VfB Stuttgart Nicht immer ist der Schiedsrichter schuld
Heiko Hinrichsen, 13.12.2011 13:21 Uhr
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Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Christian Molinaro die Gelg-Rote Karte. Foto: dpa
Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Christian Molinaro die Gelg-Rote Karte. Foto: dpa
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Stuttgart - Es geht intern wieder harmonischer zu beim VfB im Vergleich zur turbulenten Adventszeit von 2010. Vor einem Jahr befand sich die Stuttgarter Krise auf ihrem Höhepunkt - und der Präsident Erwin Staudt sagte die Weihnachtsfeier des Clubs angesichts von nur zwölf Punkten und Tabellenplatz 17 kurzerhand ab.

Am Montagabend war es aber wieder so weit, als in der Soccer Lounge in der Untertürkheimer Kurve des Stadions von 18 Uhr an alle VfB-Geschäftsstellenmitarbeiter sowie sämtliche Spieler des Erst- und Drittligateams mit ihren Familien zu ein paar festlichen und besinnlichen Stunden zusammentrafen. "Es soll ein schöner Abend im Kreise der VfB-Familie sein", sagte der Cheftrainer Bruno Labbadia, der vor dem letzten Hinrundenspiel am Samstag mit seinem Team bei 22 Punkten steht - und seinen Profis für den Tag nach der Weihnachtsfeier freigab: "Wir müssen auch mal an etwas anderes denken - und uns mental erholen", sagte Labbadia.

Labbadia und Bobic kritisieren Schiedsrichter

Dass Ablenkung dieser Tage Trumpf ist beim VfB, scheint tatsächlich wohl kalkuliert zu sein. Denn bereits unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen Bayern München hatte Bruno Labbadia, flankiert vom Manager Fredi Bobic, den Fokus auf einen anderen Akteur gerichtet: Es war der Schiedsrichter Manuel Gräfe, dessen Gelb-Rote Karte an dem Linksverteidiger Cristian Molinaro (30. Minute) das Duo heftig kritisierte.

Der Italiener zeigte sich reumütig am Tag nach seiner Hinausstellung, durch die das Spiel zu Gunsten der Bayern gekippt war. "Es tut mir leid für die Mannschaft", sagte Molinaro, "die erste Gelbe Karte war berechtigt. Bei der zweiten war aber auch Theatralik von Arjen Robben dabei." Doch so richtig wollte Molinaro dem Referee nicht den Schwarzen Peter zuschieben.

Anders als Bobic ("Es gab acht Gelbe Karten und eine Gelb-Rote, aber es war kein hartes Spiel. Das ist mir zu einfach") und Labbadia, die sich - im Gegensatz zum Mainz-Spiel, als der Schiedsrichter Guido Winkmann großen Anteil an der Niederlage hatte - diesmal mit dem gut leitenden Gräfe aber den falschen Sündenbock ausgesucht hatten. Denn beide Fouls von Molinaro waren absolut gelbwürdig.

Kommentare (22)
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DEZ
16
uwe kaiser, 14:39 Uhr

Molinaro

Der Verlust des Spiels gegen Bayern München ist nicht der Hinausstellung des Spielers Molinaro alleine geschuldet, sondern der grundsätzlichen Unfähigkeit, das Mittelfeld schnell, gezielt und letztendlich gewinnbringend zu überbrücken. Von Anbeginn des Spiels war der VfB nicht in der Lage konstruktiv nach vorn zu spielen oder sich im Mittelfeld einen Vorteil zu verschaffen. Aber zu diesem Zeitpunkt hat Molinaro noch nicht einmal die erste gelbe Karte erhalten. Solche sinnlosen Foulspiele sind contraproduktiv und werden natürlich gegen Gegner dieser Klasse zu noch größeren Problemen beim eigenen Spielaufbau führen. Es stimmt, die Mannschaft hat gekämpft (z.B. Gebhardt als prima linker Verteidiger); jedoch war vieles Stückwerk oder auch Zufallsprodukt. Was nutzen dem VfB zukünftig hochkarätige Stürmer, wenn vom Mittelfeld weder Spielkontrolle, Ideenreichtum oder Schnelligkiet ausgeht?! Da steckt meiner Meinung nach ein viel größeres Problempotential als im Angriff. Quo vadis VfB?!

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DEZ
15
Holgi, 16:32 Uhr

Substanzverlust

Jeder der im Stadion war konnte sich sein eigenes Bild machen - bereits vor dem Platzverweis lag ein deutlicher Qualitätsunterschied vor. Das 1:0 kam aus dem Nichts... Woher kommt das? Der VfB kann sich derzeit mit dem FCB nicht messen, auch nicht mit 11 Mann. Der Substanzverlust während der 2 letzten Jahre war zu hoch, was im Rahmen der Möglichkeiten kaschiert wurde. Wenn der Verein ehrlich ist, dann reicht es eben so nur für Platz 8-12 - und dann darf kein "Leistungsträger" ausfallen. Das liegt weder am Schiedsrichter noch am aktuellen Manager, sondern ist das Ergebnis der unsäglichen Trainerwechsel und deren wirtschaftlicher Folgen seit der letzen Meisterschaft. Bis heute weiss niemand, wo die Millionen aus Champions League, den sehr hohen Transfare-Erlösen sowie eingesparten Gehältern (Lehman, Hleb, Bastürk, Hitzelsberger, Gomez, Khedira, Träsch...) geblieben sind. Hier gilt es Klarheit zu schaffen - laut Herrn Staudt drückt der Stadionumbau der Verein ja nicht. Werden die Fans das jemals erfahren? Wieviele weitere Übergangsjahre erwarten die Anhänger noch -2010, 2011,...?

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DEZ
14
Sami_28, 21:20 Uhr

??

"diesmal mit dem gut leitenden Gräfe aber den falschen Sündenbock ausgesucht hatten. " Ganz unabhängig von Molinaro´s gelb-roter Karte eine absolut lächerliche Behauptung!

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