VfB Stuttgart Umschalten auf den Alltagsmodus
Heiko Hinrichsen, 26.02.2010 09:09 Uhr
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Martin Lanig (li.) und Sebastian Rudy trainieren am Donnerstag unter Aufsicht von Trainer Christian Gross. Foto: Baumann
Martin Lanig (li.) und Sebastian Rudy trainieren am Donnerstag unter Aufsicht von Trainer Christian Gross. Foto: Baumann
Stuttgart - Die Weltstars des FC Barcelona sind abgereist - und mit ihnen die Reportermeute aus Katalonien, aus ganz Spanien und aus halb Europa. Die Flutlicher in der Stuttgarter Arena sind aus, weil die internationale Galanacht vorüber ist. Es ist ein äußerst unterhaltsamer Dienstagabend gewesen, an dessen Ende das Fachblatt "Sport" aus Barcelona schrieb: "Das schlechteste Barça sichert sich das denkbar beste Ergebnis", während die Sportzeitung "Marca" ergänzte: "Barça erinnert daran, was leiden heißt." Die Stuttgarter Profifußballer haben durch ihren unerschrockenen Auftritt beim 1:1 dagegen eine Menge Ruhm und Anerkennung auf der europäischen Bühne eingeheimst. Nun gilt die Konzentration dem nationalen Geschäft. Und der Gegner vom Samstag? Der heißt Eintracht Frankfurt, ein Team also, bei dem nicht Fußballgenies wie Xavi, Andrés Iniesta, Lionel Messi oder Zlatan Ibrahimovic den Ton angeben. Bei den Hessen ist vielmehr ein Raubein wie Maik Franz, zu Karlsruher Zeiten dem Ex-VfB-Torjäger Mario Gomez in inniger Abneigung verbunden, eine Führungsfigur. Franz ist mit fünf Saisontreffern zweitbester Frankfurter Torschütze - das klingt nach fußballerischer Magerkost.

Spieler können sich beweisen


"Wir haben nach dem Barcelona-Spiel nicht ausgelassen gefeiert, sondern uns professionell verhalten. Denn wir wollen unseren Weg weiter gehen - und haben bestimmt kein Motivationsproblem", erklärt der VfB-Trainer Christian Gross nun all denen, die Befürchtungen hegen, das mentale Umschalten von dem Champions-League-Festtagsbetrieb auf den Bundesliga-Alltagsmodus könne einigen Profis vielleicht nicht gelingen. "Wir haben viele Spieler im Kader, die in ihrer Karriere noch für Furore sorgen wollen", sagt der Manager Horst Heldt, "die müssen sich jetzt beweisen. Der FC Bayern wird mit dieser Belastung schon seit Jahren fertig."

Das klingt danach, als hätte man beim VfB das richtige Gespür für die Situation. Denn Horst Heldt sagt zwar, dass "der VfB prinzipiell in der Tabelle vor der Eintracht stehen muss". Doch der 40-Jährige weiß auch, dass der Club aus Frankfurt, der zwischen 1999 und 2001 für 64 Bundesligaspiele sein Arbeitgeber gewesen ist, derzeit vier Punkte mehr auf dem Konto hat als der VfB. "Sie machen in dieser Saison in Frankfurt einiges richtig", betont Heldt.

Wird das Saisonziel nach dem Spiel neu verhandelt?


Nach 19 von 24 möglichen Bundesligapunkten in der Ära Gross soll das Spiel gegen die Eintracht zeigen, wohin die Reise des VfB in dieser Bundesligasaison letztlich führt. Kann der Club noch in den Kampf um die internationalen Plätze eingreifen? "Die Eintracht ist ein routinierter Gegner, der sich auswärts fast leichter tut als zu Hause", sagt der 55-jährige Schweizer. Besiegt sein Team auch die Hessen, wie zuletzt die Konkurrenz aus Köln, Nürnberg, Freiburg, Dortmund, Wolfsburg und Hoffenheim, werden die Cluboberen das Saisonziel wohl umformulieren. "Wenn wir gegen Frankfurt gewinnen, können wir uns neu unterhalten", sagt Horst Heldt.

"Noch sehe ich keinen Grund, etwas an der Zielstellung Nichtabstieg zu ändern", erklärt derweil Christian Gross - trotz 14 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16. "Wir müssen weiter konzentriert bleiben, das zeigt mir allein der Spielkalender für den März." Da muss der VfB zunächst nach Bremen, dann nach Schalke und im Anschluss an das Heimspiel gegen Hannover geht es zum FC Bayern.

Dazwischen steht am 17. März ein weiterer Festtag an, das Rückspiel im Nou Camp. Dann wird der Trubel wieder gewaltig sein. Schließlich erzeugt ein Champions-League-Duell mit dem ruhmreichen FC Barcelona deutlich mehr Aufmerksamkeit als eine Bundesligpartie gegen Frankfurt. Nur bei einer Gruppierung ist das anders: bei der Polizei. Die hat die Partie am Freitag mit der Sicherheitsstufe "Rot" versehen - und wird mit einer Hundertschaft mehr anrücken als zum Spiel gegen Barça.
Kommentare (3)
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FEB
26
D. Ummer Schutzmann, 17:21 Uhr

Mein Wunsch...

Acht Cola, Acht Bier!

FEB
26
Iron-Maik, 15:57 Uhr

Am Samstag...

... mache ich mir einen schönen Kakau mit Schlagsahne. ;-) Und falls Ihr Euch in Barcelona verfahrt und nach dem Weg fragen müßt: Das Stadion heißt "Camp Nou" und nicht andes herum. Auf ein schönes Spiel, IM

FEB
26
p.kauffi, 09:21 Uhr

Schafft Groß die Wende?

Unser VfB hat die große Tugend nach Internationalen wichtigen Spielen in der Bundesliga abzutauchen. Das war nach dem Manu Sieg, nach Bayern Siegen oder mit dem magischen Dreieck. Unsere Hoffnung heißt Christian Groß. Vielleicht schafft er mit seiner Erfahrung die Wende zum Guten. Eigentlich sind die Spieler gefordert, leider hat dies nie geklappt. Das macht den Unterschied zu den TOPP Clubs aus. Wir sind jedesmal kurz davor und fallen dann wieder gewaltig zurück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.