VfB Stuttgart Warum Gentner gerne gegen Frankfurt spielt

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In Frankfurt präsentiert sich der VfB-Kapitän Christian Gentner regelmäßig in Bestform – auch am Samstag wieder, als er an vier Schlüsselszenen beteiligt war.

Gentners Jubel in Frankfurt Foto: Getty
Gentners Jubel in FrankfurtFoto: Getty

Frankfurt - Am liebsten würde Christian Gentner (30) jetzt vermutlich einen Antrag an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) schicken und darum bitten, künftig alle 34 Saisonspiele mit dem VfB in Frankfurt bestreiten zu dürfen. Nicht weil ihm der Äppelwoi in den Bembeln von Sachsenhausen so gut schmecken würde, sondern aus sportlichen Gründen. Denn die Eintracht ist der absolute Lieblingsgegner des Stuttgarter Kapitäns. „Diese Mannschaft scheint mir zu liegen“, sagt Gentner.

Dabei könnte er das Wort „scheint“ eigentlich spätestens seit Samstag ersatzlos streichen und stattdessen einfach nur sagen: „Diese Mannschaft liegt mir.“ Denn in jeder Partie gibt es Schlüsselszenen, die maßgeblich über den Ausgang entscheiden. In Frankfurt waren es gleich vier. Jedes Mal war Gentner unmittelbar beteiligt – und jedes Mal gab es ein glückliches Ende für ihn.

Aktion eins: 27 Minuten sind absolviert, als der VfB nach einer perfekten Kombination über Timo Werner und Lukas Rupp in Führung geht. Torschütze: Gentner. Aktion zwei: Kurz danach fliegt ein Freistoß in den Stuttgarter Strafraum, der mit der Hand abgewehrt wird – von Gentner. Aber der Schiedsrichter Peter Sippel verhängt keinen Elfmeter. Aktion drei: Unmittelbar nach dem Frankfurter Anschlusstreffer zum 1:2 (52.) ist der VfB-Keeper Przemyslaw Tyton schon wieder geschlagen. Aber kurz vor der Linie rettet – Gentner. Aktion vier: Die Eintracht drängt auf den Ausgleich, als der VfB einen Konter startet. Georg Niedermeier vollendet per Kopf (65.). Die Flanke kommt von – Gentner.

Nach dem Spiel spricht er nicht von den Glanztaten

So ist es ein Tag wie gemalt für ihn, aber das ist dann ja nichts Neues, wenn es nach Frankfurt geht. Schließlich ist es ja schon beim letzten Mal am 25. Oktober 2014 so gewesen, als Gentner sogar zwei Treffer zum 5:4-Sieg beisteuerte. Das nennt man dann wohl einen Lauf. Überhaupt hat keine Mannschaft in der Geschichte der Bundesliga in Auswärtsspielen bei der Eintracht mehr Tore erzielt als der VfB.

Aber typisch Gentner, dass er nach der Partie am Samstag wenig über seine Glanztaten spricht und mehr über sein Handspiel. Er könne die Aufregung der Frankfurter verstehen, sagt er, da habe es in der Bundesliga schon bei geringeren Anlässen einen Elfmeter gegeben. Er muss es wissen, da er bereits 301 Einsätze hinter sich hat, 99 für Wolfsburg und 202 für den VfB, mit dem er in den vergangenen Jahren alle Höhen und Tiefen erlebte.

Aktuell scheint es nach oben zu gehen, wobei das Wort „scheint“ in diesem Fall wohl anders als beim Lieblingsgegner angebracht ist, sagt Gentner, denn „wir werden auch wieder mal verlieren – und entscheidend wird dann sein, wie wir damit umgehen“.

Er ist vorsichtig, weil ihn die Erfahrung lehrt, wie schnell ein Trend ins Gegenteil umschlagen kann. Nicht dass das schon jetzt im DFB-Pokal passiert. Da trifft der VfB an diesem Dienstag auf Borussia Dortmund. Keine Frage, ein Spiel bei Eintracht Frankfurt würde Gentner vorziehen..