spiel in Hamburg? "Ich glaube, dass ich am nächsten Wochenende wieder von Beginn an spielen werde." Da ist sie dann endlich: die bescheidende Erwartungshaltung, die sein Trainer Bruno Labbadia einfordert.


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Herr Bobic schielt nicht
Ich habe in den Nachbetrachtungen zum Freiburg-Spiel gelesen, der Herr Bobic meinte zu Platz acht, dass er "weder nach oben noch nach unten schiele". Da muss ich ihm aber entgegenhalten: "Guter Mann, dann sind sie blind." Hat nicht er vor der Saison einem halben Dutzend Youngsters Profi- verträge gegeben, für die genau jetzt die Zeit gekommen ist, sie einzusetzen, (zumindest in den Heimspielen, damit auch die Fans in der Cannstatter Kurve ihr Recht bekommen). Und ich würde diesen Jungs ein Ziel mitgeben: "Und Ihr knackt Platz acht, denn wir wollen an die Spitze ran kommen". Aber wenn ich wieder und wieder das Geschwafel des Herrn Labadia lese, woher wir kommen und dass keiner von den Jungs besser sei, als die, die spielen, dann muss ich halt sagen, dann hat er sein Ziel verfehlt. Denn seine Aufgabe als Trainer ist es, die Jungs an Mannschaft 1 heranzuführen und sie darin als entscheidendes Stück auf dem Stuttgarter Weg zu integrieren. Es beweist sich leider auch in Stuttgart, dass der Herr Labadia ein womöglich großartiger "Retter" ist, ab keiner, der ein "Konzept Zukunft" umsetzen kann. Womöglich muss deshalb Herr Bobic doch wohl eher nach unten als nach oben schielen...
Preis - Leistung
Ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei diesem Verein überhaupt nicht. Der Zuschauer, der einen enorm hohen Eintrittspreis zahlt, darf erwarten, dass die Millionäre auf dem Rasen einen Pass von 2 Meter hinbekommen. Auch darf er erwarten, dass der Trainer, der ein sehr hohes Gehalt auf sein Konto überwiesen bekommt, dem Team ein strukturvolles, planvolles sowie handschriftliches Spiel vermittelt. Dass er die Vorgaben des Vereines, nämlich die dem VfB-Weges (mit Eigengewächse) mit ganzer Entschlossenheit mitgeht! Leider siehr das der Zuschauer auf der Tribüne nicht und deshalb pfeifen sie meiner Meinung nach völlig zu Recht! Stattdessen werde immer die selben Phrasen (Stuttgart muss wissen, woher sie kommen)geklopft, die man schlußendlich nicht mehr lesen und hören kann! Der Zuschauer hat ein Recht auf Kritik! Schließlich sind es gerade diese Einnahmen, die den Verein am Leben erhält. Preis-Leistung der Fussballermillionaris sollte immer zum Verhältnis von Preis-Leistung der Zuschauer stehen. Und da hinkt das Team weit hinterher. Seit der Meisterschaft 2007 geht der Weg des VfB und dessen Führung nur in einer Sache Kontínuität, nämlich das der Weg immer weiter nach unten geht. Psychologisch gesehen hat der Fan des Vereines einfach Angst, dass dieser vom Verein vorgegebene "imaginäre" Weg in die zweite Liga führt. Wenn man bedenkt, dass nach der Meisterschaft 2007 Gesamteinnahmen von fast mehr als 90 Millionen an Einnahmen (Transfererlöse plus CL-Teilnahme) erzielt hat, dann kann auch ein schönes Stadion dies nicht beschönigen, wenn fussballerisch ins Niemandsland zusteuert.
die Erwartungshaltung...
...im Umfeld wird meines Erachtens erst wieder eine andere, eine vernünftigere, wenn die Verantwortlichen beim VfB wieder für ein entsprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis sorgen. Seit Monaten, nein Jahren ist immer wieder die Rede vom Stuttgarter Weg. Leider ist davon seit Monaten nichts aber auch gar nichts sichtbar. Hungrige junge Spieler bekommen doch nur ne Chance, wenn die beiden Stammkräfte auf ner Postion verletzt oder Gott sei Dank gesperrt sind (siehe Abwehr hinten links). Die Quittung für den falschen Stuttgarter Weg sieht man, wenn man die Gegentribüne links und recht ansieht. Wenn selbst bei nem Lokalderby wie gegen den SCF dort tausende von Plätzen unbesetzt bleiben. Nochmals das Preis-Leistungs-Verhältnis - und zwar nicht gemessen am Freiburgspiel, sondern am Gewürge in vielen anderen Heimspielen in dieser Saison: Der Familienvater, der mit Frau und zwei Kindern alle zwei Wochen von der Alb runter oder gar aus dem Oberland anreist, der ist eben mal lässig 200-250,-- Euro los pro Stadionbesuch. Nehmen wir an, dass er 2.500,-- Euro netto pro Monat verdient, sind das bei zwei Heimspielen im Monat bis zu 20% des Nettoverdienstes. Nicht mitgerechnet ab und an mal ein neues hometrikot, oder das Ausweich home Trikot oder das Pokal auswärts Ersatztrikot. Als Gegenleistung erhält er das Gestochere und ein Fehlpassfestival diverser Söldner, die als Stundenverdienst (wieviel Stunden arbeitet denn eigentlich ein Fußballprofi?) fast soviel überwiesen bekommen wie unser Familienvater aus Münsingen oder aus Bald Waldsee für den ganzen Monat. Also: - konsequent zurück auf den echten Stuttgarter Weg (nicht auf nen Trampelpfad) - Eintrittspreise auf ein entsprechendes Niveau absenken!