VfB Stuttgart Neue Perspektiven für den VfB

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Der Stuttgarter Manager Robin Dutt plant die Zukunft, während die Mannschaft nach der 1:3-Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals viel Lob vom Gegner erhält.

Erik Durm (links) vom BvB und sein ehemaliger Teamkollege Kevin Großkreutz während des Spiels in Stuttgart.  Foto: Getty Foto: Getty
Erik Durm (links) vom BvB und sein ehemaliger Teamkollege Kevin Großkreutz während des Spiels in Stuttgart. Foto: Getty

Stuttgart - Normalerweise ist es im Fußball überhaupt kein gutes Zeichen, wenn der Verlierer vom Sieger hinterher auch noch gelobt wird. Denn das bedeutet meistens, dass die unterlegene Mannschaft dem Gegner zuvor auf dem Platz nicht wirklich wehgetan hat. Und wie ist es jetzt in diesem vorliegenden Fall?

Durch ein 1:3 gegen Borussia Dortmund scheidet der VfB im Viertelfinale des DFB-Pokals aus, aber Thomas Tuchel hört anschließend gar nicht mehr auf, von den Stuttgartern zu schwärmen. „Wir wussten ja, wie stark der VfB momentan ist und wie emotional er spielen kann. Deshalb mussten wir absolut an unsere Grenzen gehen“, sagt der Trainer der Borussia im Presseraum der Mercedes-Benz-Arena – und ein paar Meter weiter in der Mixed­zone klingen die Stellungnahmen der Dortmunder Delegation dann ganz ähnlich.

Der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärt, „dass uns der VfB eine Schlacht geliefert hat“, der Nationalverteidiger Mats Hummels meint, „dass der VfB über eine enorme individuelle Qualität verfügt und diese auch einsetzt“, und sein Kollege Ilkay Gündogan ergänzt: „Der VfB gehört in der Liga nicht in die Tabellenregionen, in denen er sich gerade befindet.“ In diesem Sinne: danke, BVB, das war’s. Oder anders ausgedrückt: alles schon mal da gewesen.

Jürgen Kramny kann das Lob richtig einschätzen

Wenn der VfB in der Hinrunde unter dem alten Trainer Alexander Zorniger nach dem Schlusspfiff mal wieder mit leeren Händen nach Hause gefahren ist, formulierte die Gegenseite in aller Regel sinngemäß die gleichen schönen Sätze wie am Dienstagabend die Vertreter der Borussia. Aber einen Unterschied gibt es dann doch. Während Zorniger solche Hymnen runtergegangen sind wie Öl, schätzt sein Nachfolger Jürgen Kramny das offensichtlich anders ein. „Die Dortmunder sind einfach glücklich, dass sie im Halbfinale sind“, sagt er, „und für uns heißt es, genauso weiterzumachen wie in den letzten Wochen.“ Punkt.

Inzwischen hat der VfB mit vier Erfolgen nacheinander einen Weg eingeschlagen, der den Club ein bisschen aufatmen lässt. In der Liga verbesserte sich die Elf seit dem Amtsantritt von Kramny im November von Platz 16 auf Rang zwölf. Der Abstand zu den beiden direkten Abstiegsplätzen beträgt immerhin bereits zehn Punkte. Damit ist eine positive Entwicklung eingetreten, aber Kramny weiß, dass es nun darauf ankommen wird, den Kurs fortzusetzen – auch über die laufende Saison hinaus.

In dieser Beziehung könnte der VfB jetzt zur Abwechslung einfach mal schnell die Borussia loben, die es mit ihrer geschickten Personalpolitik in den vergangenen Jahren geschafft hat, sich in Deutschland als Nummer zwei hinter dem FC Bayern festzusetzen. Natürlich hat Robin Dutt das auch registriert. Als Stuttgarter Sportvorstand steht er vor der Aufgabe, die neue Runde so vorzubereiten, dass der Verein für Bewegungsspiele wieder eine bessere Perspektive hat als zuletzt. Einfach wird das vermutlich nicht.

So muss sich Dutt darauf einstellen, dass Daniel Didavi (25) im Sommer ablösefrei wechselt – nach Leverkusen oder Wolfsburg? Wie wertvoll der Regisseur ist, zeigte die Partie gegen Dortmund wieder einmal. 45 Minuten lang war er schwach, wie der VfB. Dann wurde Didavi stärker – und der VfB auch. Ein direkter Zusammenhang ist demnach nicht ausgeschlossen – und das Problem von Dutt lautet, wie dieser Spieler zu ersetzen ist, zumal der Manager nur wenig Geld für Einkäufe in seiner Kasse hat.

Die Kernfragen von Robin Dutt

Also bedarf es innovativer Ideen. Die Voraussetzungen dafür will Dutt schaffen, indem er seine Profiabteilung enger mit der Jugend und dem Scouting verknüpft. So hat es auch die Borussia schon vor längerer Zeit vorgemacht. Wie soll der Kader zusammengestellt sein? Welche Art von Fußball ist angesagt? Wie viele eigene Talente sollen zum Aufgebot gehören? Das sind dann als Folge die zentralen Fragen für Dutt.

Die Dortmunder Antworten waren am Dienstag auf dem Feld zu besichtigen, doch auch beim VfB gibt es zumindest wieder positive Ansätze. Eine sichere Lösung für die Zukunft kann Dutt trotzdem nicht versprechen. Klar ist ihm nur, „dass unsere Fans immer sowohl einen Balakov als auch einen Kuranyi in der Mannschaft erwarten“ – also einen internationalen Star und einen Hoffnungsträger aus dem eigenen Revier. Denn obwohl man zuletzt von Clubs wie Mainz oder Augsburg in der Tabelle überflügelt wurde, sei der VfB kein Ausbildungsverein, sagt Dutt: „Dafür sind wir zu groß, aber wir sind ein Verein, bei dem die Ausbildung die wichtigste Rolle besetzt“.

So will sich der VfB auf dem hart umkämpften Markt positionieren. Dabei hilft, dass er allem Anschein nach bei seiner Suche nach einer Identität langsam Fortschritte macht. Dutt sagt: „Wir sind dabei zu analysieren, wo wir herkommen und wo wir hinwollen.“ Am besten sicher dahin, wo die Borussia ist. In diesem Fall kann man dem Gegner nach einem Sieg ruhig auch mal zur Niederlage gratulieren. „Bei diesem sehr, sehr starken VfB zu gewinnen., ist ganz oben anzusiedeln – das ist für mich top“, sagt Tuchel am Ende dann noch.

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18 KommentareKommentar schreiben

"sei der VfB kein Ausbildungsverein, sagt Dutt: „Dafür sind wir zu groß, aber wir sind ein Verein, bei dem die Ausbildung die wichtigste Rolle besetzt“.: Nana, der VfB war/ist inzwischen auf dem Status einer "grauen Maus wie Bochum" abgerutscht !! Nur nicht übertreiben, Seit 3-5 Jahren wurde vom/beim VfB überwiegend "Schrott abgeliefert". Das sei auch einmal gesagt, bevor Dutt&Co sich wieder in "den Himmel loben" !!

Didavi: Wenn ich Didavi wäre, würde ich den weiteren Saisonverlauf abwarten und erst dann über die Zukunft entscheiden. Um den Zuschlag sicher zu haben, müssen sich Leverkusen und Wolfsburg erst mal selbst für die CL, in der DD ja gernde spielen will, qualifizieren. Also jetzt vorausgesetzt, er stellt tatsächlich sportliche Fragen in den Vordergrund. Ich vermute trotzdem, dass keines der für einen VfB-Verbleib erforderlichen Wunder geschehen wird.

Andere Brille?: Ich weiß nicht mit welcher Brille Sie das Spiel gesehen haben, Herr Haid, aber Didavi war nicht nur in der ersten Halbzeit neben der Spur sondern blieb die ganze Partie über blass. Neben Sunjic für mich der schwächste Stuttgarter. Der als 6er aufgestellte Ginther hatte Didavi das komplette Spiel über im Griff. Ich bin auch nicht Ihrer Auffassung, dass schon feststeht, dass Didavi am am Ende der Saison den Verein verlässt. Wenn der VFB so weiter spielt, wie im Moment, dann gehts rasch in die obere Tabelle rein. Zu Wolfsburg sind es aktuell gerade noch noch 3 Pünktchen. Ob Didavi tatsächlich zu einem der von Ihnen genannten Werksclubs Bayer oder Wolfsburg wechselt, glaube ich im Moment mal noch nicht. Das sind keine Top-Clubs und alleine schon der Gegend wegen, höchst unattraktive Vereine. Einzig und alleine die Kohle ist da. Aber vielleicht bleibt Didavi auch, wenn neben dem tabellenplatz auch das neue VFB Angebot stimmt, wenn weitere Verstärkungen hinzukommen, wenn die Spielperspektive attraktiv bleibt. Dutt ist jetzt augefordert, auf den Tisch zu hauen und zu sagen: "Chef, Kohle her.... wenn's mit dem VFB in Zukunft etwas werden soll!"

Na, da widersprechen Sie sich aber. Wenn Didavi so schwach war, warum soll der VfB dann "Kohle rausrücken für Didavi".: So überragend spielt er nicht, sehr eigennützig, selbstverliebt und immer haarscharf an gelben7roten Karten entlang.

Nadelöhr: Die entscheidenden Spiele für den weiteren Saisonverlauf kommen jetzt. Hertha und Schalke sind das Nadelöhr, durch das der VfB durchmüsste, um zu beweisen, dass er wirklich das Zeug dazu hat, um diesen unter den ersten 5 stehenden Teams hat. Denn so sehr ich mich über die vier Siege in Folge freue: Nur einer der Gegner wurde als Spitzenteam eingeschätzt und keiner hat wie eins gespielt. Da wird es spannend, zu sehen, wie sich unsere Jungs in diesen beiden vier Spielen gegen diese deutlich hinter Bayern und auch Dortmund, aber zugleich ein Stück vor dem Tabellenmittelfeld stehenden Gegnern schlagen werden. Alle Punkte mitzunehmen, dürfte wohl schwierig werden, bereits sehr respektabel wäre es, eins zu gewinnen und das andere nicht zu verlieren. Egal wie s ausgeht: Danach wird sich zeigen, ob der VfB wieder nach unten schauen muss (0-1 Punkt), sich ohne weitergehende Möglichkeiten im Mittelfeld festsetzt (2-3 Punkte) oder tatsächlich nochmal Rang 7(, der für die Europa League reicht, außer Bremen wird Pokalsieger) ins Visier nehmen darf (4 oder 6 Punkte). Schau mer mal...

Man gewinnt: fast den Eindruck Sie sind ein Mitarbeiter der VfB-Geschäftsstelle oder von Herrn Dutt beauftragt. Die letzten Siege waren sicher verdient, aber auch mit viel, viel Glück verbunden. Die Neuverpflichtungen die Dutt zu verantworten hat, also Rupp, Tyton sind bestenfalls BL-Durchschnitt. Den Spieler Die hatte der Manager Schneider noch entdeckt. Der Hype um Großkreutz ist ja nett. Aber auch er ist ein durchschnittlicher Spieler. Wäre er überdurchschnittlich hätte Dortmund die Identifikationsfigur der Fans, nie abgegeben. Die Rettung am Ende der letzten Saison durch 3 aufeinanderfolgende Siege und das jetzige Zwischenhoch, ist der überdurchschnittlichen Offensive die schon vor Dutt verpflichtet wurde, und der Veränderung der Spielweise geschuldet. Dutt ist anzulasten, dass er es nicht geschafft hat, innerhalb eines ganzen Jahres eine BL-taugliche Abwehr zu stellen. Mit einer stabilen Abwehr würde der VfB um Platz 9 aufwärts spielen. Den größten Fehler allerdings hat er mit der Verpflichtung Zorniger vollbracht. Der Spruch „Zorniger ist nicht das Problem, er ist die Lösung“ klingelt mir heute noch in den Ohren. Wenn also der glücklose Herr Dutt für die möglichen Abgänge Didavi, Kostic usw. Nachfolger finden soll, oh je VfB. Die Ausgliederung und damit Mittel für Neuverpflichtungen sollte erst dann erfolgen, wenn sich der Markt beruhigt hat und der VfB eine neue sportliche Leitung, die bereits in diesem Job Erfolge nachweisen kann, verpflichtet hat. Der VfB braucht Leute wie z.B. Stefan Reuter, Max Eberl, Christian Heidel.

Ansichtssache...: bei Fehlgriffen wie Zorniger ist es immer leicht, hinterher auf superschlau zu machen. Bei Transfers wie z.B. Dié letztes Jahr, gab es auch viel Häme und das übliche "Dutt-hat-bisher-überall-versagt-Gedöns". Aber plötzlich kann der Dié doch kicken!!!??? Und mitreißen kann er auch noch den ein oder anderen??? Oder Rupp! Von einem Absteiger verpflichtet!! Hier gibt es tausende Trainer und Manager und jeder weiß was und weiß alles besser. Ich von Dutt beauftragt? Hat er das nötig? Eberl, Heidel sind gute Namen, die haben gute Arbeit geleistet.. aber gibt es immer nur die "EINE" Lösung, den "EINEN" Richtigen? Wer sagt denn nicht, dass Dutt hier was Ähnliches bewegen kann? Und auch ein Heidel und ein Eberl haben die eine oder andere unglückliche Entscheidung getroffen. Die Frage ist letzten Endes: ist man Menschenfreund genug, um die Leute erst mal in Ruhe arbeiten zu lassen oder haut man immer gleich auf alles rein? Kontinuität entsteht durch ein Grundmaß an Vertrauen, aber es ist halt einfacher, ständig nach anderen Namen zu krakeelen.

Die Verpflichtung von Zorniger war lang genug von Dutt&Co geplant. Also ist Dutt&Co 8Wahler) voll verantwortlich für diese Fehleinschätzung !!Zorniger war lang genug : Irgenwie müssen "Miilionari-Verdiener" auch mal "haftbar" gemacht werden für derartige krasse "finanzielle/vereinsschädigende" Debakel !!

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