VfB-Trainer Gross
Einen Problemberg abgetragen
Thomas Haid,
11.03.2010 18:05 Uhr
Der Trainer Christian Gross beobachtet alles ganz genau. Foto: Baumann
""Jeder von uns kennt genau seine Aufgabe, weil der Trainer viel mit uns spricht.""
Der Verteidiger Serdar Tasci über Christian Gross
Das Tabellenproblem
Vor Gross belegte der VfB den 16. Platz. Der Abstieg drohte. Von den ersten 15 Saisonspielen hatte die Mannschaft nur zwei gewonnen, das letzte am 26. September in Frankfurt. Mit Gross hat sich der Club auf Rang sieben vorgekämpft und stellt das zweitbeste Rückrundenteam, einen Zähler hinter dem FC Bayern. Der Abstand zu Platz fünf, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, beträgt nur noch sieben Punkte. Vielleicht reicht auch der sechste Rang. Dazu fehlen vier Zähler.
Das Stimmungsproblem
Vor Gross herrschte im Verein und im Umfeld eine explosive Mischung aus Niedergeschlagenheit und Aggressivität. Das entlud sich nach dem 1:1 am 5. Dezember gegen Bochum, als einige gewaltbereite Fans ihren Zorn gegen die Mannschaft richteten. Mit Gross ist es auf allen Ebenen friedlich geworden. Der Schulterschluss ist vollzogen - Spieler und Anhänger sind wieder vereint.
Das Disziplinproblem
Vor Gross lief vieles im Kader aus dem Ruder. Es gab Profis, die zu spät zu einem Treffpunkt erschienen oder die das falsche T-Shirt trugen oder die beispielsweise verbotenerweise im Mannschaftsbus telefonierten. Sichtbare Konsequenzen hatte das keine. Auf dem Platz setzten sich diese Verfehlungen dann fort, denn auch da wurden die Absprachen zunehmend seltener befolgt. Mit Gross ist ein neuer Geist eingezogen. Er ist der Chef - und der Chef hat recht. "Anweisungen, über die manche bis vor kurzem noch gemurrt hätten, werden heute von den Spielern anstandslos umgesetzt", sagt der Manager Horst Heldt.
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So schaut's aus
Jupp, Svenni! Da kann ich dir nur Recht geben. Ich bin froh dass endlich mal jemand die Dinge klar sieht. Mir geht das gewettere gegen Heldt in letzter Zeit schon mächtig auf die Nerven.
@ Realist & wer sich sonst noch angesprochen fühlt
Ich halte es hier mit der Kernaussage von Svenni: Der VfB war die erfolgreichste Mannschaft der letzten 4 Jahre. Dem Manager Horst Heldt einen Anteil an dieser Erfolgsbilanz abzusprechen ist ignorant und falsch. Auch die anderen Kritiken an Staudt (bzw. dem Vorstand allgemein),Veh und Babbel lassen nur den Schluss zu, dass es sich hier in Gänze um beliebig austauschbare Marionetten handelt und eigentlich allein die Mannschaft für das Wohl und Wehe des Vereins verantwortlich ist. Ich finde diese ewige Diskussion um Heldt & Co einfach nur noch ermüdent, da vermutlich keiner der Schreiber dieser Kommentare im wahren Leben derartig in einer (auch von der Dimension her) vergleichbaren Verantwortung steht, um die Komplexität und die internen BL- und Vereinsmechanismen zu durchschauen und beurterilen zu können (ich schließe mich da ausdrücklich mit ein!!!). Der Artikel sollte eigentlich nur die Stärken in der Personalführung und die fachliche Qualität des Trainer Gross herausstellen. Und das ist n.m.E. auch gut gelungen.
zum VfB
So, jetzt muss ich doch auch noch meinen Senf dazugeben ;-). Denn wenn ich lesen muss, dass eine sportliche Rückwärtsentwicklung stattgefunden hat, muss ich da ein wenig einschreiten. Welcher Sportmanager war denn im Amt, als der VfB 2007 Meister wurde? Wer war derjenige, der mit den Mexikanern und der Verpflichtung von einem Zweitligaspieler (Hilbert, wobei ich jetzt nicht sein Freund bin, bitte nicht falsch verstehen) damals alles richtig gemacht hat und den vorher fast alle, vorsichtig ausgedrückt, als sehr mutig hingestellt hatten? Welcher Verein kann in den letzten drei Jahren die Bilanz 1., 6. (beste Platzierung jemals nach einer Meistersaison) und 3. Platz vorweisen?? Besser sind hier nur die Bayern. Dass Horst Heldt Fehler in den letzten 2 Jahren gemacht hat, möchte ich ja gar nicht bestreiten, aber wenn man seine Gesamtbilanz die letzten 4 Jahre etwa anschaut und das mit der gesamten Liga vergleicht. Und dazu sich noch vor Augen führt, dass er als Neuling direkt vom Rasen in dieses Metier gekommen ist... Also bitte, da kann es doch nicht wahr sein, ihn so derart zu kritisieren und schlecht zu machen. 30 Millionen für ein Eigengewächs zu kassieren. Das gab es Deutschlandweit noch nie und wird bestimmt lange Zeit unerreicht bleiben. Schaut doch die Vereine um Leverkusen, Schalke, HSV, Dortmund, Berlin an. Die haben auch solche Ansprüche und was ist da?? Und wenn man dann noch bedenkt, von wo wir kommen, nach der Zeit von MV, da war die Lizenz für Liga 1 alles andere als eine Selbstverständlichkeit, um ein Haar hätten wir uns in Liga 3 wieder neu sortieren müssen!! Und heuer entsteht ein neues, reines Fußballstadion, für dessen Verwirklichung sich die Fans ja mehr als eingesetzt haben. Und die Finanzierung meistert der Verein größtenteils allein, vor allem dass dies möglich ist, ist schon sensationell. Also, ich kann nur sagen, der VfB ist auf einem sehr guten Weg, sportlich, wie wirtschaftlich. Auch wenn es wie zuletzt mit Babbel wieder lange Zeit nicht so aussah, hat man doch wieder sehr gut die Kurve bekommen. Deshalb bin ich jetzt mit einem Trainer wie Chr. Gross davon überzeugt, dass wir in den nächsten 5 Jahren, die feste Nr. 2 hinter Bayern München sein werden, vllt. sogar ernsthaft mit denen auf Augenhöhe! Vielen Dank fürs lesen... ;-) Und auf 3 Punkte heute Abend. VfB - ein Leben lang!!