VfB Stuttgart Sehnsucht nach starken Typen
Carlos Ubina, 01.02.2012 16:20 Uhr
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Schon länger auf Kontaktsuche: die VfB-Fans und der Stürmer Cacau. Foto: Baumann
Schon länger auf Kontaktsuche: die VfB-Fans und der Stürmer Cacau. Foto: Baumann
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Stuttgart - Das Spiel gegen Gladbach lief schleppend. Der VfB Stuttgart lag bereits zurück, da eroberte er im Mittelfeld den Ball, und jetzt musste es schnell gehen. William Kvist schaute auch nach vorne, um zu sehen, wie sich die Mitspieler in Position brachten, und wo sich eine Lücke auftun könnte. Doch dann brach der Däne den Angriff ab, noch ehe dieser so richtig begonnen hatte. Kvist drehte sich mit dem Ball am Fuß nach hinten, passte quer - und das Spiel erlahmte wieder.

Auf den Rängen im Stuttgarter Stadion erstarrten daraufhin einige Fans, weil sie eine solche Aktion zuletzt schon oft zu sehen bekamen. Zu oft, denn die Szene steht sinnbildlich für den VfB-Fußball der vergangenen Monate. Fast nichts geht nach vorne, und was die Angelegenheit bedenklicher macht, ist, dass die Unterstützung aus der Cannstatter Kurve zwar funktioniert, ein anderer Teil der Anhängerschaft jedoch auf Distanz zu ihren Lieblingen geht; dass sich Fans zunehmend damit beschäftigen, was sie mit einer Mannschaft anfangen sollen, die sie immer weniger als solche wahrnehmen.

Was ist das Problem?

Dabei kann sich der VfB glücklich schätzen. Denn der Bundesligist verfügt ja nicht nur über einen Vorzeigeprofi wie Kvist, der im vergangenen Sommer vom FC Kopenhagen nach Stuttgart wechselte, sich schnell einfügte und dem Team mit seiner authentischen Art und seiner strategischen Spielweise guttat. Der VfB verfügt vor allem über eine Reihe von Spielern, die wahrscheinlich im Fanblock der Mercedes-Benz-Arena stehen würden, wenn sie auf dem Wasen nicht einen Vertrag unterschrieben hätten.

Das Problem ist nur, dass die Eigengewächse Serdar Tasci, Sven Ulreich, Christian Gentner und Julian Schieber nur eingeschränkt verkörpern, was den VfB eigentlich ausmacht. Tascis Abwehrspiel gilt als modern, aber auch anfällig. Zudem wirkt der neue Kapitän unnahbar, eine natürliche Autorität strahlt er noch nicht aus. Gentner musste sich schon viele Pfiffe der eigenen Fans anhören, was die sportliche Leitung mit Unverständnis quittierte. Doch Gentner hat sich neue Anerkennung erkämpft. Genau wie der Torhüter Ulreich, dessen Position immer stärker wird. Bleibt Schieber - ein Hoffnungsträger, der erst nicht fit war und jetzt den Fünfmillionenmann Vedad Ibisevic vor sich hat.

Kommentare (14)
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FEB
04
gibt's des, 13:20 Uhr

Drahtseilakt

schließe mich generell dem vorschreiber an. auch ich mache die erfahrung, dass der VfB spätestens ausserhalb des cannstatter dunstkreises zunehmend kritisch betrachtet wird. anders als z.b. gladbach oder dortmund. selbst bei schalke oder bayern gibt es doch nur ein vehementes dafür oder dagegen, nicht aber diese tödliche gleichgültigkeit, mit der zunehmend bereits die eigenen fans ihren club begleiten. mit den "eigengewächsen" ist es so eine sache: natürlich sieht man gerne solche spielen, die sich ausdrücklich (und möglichst nicht nur als lippenbekenntnis) mit dem VfB identizizieren, wenn aber damit nur abstiegskampf oder mittelmaß möglich ist wird's schwer. nämilich mit der akzeptanz. das ist der drahtseilakt: wer aus den eigenen reihen genügt höheren - im falle des VfB: internationalen - ansprüchen. wer kann als ernsthafte identifikationsfigur dazu geholt werden? unsere beiden unvergessenen mexikaner waren da fast einsame leuchttürme in letzter zeit. früher gab's so leute wie Holcer, Dubajic, Katanec (noch früher Gilbert Gress)... hoffen wir, dass Kvist ebenfals in diese richtung geht und - wer weiss: Ibisevic?

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FEB
03
daniel r., 13:54 Uhr

Es fehtl nicht nur Identifikation, sondern auch Sympathie

ich bin glühender vfb-anhänger seit kindheitstagen aber komme aus Köln und habe nicht nur deshalb viele fans anderer mannschaften in meinem freundeskreis. zu meinen leidwesen, wie ich sagen muss ;) das kann aber manchmal auch recht erhellend sein. nämlich dann, wenn man von außen einen objektiven blick auf den verein und die mannschaft bekommt, da der eigene ja doch immer etwas subjektiv ist. und ich kann nur sagen, dass weder verein noch mannschaft außerhalb von stuttgart im moment als große sympathieträger gelten. das war beispielsweise 2007 ganz anders, als wir mit dieser tollen mannschaft meister wurden. oder auch 2003 mit den jungen wilden. die gründe sind die gleichen wie jene, die die identifikation der fans mit der mannschaft und dem verein derzeit schwer machen. es gibt leider einige spieler mit denen man sich schlicht nicht identifizieren kann. bei einigen hat man einfach das gefühl, dass sie söldner sind, denen der verein realitiv egal ist und die nur auf den eigenen vorteil bedacht sind. mögen auch sportliche qualitäten da sein, man hat einfach nciht, dass gefühl, dass diese spieler alles für den verein geben und mit vollem einsatz bei der sache sind. sie wirken eher wie diven, die bei kritik oder einem platz auf der bank, gleich beleidigt sind und mit einem wechsel liebäugeln. das ist dann auch der geist udn die ausstrahlung, mit dem die mannschaft woche für woche auftritt: lustlos und beliebig. ich für meinen teil spiele jedenfalls lieber mit schieber statt ibisevic, auch wenn der vielleicht 3 tore weniger schießt, ich sehe lieber gentner, jemandem der verein wirklich etwas bedeuetet als kuzmanovic, auch wenn kuzmanovic vielleicht der bessere fußballer ist etc. in der hinsicht muss sich beim vfb etwas tun. dann gewinnt man sympathie und identifikation. und das müssen nciht zwangsläufig nur spieler aus der eigenen jugend sein. ich mag z.b. martin harnik, weil er ehrlich echt ist, ein fairer und netter kerl und sportsmann und weil ich das gefühl habe, dass er für den vfb alles gibt. marko reus steht z.b. auch dafür, auch wenn er den club verlässt, so hat er immer als für gladbach gegeben und ist einfach ein guter junge. ich denke auch mit kvist hat man einen spieler geholt, auf den das zutrifft. da müssen wir wieder verstärkt bei transfers drauf achten. und nicht einem 30-jährigen holländischen millionär, der in 4 jahren vfb in erster linie durch nichtleistung und schlechte einstellung aufgefallen ist, einen neuen dicken vertrag geben (wie es immer mal wieder kolportiert wird). letzlich muss man dafür aber auch beachten, dass nur die spieler wertschätzung und sympathie von den fans erfahren, die sportliche ertschätzung durch verein, mannschaft und trainer erfahren. da muss man dann eben auch dafür sorgen, jungen spielern aus der eigenenjugend spielpraxis und verantwortung zu geben und sie nicht wie namen- und gesichtslose bankdrücker und tribünengäste versauern lassen. die fehlende autorität die bei tasci hier angemahnt wird, rührt ja daher, dass er damals zu unrecht von babbel als vizekapitän abgesetzt und dann von gross völlig unbegründet sportlich und menschlich demontiert wurde. hätte man damals schon stärker auf ihn gesetzt, hätte er jetzt bereits das standing, dass er sich jetzt natürlich erst nach und nach erarbeiten muss.

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FEB
03
Kampfgeist, 10:15 Uhr

schliesse mich dem an

guter artikel, weiter so! @manne: stammtischgeschwätz!

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