VfB Stuttgart Sagt Molinaro bald Arrivederci?

Heiko Hinrichsen, 22.03.2012 09:38 Uhr

Stuttgart - Am Dienstagmittag hat Cristian Molinaro zwischen den beiden Trainingseinheiten des Tages schnell mal zu Hause vorbeigeschaut. Schließlich ist seine Ehefrau Roberta im sechsten Monat schwanger. „Da willst du schon wissen, ob alles in Ordnung ist“, sagt der 28-jährige Italiener – der gut gelaunt auf das Vereinsgelände zurückkehrte. Denn der Mutter geht es gut wie auch dem ungeborenen Sohn, der nach einer Familientradition der Molinaros einmal Emilio heißen soll.

Das ist hart für einen Fußballer in den besten Jahren. Cristian Molinaro über seine neue Rolle als Tribünengast

Unklar ist jedoch, wo der kleine Emilio im Sommer das Licht der Welt erblicken wird, obwohl Roberta Molinaro mit der Arbeit der Stuttgarter Gynäkologen vollauf zufrieden ist. Allerdings kann es sein, dass ihr Mann im Juli, wenn die Entbindung ansteht, gar nicht mehr beim VfB unter Vertrag steht. Das klingt zunächst einmal ungewöhnlich, ist Cristian Molinaro doch erst seit 26 Monaten in Stuttgart, wo er und seine Frau sich auch sehr wohlfühlen. Das Paar aus dem 2000-Seelen-Dörfchen Pellare in der Region Kampanien hat sich schnell integriert, was allein an Molinaros gutem Deutsch abzulesen ist. Überdies besitzt der Linksverteidiger ja noch einen Vertrag bis zum Sommer 2014.

Molinaro sitzt im Tal der Tränen

„Bisher haben wir noch nicht gesprochen. Ich muss erst einmal wissen, was der Verein eigentlich künftig mit mir vorhat“, sagt Cristian Molinaro, der nach seiner ersten Hochphase beim VfB, der tollen Rückserie der Saison 2009/2010, zwei Länderspiele für Italien absolvierte. Doch momentan sitzt der Süditaliener bezüglich seines VfB-Engagements im Tal der Tränen. „Ich hatte auf eine Chance gehofft, aber sie kam nicht. Natürlich bin ich jetzt unzufrieden“, sagt Molinaro, der im Anschluss an die Rote Karte in der Schlussphase der Partie in Leverkusen drei Spiele gesperrt war.

Seinen Stammplatz hat er in jener Zeit an den erst 21 Jahre jungen Japaner Gotoku Sakai verloren, der seine Sache links in der Viererkette bis heute sehr gut macht. Doch für Molinaro kam es noch einen Tick schlimmer. „Das ist hart für einen Spieler in den besten Jahren, der Ambitionen auf Spiele für die Squadra azzurra hegt“, wie er sagt. Denn in den vergangenen beiden Bundesligapartien gegen Kaiserslautern und in Hoffenheim saß Molinaro als Nummer drei in der Riege der VfB-Linksverteidiger nur noch auf der Tribüne; Arthur Boka wurde derweil der Posten des Sakai-Ersatzes auf der Reservenbank zugewiesen.

„Cristian war nach seiner Sperre erstaunt, dass er nicht gespielt hat“, sagt sein Berater Uli Ferber, der ebenfalls betont, dass sich sein Spieler beim VfB eigentlich sehr gut aufgehoben fühlt. „Er hat sich in seiner Zeit hier nie mit etwas anderem beschäftigt als mit dem VfB“, sagt Ferber, der Ehemann der Schlagersängerin Andrea Berg, der unter anderem auch für Mario Gomez und Serdar Tasci die fußballerischen Karriereschritte lenkt.

Der AC Mailand zeigt Interesse

Wie die beiden deutschen Nationalspieler ist auch Cristian Molinaro ein international interessanter Akteur, weshalb bei der Firma Fairsport-Marketing in Kleinaspach, die Uli Ferber leitet, in den vergangenen Monaten diverse Anfragen für den Italiener eingegangen sind. Interessiert sind offenbar auch ­die  Rossoneri, die Schwarz-Roten des AC Mailand, die sich den VfB-Linksverteidiger, der einst von Juventus Turin an den Neckar wechselte, wohl gut in ihrem Trikot vorstellen könnten.