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VfB Stuttgart Mensch Bruno

Tobias Schall, 12.12.2012 15:41 Uhr

Stuttgart - An Tagen wie diesen will er eigentlich genießen. Er habe, sagt Bruno Labbadia, Erfolg immer zu selbstverständlich genommen. Der Genuss muss warten, auch nach dem 3:1 gegen Schalke.

Bruno Labbadia hat den offiziellen Teil des VfB-Spiels hinter sich gebracht. Nun steht er im Erdgeschoss der Mercedes-Arena im Pressekonferenzraum und beantwortet geduldig die Fragen im kleinen Kreis. Ein halbes Dutzend um ihn herum. Er schaut jedem in die Augen, er ist freundlich, ausführlich. Von hinten ruft Huub Stevens „Bruno, tschüssle“ rüber. Er hört es nicht, ist ins Gespräch vertieft. Vor einigen Minuten hat Bruno Labbadia noch gesagt, dass dies „ein großer Sieg“ gewesen sei, er hat von drei „super Punkten“ gesprochen. Seine Mimik ist jetzt eine andere. Er ist in Hab-Acht-Stellung. Nachdenklich. Konzentriert. Fokussiert. Er habe das Gefühl, hier ist „ein bisschen Untergangsstimmung“ und meint die Atmosphäre nach dem 0:1 gegen Molde 43 Stunden zuvor.

Es ist der Dienstag vor Molde und Schalke, vor der Niederlage und vor dem Sieg. Bruno Labbadia sitzt in Raum 84 auf der Geschäftsstelle. Der Vorraum ist weihnachtlich geschmückt, am Tannenbaum hängen Kugeln mit dem VfB-Wappen. Nummer 84 lebt nicht, ein schmuckloser, funktioneller Ort, ein Tisch mit Adventskerze, drei Stühle, ein Telefon. Bruno Labbadia kommt gerade vom Trainingsplatz. So sieht er auch aus. Er mag diese Oberflächlichkeiten nicht. Ob Anzug, Trainingsanzug oder Schlafanzug – Hauptsache, „man ist sich treu“, wird er später sagen.

Sein Vertrag läuft Ende der Saison aus

Es geht um ihn. Um seine zwei Jahre in Stuttgart. Um den Menschen Bruno Labbadia. Um den Trainer, der hier so kritisch hinterfragt wird und den Club erst vor dem Abstieg gerettet hat, dann in die Europa League geführt hat und der mit seiner Mannschaft in allen drei Wettbewerben dabei ist. Dessen Bilanz so gut ist und dessen Image so seltsam. Der 46-Jährige rührt in seinem Kaffee, zweimal Zucker, ein bisschen Milch. Nicht schwarz, nicht weiß, so sind die 24 Monate gewesen. Mal so, mal so. Dellen gab es, aber er ist noch immer hier.