VfB-Torjäger Ibisevic in der Krise Mann, oh Mann
Thomas Haid, 24.02.2013 20:19 UhrStuttgart - Die 55. Minute läuft, als der VfB einen Angriff vorträgt, dessen Ende Vedad Ibisevic (28) später so kommentieren wird: „Mann, oh Mann.“ Zuvor auf dem Platz war er enttäuscht in die Knie gegangen, weil er den Ball aus wenigen Metern über das Nürnberger Gehäuse befördert hatte. Wenn er getroffen hätte, wäre es das 2:0 gewesen und wohl die Entscheidung. Aber so hieß es nach dem Schlusspfiff 1:1. Mann, oh Mann, lautet deshalb das Fazit von Ibisevic, das jedoch nicht nur zu seinem Aufritt am Samstag passt und auch nicht nur zu seiner persönlichen Bilanz seit Weihnachten, sondern zur Entwicklung des gesamten Teams in diesen Wochen.
Die Stuttgarter Misere an Ibisevic festzumachen, wäre jedoch ungerecht – einerseits. Andererseits leidet der VfB unter den Fehlschüssen fast mehr als der Spieler selbst. Ibisevic war in der Hinserie der effektivste Stürmer in der Liga, der die meisten spielentscheidenden Tore erzielt hat, insgesamt zehn. Der VfB lag gut im Rennen. In der Rückrunde ist Ibisevic bisher leer ausgegangen. Der VfB ist abgerutscht.
Mann, oh Mann. Seit 569 Minuten wartet Ibisevic nun schon auf ein Erfolgserlebnis in der Eliteklasse. Dazu kommen nach der Winterpause noch einmal 180 Minuten aus der Europa League. Für einen Torjäger ist das eine sehr lange Zeit und eine harte Phase, die momentan beispielsweise auch Klaas-Jan Huntelaar auf Schalke durchmacht. Er und Ibisevic sind ziemlich ähnliche Spielertypen, die sich fast ausschließlich über ihre Treffsicherheit definieren – im Gegensatz etwa zu dem in der Torschützenliste führenden Leverkusener Stefan Kießling, der zudem auch noch neunmal als Vorbereiter in Erscheinung trat. Auf dem Konto von Ibisevic und Huntelaar stehen dagegen jeweils nur drei Assists. Umso bitterer sind dann Tage wie diese.
„Und dann kommt der Ball“
Besonders problematisch ist es für den VfB, weil er die Treffer von Ibisevic dringend benötigt. Seit der Bosnier seine Ladehemmung hat, brachte die Mannschaft in sieben Bundesligaspielen nur noch dürftige fünf Tore zu Stande und markierte dabei nie mehr als einen Treffer pro Partie. Das sind die Fakten. Mann, oh Mann.
Ibisevic verlässt die Kabine und wird mit den Zahlen konfrontiert. Er hätte sie nicht parat gehabt. Trotzdem findet er es „sehr interessant, dass da alle mitzählen“. Warum er das für so spannend hält, sagt er nicht. Eigentlich müsste es ihn eher langweilen, da es ihm bekannt vorkommen dürfte. Denn schon bei seinem früheren Verein in Hoffenheim verzeichnete Ibisevic solche Durststrecken – die letzte vor seinem Wechsel zum VfB im Januar 2012. Dennoch gibt es einen Unterschied. Während er bei seinem alten Club in schlechten Zeiten auf die Bank verbannt wurde, droht ihm dieses Schicksal in Stuttgart nicht. Der VfB kann Ibisevic nicht ersetzen.
Vielleicht erklärt das, warum er trotz seiner Flaute recht ausgeglichen wirkt. Im Augenblick klappe es zwar nicht so, wie er sich das vorstelle, „aber das nervt mich nicht“, sagt Ibisevic. Entspannt fügt er hinzu: „Man arbeitet und rackert 90 Minuten lang, damit man wenigstens eine Chance bekommt. Und dann kommt der Ball. Da muss man total konzentriert sein.“ Mann, oh Mann, das ist er gerade offensichtlich nicht. Denn Möglichkeiten wie gegen Nürnberg hätte er im Herbst wahrscheinlich noch mit verbundenen Augen genutzt.
Eventuell sind das auch die Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen, als er hinterher auf dem Bildschirm in den Katakomben der Mercedes-Benz-Arena noch einmal seine Szene aus der 55. Minute betrachtet. Unmittelbar zuvor hatte Ibisevic erklärt, dass überhaupt kein Grund zur Aufregung bestehe und dass es jetzt nur wichtig sei, „einen kühlen Kopf zu bewahren.“ Dann sieht er sich im Fernsehen.
Mann, oh Mann.

Das Bundesliga-Tippspiel zur Saison 2012/2013:
Die neue Kolumne zum VfB Stuttgart - doch wir blicken auch über den Kesselrand hinaus.
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asd
?Dort wird vermutlich Mandzukic, der bislang in allen wichtigen Spielen den Vorzug vor Mario Gomez erhielt, solche Pässe empfangen und abschirmen. Speziell im Spiel gegen den Ball beweist er seinen Wert für die neuen Bayern. Er stellt nicht nur Passwege zu, sondern arbeitet aggressiv und intelligent gegen den Ball. Verliert ein Mitspieler den Ball, sprintet der kroatische Angreifer zurück und setzt den Balleroberer unter Druck. Er passt damit perfekt zur neuen Ausrichtung. Artikel aus Spiegel-online Kießling spielt ähnlich siehe 9 Torvorlagen Warum sitzt Gomez regelmäßig auf der Bank??
@Analyst
Interessant. Und warum stehen dann 'Stoßstürmer' wie Mandzukic oder Kießling ganz vorne in der Torjägerliste? Warum war/ist Mario Gomez einer der torgefährlichsten Stürmer Europas? Meine Antwort lautet: weil andere in der jeweiligen Mannschaft so schnell und variabel spielen, dass sich immer wieder Lücken auftun, in die der sog. Stoßstürmer - tja - stösst. Und das ist meiner Ansicht nach das große Manko beim VfB: das von den Außenpositionen viel zuwenig kommt. Aber ich denke, dass der VfB mit Traoré und Maxim auf diesen Positionen für die Zukunft gut aufgestellt ist.
Wettkampf üben
Wie kann ich den 7 Spiele als Verantwortlicher zuschauen bis mein Stürmer mal wieder das Tor trifft. Ich wiederhole mich wieder, bitte unter der Woche gegen schwächere Gegner üben, üben, üben.......... Wen es nicht läuft muss ich mir das Selbstvertrauen wieder hart erarbeiten. Den Fan freut es, jeder Amateurverein freut sich ...... Aber die Herren Profi sind ja ersichtlich in Ihren 3.Wettbewerben überfordert u. fühlen sich geschwächt. Ruht Euch weiter auf vergangene Erfolge aus. Was ist mit den geforderten u. erhaltenen Neueinkäufen Hr.BL ?! Zu kalt, noch fremd, oder was....?! Bei der Gage schlage ich hinten den Ball im 16-er ab u. köpfe ihn vorne beim Schäfer (Nürnberg) rein. Ole, Ole, VfB.........