Viagogo und der VfB Stuttgart Ein ganz offizieller Schwarzmarkt

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Die Ticketbörse Viagogo ist bei den Fans des VfB-Stuttgart heftig umstritten. Sie werfen dem Verein vor, an den überhöhten Preisen des Internethändlers mitzuverdienen. Die Vereinsführung sieht das ganz anders.

Ärger mit dem Ticketversender Viagogo: Der VfB-Manager Bobic. Foto: dpa 29 Bilder
Ärger mit dem Ticketversender Viagogo: Der VfB-Manager Bobic.Foto: dpa

Stuttgart - Gleichgültig, wie der VfB Stuttgart am Samstag gegen Nürnberg spielt – die Dauerkarteninhaber haben schon gewonnen: eine kostenlose rote Wurst. Dafür müssen sie ihre Karte bei der Ticketbörse Viagogo im Internet registrieren lassen und einen Wurst-Gutschein am Werbestand abholen. Viagogo versucht sich damit in ein besseres Licht zu rücken, denn vielen Fans ist der Appetit auf die seltsamen Geschäfte beim VfB längst vergangen.

Wie beim Spiel gegen Bremen und in Hoffenheim wollen sie am Samstag mit selbst gebastelten roten Karten sowie Spruchbändern à la „Viago-go home“ oder „No go! Viagogo“ protestieren. Denn was nach einer vernünftigen Idee aussieht – nicht genutzte (Dauer-)Karten können über das Portal weiterverkauft werden – hat sich zum unüberschaubaren, aber offiziellen Schwarzmarkt entwickelt. Gerade in den Genuss von Spitzenspielen gelangen viele Zuschauer oft nur zu überzogenen Preisen. Das geht in etwa so: Jedes Mitglied durfte für das Spiel gegen den Noch-Meister Dortmund Ende März bis zu zehn Tickets erwerben. Warum so viele, ist unerklärlich. Jedenfalls waren die (erschwinglichen) Plätze rasch vergriffen. Offiziell ist das Spiel ausverkauft. Freilich bietet Viagogo noch Tickets an, zum Beispiel in der untersten Sitzplatzkategorie – für 92 Euro inklusive 19 Euro Gebühren und Versand. Bis zu hundert Prozent Aufpreis gegenüber dem Originalpreis sind erlaubt – findige Zeitgenossen erhalten so ein neues Geschäftsmodell frei Haus. Zudem beliefert auch der VfB den neuen Partner mit Karten, die mit happiger Bearbeitungsgebühr offeriert werden. Der Club wird stets prozentual beteiligt.

Seit Mitte Dezember läuft die Zusammenarbeit, obwohl die britische Ticketbörse in der Bundesliga schon berüchtigt ist. Auch „auf Schalke“ gehen die Fans am Samstag wieder auf die Barrikaden. Der Hamburger SV hat schon genug vom Druck der Basis und den Vertrag zum Ende Juli gekündigt. In einer langen Stellungnahme weist der VfB den Vorwurf der „systematischen Abzocke entschieden zurück“. Am Ende heißt es: Durch die Kooperation „wird Viagogo auch zu einem wichtigen Sponsor, was letztlich der sportlichen Weiterentwicklung dient“. Im Spiel Geschäft gegen Fanbindung steht es damit eins zu null.

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22 KommentareKommentar schreiben

Vianogo: Offizielles Statement zur Viagogo-Thematik auf der FB-Seite des VfB: 'Es stimmt aber auch, dass* der Fan seine Karten über ViaNoGo gar nicht ordern muss. Er kann auch einfach daheim bleiben und sich die Spiele auf Sky anschauen!' Da bleibt einem doch die Spucke weg! Nach dem Motto: Wenn's euch nicht gefällt, dann bleibt eben daheim! Unglaublich was mittlerweile bei unserem VfB geschieht.

Via....... - Abzocker: Das sind nicht nur Abzocker .... sondern noch viel viel mehr! VfB wieder mal (Nach Göttinger Gruppe) im Graubereich der Legalität! Warum? Besser und begeisterter spielen und die Bude ist immer voll! Mäuser ...... unglaublich!

Nur wegen Sieg: Ach so, man geht neuerdings nur ins Stadion wenn ein Sieg in Aussicht ist? Natürlich hofft man auf einen Sieg aber nur bei guten Sieg Chancen ins Stadion gehen? Schon mal in Hoffenheim probiert, Erfolgsfan?

s.y reicht zum gucken aus. .=k: Wer sich freiwillig die absehbaren Niederlagen gegen die Bauern im Stadion antut und auch noch bereit ist für eine chancenlose Partie einen exorbitanten Preis zu zahlen, ist ganz einfach selbst schuld! Wenn ich ins Stadion gehe, dann gegen einen Gegner, bei dem die Aussicht auf einen Sieg gegeben ist. Das war früher mal anders, aber Miesepeter Mäuser und Co. sei Dank haben sich die Zeiten geändert.

viagogo und einige Schlaumeier hier: http://www.youtube.com/watch?v=xjQWNlYxRvU http://www.youtube.com/watch?v=5HUe7UyVdTw http://www.youtube.com/watch?v=HE7uGOB64-Y http://www.youtube.com/watch?v=WWlnL8drSdw http://bayernfanclub.wordpress.com/2012/04/06/schwarzmarkt-2-0-neues-von-viagogo/ - verschiedene Quellen aus dem Internet zum Thema viagogo. U.a. SpiegelTV, Joachim Watzke , eine englische Reportage usw. Wer möchte Kann sich zum Thema informieren. Ich finde es allerdings als VfB Anhänger 'traurig' dass der VfB eine Kooperation mit viagogo unterzeichnet, wo sich andere Vereine u.a. Der HSV und der FC Bayern München sich für eine Beendigung ihres Vertragsverhältnis entschlossen haben. Frei nach dem Motto 'wo sich andere erst Gosch verbrannt hend, muss do Schwob erscht Recht nolanga'. Und ich bin wahrlich nicht einer der kritischsten Fans hier mit Vereinsführung und kann durch die Gegebenheiten einiges nach vollziehen.Aber viagogo ist echt ein no go! Ich möchte nach dem lesen einiger Kommentare hier noch etwas zum Thema verbilligte Tickets loswerden. @Thomas Sturzbach und @null. Ihr behauptet die Tickets in der Cannstadter Kurve wären vom Verein verbilligt und subventioniert. Der FC Bayern schickt seine Fans für umgerechnet 7 € in die Kurve, beim VfB muss ich dafür umgerechnet 12 € berappen ( Dauerkarte). Also wo ist da etwas subventioniert?! Wenn ich also mal genauso eine Milchmädchen-Rechnung aufmachen darf: Eine Dauerkarte der Kategorie 2 Haupttribüne Seite kostet den Vollzahler 610 €. Dieselbe Karte kostet gegen Borussia Dortmund regulär 70 € und gegen Greuther Fürth 43 €. Das ganze mal 17 komme ich auf 1190 € bzw. 731 €, wobei man noch den Querschnitt aus beiden Ergebnissen errechnen müsste. Natürlich ist das auch eine Milchmädchen Rechnung, genau wie zu behaupten das der Verein die Fans in der Cannstadter Kurve subventioniert. - So ein Schwachsinn! Aber laut der Rechnung muss ich dann ausgehen das der Verein die Fans der hohen Kategorien subventioniert - oder?!!!!!

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