""Normalerweise halte ich so einen Ball.""
Jens Lehmann über den Ausgleichstreffer des Nürnberger Spielers Albert Bunjaku.
Stuttgart - Nach Spielschluss in Nürnberg gab der dienstälteste Schlussmann der Bundesliga eine dunkle Prophezeiung ab: "Diese modernen Bälle werden noch viele Probleme machen. Da tun mir die kommenden Torhütergenerationen leid", sagte der 40 Jahre alte Jens Lehmann vom VfB – und spielte dabei auf seinen Patzer beim 1:1 durch den Nürnberger Albert Bunjaku an. "Normalerweise halte ich so einen Ball", sagte Lehmann, der natürlich seinen Anteil am Ausgleichstreffer hatte – genauso wie den Rechtsverteidiger Stefano Celozzi, den der Schweizer Bunjaku umkurvte wie eine Slalomstange.
"Jens trifft am Tor keine Schuld – der Ball senkt sich komisch ab", sagte Christian Gross derweil, weil der VfB-Trainer nicht den Hauch einer Torwartdiskussion aufkommen lassen will. Die Entwicklung der Fußbälle – alle zwei Jahre kreieren die Ausrüster ein neues Modell – geht tatsächlich stets zu Lasten der Torhüter. Lederbälle gibt es längst nicht mehr. Moderne Kunststoffmischungen machen die Bälle leichter, die somit heftiger flattern und Schüsse mit mehr als Tempo 100 ermöglichen.
In Nürnberg hat Jens Lehmann beim Thema Ball aber doch seinen Frieden gefunden: Nachdem ihm in Hannover ein Balljunge das Spielgerät noch listig über den Kopf geworfen hatte, freute sich ein FCN-Balljunge diesmal diebisch darüber, dass ihm der VfB-Schlussmann sein Trikot überließ.