VGH-Urteil zu Stuttgart 21 Bauarbeiten werden gestoppt

Von dpa 

Update: Nach dem Gerichtsurteil setzt die Bahn die Bauarbeiten am Grundwassermanagement aus. Der Abbruch des Südflügels soll aber wie geplant stattfinden.

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Stuttgart - Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs setzt die Bahn die Bauarbeiten am Grundwassermanagement für Stuttgart 21 aus. Dies gelte bis zur abschließenden Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes über die beantragte Änderung der Baugenehmigung, teilte die Bahn am Freitag in Stuttgart mit. Es sei mit zusätzlichen Auflagen zum Artenschutz zu rechnen. Der für Januar geplante Abbruch des Bahnhof-Südflügels und das Fällen der Bäume im Stuttgarter Schlossgarten sind nach Bahnangaben von dem Urteil nicht betroffen.

Die Mannheimer Richter hatten einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) stattgegeben. Der Verband hatte Anhörungsrechte zu Fragen des Arten- und Naturschutz beim Eisenbahnbundesamt geltend gemacht. „Eine solche Beteiligung kann aus Sicht der Bahn ohne weiteres erfolgen und wird von der Deutschen Bahn im weiteren Prozess unterstützt“, teilte die Bahn mit. Das Verfahren kann nach Angaben von Experten zwei bis drei Monaten dauern.

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Pure Verzweiflungstat - Schon wieder sollen Fakten geschaffen werden: Beim Bau von S21 ist vieles ungeklärt, z.B. wer baut das unterirdische Technikgebäude an der Nordseite? Der Nordflügel „musste“ hierfür ja vorzeitig abgerissen werden. Nur passiert ist dort seit 1 1/2 Jahren nichts. Die beauftragte Baufirma,Wolf & Müller, hat erhebliche Bedenken wegen der Statik des Bonatzbaus, und traut sich nicht heran. Auch keine andere Baufirma. Wolf & Müller hat hier keinen Vertrag mehr, der Bau wird aktuell neu ausgeschrieben. ******* Weiterhin gibt es für den Bau des Nesenbachdükers keine Baufirma. Ohne Nesenbachdüker keine Baugrube, ohne Baugrube kein S21. ******* Die Untertunnelung des Neckars bei Untertürkheim ist ebenfalls nicht geklärt. Dort gibt es neue Erkenntnisse zum Mineralwasserstrom aus Esslingen. ******* Auf den Fildern gibt es noch nicht einaml eine Baugenehmigung, geschweige denn eine verlässliche Planung. Was und wie soll gebaut werden? FAZIT: Die Bahn KANN also noch gar nicht bauen. Jedes verantwortungsvolle Unternehmen (auch in eigenem Sinne) würde den vorschnellen Abriss einstellen, und sich zunächst um die Lösung der anstehenden Probleme kümmern. Nicht aber die Bahn. Die wütet in Stuttgart, wie es ihr passt. Wohin kämen wir, wenn das jedes Unternehmen so machen würde?

legal - illegal: Bei dem bisher gezeigten Rechtsverständnis werden die Bundsbahner ohne jede Regung weiterbauen lassen und die Regierung und die gegen sie demonstrierenden Bürger massiv unter Druck setzen. Wollen wir dies zulassen? Wollen wir den Rechtsstaat vollends verkommen lassen ?

legal-illegal-...: Jetzt ist es unübersehbar und nicht mehr zu ignorieren: Das 'demokratisch legitimierte neue Herz Europas' entpuppt sich als illegale Großbaustelle im Herzen Stuttgarts!

@Egmont: Sie übertreiben! Behaupten Deutschland sei eine Diktatur, nur weil Ihnen S21 nicht passt, ist doch sehr weit hergeholt. Lukaschenko und Weissrussland, da würde es passsen. Dort könnten Sie solche Kommentare nicht veröffentlichen, dort könnte niemand den Park besetzten, dort könnte niemand Montagsdemos durchführen. Bitte mal wieder über den Tellerrand rausschauen und beruhigen. Was Regierungsmutti Merkel verzapft, sollten Sie nicht auf die Goldwaage legen. Locker bleiben, lachen, fröhlich sein!

alles wird schöner-Kunst am Bahnhof: Ich weiß gar nicht, was die Leute haben. Der bisher eher dröge Bahnhof sieht mit den blauen Röhren viel interessanter aus. Man hat bislang offenbar nicht den künstlerischen Aspekt des Ganzen richtig verstanden bzw. gesehen. Man sollte diese Installationen dauerhaft stehen lassen. Neben dem Beständigen (Röhren, Restbahnhof) bedeutet Kunst auch ständige Veränderung -Aufbau, Erosion, Zerstörung. Insofern höchste Zeit, dass sich an dem langweiligen Bahnhof im Ländle mal was tut. Man sollte sich darüber klar werden, dass auch der Abriss einen künstlerischen Prozess darstellt - auch die Abrissbirne schafft eine Form von Ästhetik. Am Ende steht die Ästhetik der Ruine. Für die Zeit des Baustopps und weiterer, denkbarer Verzögerungen könnte das freigewordene Feld darüber hinaus weiteren künstlerischen Aktivitäten zur Verfügung stehen, so wie die Ruine des Palastes der Republik in Berlin vor dem endgültigen Abriss zum Ort der Kulturvielfalt wurde. Z.B. könnte Walter Sittler mal auftreten. Auch Kleinkunst oder Kabarett warten nur darauf, genau dort aufgeführt zu werden. Ja, die Szene in den Wagenhallen könnte vorübergehend Aktivitäten in den Südteil des Bahnhofs verlegen. Tango in Trümmern - liebe Leute, die hiesige Kunstszene ist so vielfältig, da geht auf alle Fälle was. Insofern, Abriss hin oder her, was solls?

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