VfB-Transfers
Der Neue ist noch nicht satt
Heiko Hinrichsen,
01.09.2010 07:25 Uhr
VfB-Transfers mit unterschiedlichen Vorzeichen: Mauro Camoranesi hat in seiner Karriere schon so ziemlich alles erreicht. Foto: Baumann
Stuttgart - In der Nacht zum Montag, 30 Minuten nach Mitternacht, hat Mauro Camoranesi erstmals intensiven Kontakt zu den neuen Teamkollegen vom VfB Stuttgart aufgenommen. Um diese Uhrzeit sendete das italienische Privatfernsehen die Aufzeichnung des Bundesligaspiels VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund (1:3). Eine Halbzeit lang schaute der Italoargentinier zu – dann ging er müde zu Bett.
"Der VfB hat eine aggressive Mannschaft – und kann ganz oben mitspielen", sagte Mauro Camoranesi gestern nach der Ankunft im Presseraum der Stuttgarter. Zuvor hatte er die sportärztliche Untersuchung anstandslos passiert und einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterzeichnet. Seine positiven Erkenntnisse über die neuen Mitspieler wird die zwei Millionen Euro Ablöse teure neue Nummer 16 ("meine Glückszahl") aber sicher nicht in den 45 Minuten gegen Dortmund gesammelt haben, als der VfB bei 0:3-Rückstand furchtbaren Fußball zeigte.
Mauro Camoranesi, ein nur 1,74 Meter großer Fußballer, ist trotz des aktuellen Tabellenplatzes 18 nach Stuttgart gekommen. "Ich hatte mehrere Angebote vorliegen, aber der VfB war der prestigeträchtigste Verein", sagte der Neue, der das rechte offensive Mittelfeld beleben soll, aber auch den defensiven Part sowie die Rolle des Spielmachers übernehmen kann.
Camoranesi, geboren im argentinischen Tandil, aber mit einem italienischen Großvater im Stammbaum, hat in seinem Fußballerleben bereits allerhand erreicht: Er ist 2003 Italienischer Meister geworden und scheiterte im selben Jahr mit Juventus Turin erst im Finale der Champions League per Elfmeterschießen am AC Mailand. Der Höhepunkt aber, das war für ihn ganz klar "Berlino 2006", der Gewinn der Weltmeisterschaft mit der Squadra azzurra. Vor vier Jahren stach Camoranesi auf der Weltbühne des Fußballs nicht nur wegen seines langen Zopfes ins Auge. Der dynamische Außenspieler glänzte vielmehr als Terrier, Dribbler, Pass- und Ideengeber gleichermaßen.
"Ich hatte zuletzt keine leichte Zeit in Turin", sagt Camoranesi, den der neue, eigenwillige Juve-Coach Luigi Del Neri nach zuletzt 24 Saisonspielen ins Abseits beförderte. So kommt der 55-fache italienische Internationale, der seit der WM 2010 auch vom neuen Nationaltrainer Cesare Prandelli unberücksichtigt blieb, in dieser Saison zwar auf 40 Trainingstage, wurde bei Juve aber in keinem Testspiel eingesetzt. Auch beim Saisonauftakt der Turiner am Sonntag beim AS Bari (0:1) fehlte er.
Ist Camoranesi, bald 34 Jahre alt, im Spätherbst seiner Karriere gar schon satt? "Ganz sicher nicht", konterte der Neue, dem in Italien auch eine sportliche Härte im Umgang mit den Medien nachgesagt wird: "Ich werde beim VfB beweisen, dass ich weiter Lust am Fußball habe." Mit dem Trainer Christian Gross hat sich der Mittelfeldspieler, dessen Lebensgefährtin und drei Kinder ihn nach Stuttgart begleiten, bereits ausgiebig ausgetauscht. "Wir haben mit Mauro eine Persönlichkeit hinzubekommen. Wir brauchen Erfahrung, denn unser Team ist sehr jung", sagte der Manager Fredi Bobic, der in dem Bemühen, einen weiteren gestanden Profi zu verpflichten, am Dienstag aber eine schmerzliche Niederlage einstecken musste.
"Wir haben bis zur letzten Sekunde um Mladen Petric gekämpft, konnten ihn aber nicht verpflichten", sagte Bobic eine Stunde nach Schließung der Transferliste um 12 Uhr. Damit war es unmöglich, den Stürmer vom Hamburger SV vor Ende der Transferperiode gestern um Mitternacht nach Stuttgart zu holen.
"Wir waren mit dem Spieler einig, aber nicht mit dem HSV", sagte Bobic, der seinen Vorstand lobte: "Der Verein hat sich finanziell zur Decke gestreckt." Der VfB war demnach bereit, Petric’ Gehalt von rund drei Millionen Euro zu bezahlen, nicht aber die vom HSV-Boss Bernd Hoffmann geforderte Ablösesumme. "Die war utopisch", sagte Bobic, der klarstellte, dass der HSV wesentlich mehr als die 3,5 Millionen Euro haben wollte, die der Manager Bastian Reinhardt später kommunizierte.
Einen weiteren Neuen hat sich der VfB aber doch noch gesichert: Er heißt Mamadou Bah und kommt für 500.000 Euro Ablöse vom französischen Zweitligaabsteiger Racing Straßburg. Der Nationalspieler Guineas reiste nach dem medizinischen Check gestern allerdings eilig wieder ab. Muss Bah doch für sein Heimatland in der Qualifikation zum Afrikacup 2012 in Äthiopien antreten. "Wir erhoffen uns, mit ihm mehr Alternativen zu haben", sagte Fredi Bobic. Bah ist ein defensiver Mittelfeldspieler – dort wäre er eine Alternative für Christian Träsch, der für die verletzten Philipp Degen und Stefano Celozzi als rechter Verteidiger einspringen soll.
"Der VfB hat eine aggressive Mannschaft – und kann ganz oben mitspielen", sagte Mauro Camoranesi gestern nach der Ankunft im Presseraum der Stuttgarter. Zuvor hatte er die sportärztliche Untersuchung anstandslos passiert und einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterzeichnet. Seine positiven Erkenntnisse über die neuen Mitspieler wird die zwei Millionen Euro Ablöse teure neue Nummer 16 ("meine Glückszahl") aber sicher nicht in den 45 Minuten gegen Dortmund gesammelt haben, als der VfB bei 0:3-Rückstand furchtbaren Fußball zeigte.
"Der VfB war der prestigeträchtigste Verein"
Mauro Camoranesi, ein nur 1,74 Meter großer Fußballer, ist trotz des aktuellen Tabellenplatzes 18 nach Stuttgart gekommen. "Ich hatte mehrere Angebote vorliegen, aber der VfB war der prestigeträchtigste Verein", sagte der Neue, der das rechte offensive Mittelfeld beleben soll, aber auch den defensiven Part sowie die Rolle des Spielmachers übernehmen kann.
Camoranesi, geboren im argentinischen Tandil, aber mit einem italienischen Großvater im Stammbaum, hat in seinem Fußballerleben bereits allerhand erreicht: Er ist 2003 Italienischer Meister geworden und scheiterte im selben Jahr mit Juventus Turin erst im Finale der Champions League per Elfmeterschießen am AC Mailand. Der Höhepunkt aber, das war für ihn ganz klar "Berlino 2006", der Gewinn der Weltmeisterschaft mit der Squadra azzurra. Vor vier Jahren stach Camoranesi auf der Weltbühne des Fußballs nicht nur wegen seines langen Zopfes ins Auge. Der dynamische Außenspieler glänzte vielmehr als Terrier, Dribbler, Pass- und Ideengeber gleichermaßen.
Camoranesi hat weiter Lust am Fußball
"Ich hatte zuletzt keine leichte Zeit in Turin", sagt Camoranesi, den der neue, eigenwillige Juve-Coach Luigi Del Neri nach zuletzt 24 Saisonspielen ins Abseits beförderte. So kommt der 55-fache italienische Internationale, der seit der WM 2010 auch vom neuen Nationaltrainer Cesare Prandelli unberücksichtigt blieb, in dieser Saison zwar auf 40 Trainingstage, wurde bei Juve aber in keinem Testspiel eingesetzt. Auch beim Saisonauftakt der Turiner am Sonntag beim AS Bari (0:1) fehlte er.
Ist Camoranesi, bald 34 Jahre alt, im Spätherbst seiner Karriere gar schon satt? "Ganz sicher nicht", konterte der Neue, dem in Italien auch eine sportliche Härte im Umgang mit den Medien nachgesagt wird: "Ich werde beim VfB beweisen, dass ich weiter Lust am Fußball habe." Mit dem Trainer Christian Gross hat sich der Mittelfeldspieler, dessen Lebensgefährtin und drei Kinder ihn nach Stuttgart begleiten, bereits ausgiebig ausgetauscht. "Wir haben mit Mauro eine Persönlichkeit hinzubekommen. Wir brauchen Erfahrung, denn unser Team ist sehr jung", sagte der Manager Fredi Bobic, der in dem Bemühen, einen weiteren gestanden Profi zu verpflichten, am Dienstag aber eine schmerzliche Niederlage einstecken musste.
Bobic mit Petric, aber nicht mit dem HSV einig
"Wir haben bis zur letzten Sekunde um Mladen Petric gekämpft, konnten ihn aber nicht verpflichten", sagte Bobic eine Stunde nach Schließung der Transferliste um 12 Uhr. Damit war es unmöglich, den Stürmer vom Hamburger SV vor Ende der Transferperiode gestern um Mitternacht nach Stuttgart zu holen.
"Wir waren mit dem Spieler einig, aber nicht mit dem HSV", sagte Bobic, der seinen Vorstand lobte: "Der Verein hat sich finanziell zur Decke gestreckt." Der VfB war demnach bereit, Petric’ Gehalt von rund drei Millionen Euro zu bezahlen, nicht aber die vom HSV-Boss Bernd Hoffmann geforderte Ablösesumme. "Die war utopisch", sagte Bobic, der klarstellte, dass der HSV wesentlich mehr als die 3,5 Millionen Euro haben wollte, die der Manager Bastian Reinhardt später kommunizierte.
Einen weiteren Neuen hat sich der VfB aber doch noch gesichert: Er heißt Mamadou Bah und kommt für 500.000 Euro Ablöse vom französischen Zweitligaabsteiger Racing Straßburg. Der Nationalspieler Guineas reiste nach dem medizinischen Check gestern allerdings eilig wieder ab. Muss Bah doch für sein Heimatland in der Qualifikation zum Afrikacup 2012 in Äthiopien antreten. "Wir erhoffen uns, mit ihm mehr Alternativen zu haben", sagte Fredi Bobic. Bah ist ein defensiver Mittelfeldspieler – dort wäre er eine Alternative für Christian Träsch, der für die verletzten Philipp Degen und Stefano Celozzi als rechter Verteidiger einspringen soll.
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Ablösesumme
Daß der VfB weit mehr als 3,5 Mil. geboten hat, weiß man seit Tagen wenn man sich dafür interessiert - Ich frage mich also was manche Kommentatoren hier für Müll schreiben . . . Das selbe gilt für "FussballTransfers.com" - die schreiben auch seit Tagen und 5 x am Tag diese 3,5 Mille. Die sind auch blind :-)
ein bisschen Fairness bitte
den neuen Spielern gegenüber! Zur Transferpolitik grundsätzlich kann man stehen, wie man will, aber Audel hat sich im Pokalspiel verletzt, Degen ist an einer Viruskrankheit erkrankt. Das soll anderen auch schon passiert sein, möglicherweise sogar Karin schon? Davor schützt kein Medizincheck! Hoffe, dass die beiden nicht zu lange ausfallen, gerade Audel hat keinen so schlechten Eindruck gemacht.
Typisch VfB
Camoranesi finde ich gut, aber der allein kanns auch nicht richten. Die Kritik von Armin Veh finde ich ganz richtig, dass der VfB für Rudy 5 Millionen forderte und für Petric nur 3,5 Millionen bezahlen wollte. Was machen die eigentlich mit den ganzen Millionen die sie eingenommen haben? Die Vorstände damit bezahlen? Die stecken doch bestimmt nicht alles in die Jugendarbeit? Und für den Stadionumbau auch nicht. Für die 2.Liga hätte das alte Stadion auch gereicht. Der VfB will nur immer Geld einnehmen, aber ja keins ausgeben. Man muss ja nicht Schulden mache wie Schalke, aber sinnvoll investieren. Das weis sogar ich als Laie. Ich dachte auch dass sich mit Bobic etwas ändert, aber der unterwirft sich genauso. Marica und Pogrebniak gehören verkauft. Und mit Degen und Audel haben sie wieder dauerverletzte Spieler gekauft . Ich dachte die mussten vorher zum Medizincheck? Und Bah ist ein Spieler der 2. französischen Liga. Prima. Der VfB möchte sich also in Zukunft in der unteren Tabelle aufhalten. Die Vereinsführung soll endlich ausgetauscht werden.