VfB-Trainer Gross
Einen Problemberg abgetragen
Thomas Haid,
11.03.2010 18:05 Uhr
Der Trainer Christian Gross beobachtet alles ganz genau. Foto: Baumann
""Jeder von uns kennt genau seine Aufgabe, weil der Trainer viel mit uns spricht.""
Der Verteidiger Serdar Tasci über Christian Gross
Das Sturmproblem
Vor Gross stand fest, dass sich der VfB in der Winterpause im Angriff verstärken würde. Der Markt wurde bereits genau beobachtet, denn Cacau schien zu unbeständig und Julian Schieber zu unerfahren - und Pawel Pogrebnjak sowie Ciprian Marica galten als Fehleinkäufe. Mit Gross wurden die Transferbemühungen eingestellt. Der Trainer sprach sich sofort gegen einen neuen Stürmer aus und sagte, er sei zufrieden mit denen, die er habe. Danach blühten speziell Cacau und Pogrebnjak auf. "Der Trainer vertraut uns - und das wollen wir ihm zurückzahlen", sagt Pogrebnjak.
Das Torwartproblem
Vor Gross waren die Sonderrechte von Jens Lehmann immer wieder ein Konfliktthema in der Mannschaft. Zudem fiel der frühere Nationalkeeper durch Eskapaden wie den unerlaubten Besuch des Oktoberfests auf, was ihm eine Abmahnung einbrachte. Und mit seiner Kritik an der Vereinsführung machte er sich nach der Babbel-Entlassung beim VfB auch keine Freunde. Mit Gross fiel Lehmann nur noch einmal aus der Rolle, als er nach seiner Roten Karte in Mainz aus dem Stadion flüchtete. Anschließend hat ihn der Trainer vor der Suspendierung beim VfB bewahrt. Lehmann bedankt sich, indem er seitdem schweigt.
Das Hleb-Problem
Vor Gross war der Mittelfeldspieler ein Schatten seiner selbst. In der gesamten Hinrunde bereitete er kein einziges Tor vor, geschweige denn, dass er eines erzielt hätte. Er wirkte lustlos, und viele Fans fragten sich bereits, ob der VfB vielleicht einen Doppelgänger von Hleb verpflichtet hat. Mit Gross fand ein Umdenken statt. Dabei baute der Trainer ein Reizklima auf, indem er den Spieler regelmäßig auswechselte. Wenn Gross damit eine Trotzreaktion provozieren wollte, ist ihm das offensichtlich gelungen. Hleb steigerte sich und brachte es in der Rückserie bisher immerhin auf drei Assists. Außerdem spielte er am Samstag bei Werder Bremen erstmals unter Gross in der Bundesliga die vollen 90 Minuten durch.
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So schaut's aus
Jupp, Svenni! Da kann ich dir nur Recht geben. Ich bin froh dass endlich mal jemand die Dinge klar sieht. Mir geht das gewettere gegen Heldt in letzter Zeit schon mächtig auf die Nerven.
@ Realist & wer sich sonst noch angesprochen fühlt
Ich halte es hier mit der Kernaussage von Svenni: Der VfB war die erfolgreichste Mannschaft der letzten 4 Jahre. Dem Manager Horst Heldt einen Anteil an dieser Erfolgsbilanz abzusprechen ist ignorant und falsch. Auch die anderen Kritiken an Staudt (bzw. dem Vorstand allgemein),Veh und Babbel lassen nur den Schluss zu, dass es sich hier in Gänze um beliebig austauschbare Marionetten handelt und eigentlich allein die Mannschaft für das Wohl und Wehe des Vereins verantwortlich ist. Ich finde diese ewige Diskussion um Heldt & Co einfach nur noch ermüdent, da vermutlich keiner der Schreiber dieser Kommentare im wahren Leben derartig in einer (auch von der Dimension her) vergleichbaren Verantwortung steht, um die Komplexität und die internen BL- und Vereinsmechanismen zu durchschauen und beurterilen zu können (ich schließe mich da ausdrücklich mit ein!!!). Der Artikel sollte eigentlich nur die Stärken in der Personalführung und die fachliche Qualität des Trainer Gross herausstellen. Und das ist n.m.E. auch gut gelungen.
zum VfB
So, jetzt muss ich doch auch noch meinen Senf dazugeben ;-). Denn wenn ich lesen muss, dass eine sportliche Rückwärtsentwicklung stattgefunden hat, muss ich da ein wenig einschreiten. Welcher Sportmanager war denn im Amt, als der VfB 2007 Meister wurde? Wer war derjenige, der mit den Mexikanern und der Verpflichtung von einem Zweitligaspieler (Hilbert, wobei ich jetzt nicht sein Freund bin, bitte nicht falsch verstehen) damals alles richtig gemacht hat und den vorher fast alle, vorsichtig ausgedrückt, als sehr mutig hingestellt hatten? Welcher Verein kann in den letzten drei Jahren die Bilanz 1., 6. (beste Platzierung jemals nach einer Meistersaison) und 3. Platz vorweisen?? Besser sind hier nur die Bayern. Dass Horst Heldt Fehler in den letzten 2 Jahren gemacht hat, möchte ich ja gar nicht bestreiten, aber wenn man seine Gesamtbilanz die letzten 4 Jahre etwa anschaut und das mit der gesamten Liga vergleicht. Und dazu sich noch vor Augen führt, dass er als Neuling direkt vom Rasen in dieses Metier gekommen ist... Also bitte, da kann es doch nicht wahr sein, ihn so derart zu kritisieren und schlecht zu machen. 30 Millionen für ein Eigengewächs zu kassieren. Das gab es Deutschlandweit noch nie und wird bestimmt lange Zeit unerreicht bleiben. Schaut doch die Vereine um Leverkusen, Schalke, HSV, Dortmund, Berlin an. Die haben auch solche Ansprüche und was ist da?? Und wenn man dann noch bedenkt, von wo wir kommen, nach der Zeit von MV, da war die Lizenz für Liga 1 alles andere als eine Selbstverständlichkeit, um ein Haar hätten wir uns in Liga 3 wieder neu sortieren müssen!! Und heuer entsteht ein neues, reines Fußballstadion, für dessen Verwirklichung sich die Fans ja mehr als eingesetzt haben. Und die Finanzierung meistert der Verein größtenteils allein, vor allem dass dies möglich ist, ist schon sensationell. Also, ich kann nur sagen, der VfB ist auf einem sehr guten Weg, sportlich, wie wirtschaftlich. Auch wenn es wie zuletzt mit Babbel wieder lange Zeit nicht so aussah, hat man doch wieder sehr gut die Kurve bekommen. Deshalb bin ich jetzt mit einem Trainer wie Chr. Gross davon überzeugt, dass wir in den nächsten 5 Jahren, die feste Nr. 2 hinter Bayern München sein werden, vllt. sogar ernsthaft mit denen auf Augenhöhe! Vielen Dank fürs lesen... ;-) Und auf 3 Punkte heute Abend. VfB - ein Leben lang!!