Viktor Schoner wird Stuttgarter Opernchef Neuanfang und Generationswechsel

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Der Verwaltungsrat ist dem Votum der Findungskommission gefolgt und hat Viktor Schoner zum Intendanten der Staatsoper Stuttgart gewählt. Schoner wird Jossi Wieler zur Spielzeit 2018/19 ablösen.

Freudige Erleichterung  bei Theresia Bauer und Fritz Kuhn 


nach der Wahl des Opernchefs Viktor  Schoner (Mitte) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Freudige Erleichterung bei Theresia Bauer und Fritz Kuhn nach der Wahl des Opernchefs Viktor Schoner (Mitte)Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Nun ist es offiziell: am Montag hat der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater Viktor Schoner zum Intendanten der Staatsoper Stuttgart gewählt. Das Gremium folgte damit dem Votum der Findungskommission, die sich am vergangenen Mittwoch mehrheitlich auf diesen Namen geeinigt hatte. Schoner wird als Nachfolger von Jossi Wieler sein Amt zum Beginn der Spielzeit 2018/19 antreten, sein Vertrag läuft zunächst bis 2024. Der 1974 in Aschaffenburg Geborene ist seit der Spielzeit 2008/09 Künstlerischer Betriebsdirektor an der Bayerischen Staatsoper; er wird seine Arbeit für Stuttgart bald aufnehmen müssen, die Vorplanungen in der Musiktheater-Sparte sind erheblich langfristiger als im Schauspiel, da sind zweieinhalb Jahre überschaubar.

Nach der Berufung von Tamas Detrich als Ballettchef und der Verlängerung des Vertrags von Armin Petras am Schauspiel hat das von Theresia Bauer geführte Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit der Personalie Schoner kurz vor den Landtagswahlen entschieden seine Hausaufgaben abgeschlossen und das selbst erklärte Ziel erreicht, die Staatstheater in die Zukunft zu führen. Auch die Planungen der Sanierung des Opernhauses sind am Montag bei der Verwaltungsratssitzung vorangetrieben worden – ein Aspekt, der den künftigen Intendanten gegen Ende seiner ersten Amtszeit entschieden beschäftigen wird.

Managerqualitäten sind hier gefragt, wobei natürlich auch ein künstlerisch denkender Opernmann in Stuttgart unbedingt erwünscht ist, hier, wo weniger ein kulinarisches als ein dramaturgisch stringentes und gesellschaftlich relevantes Musiktheater Tradition hat: Namen wie Klaus Zehelein, Albrecht Puhlmann und nun Jossi Wieler mit seinem Chefdenker, dem Dramaturgen Sergio Morabito stehen dafür.

Schoner ist begeistert von der Stuttgarter „Salome“

Bei seiner Vorstellung im Stuttgarter Rathaus durch den Oberbürgermeister Fritz Kuhn – er leitet gerade den Verwaltungsrat – sowie der Ministerin Theresia Bauer, gab sich Viktor Schoner selbstbewusst: er stehe für Neuanfang und einen Generationswechsel. Damit er nicht missverstanden werde, erklärte er im Anschluss gegenüber der Stuttgarter Zeitung, dass er die Arbeit von Jossi Wieler sehr schätze: „Ehrlich gesagt, ich habe fast jede Neuproduktion von Jossis Zeit hier in Stuttgart besuchen können.“ Zuletzt sei das die „Salome“ gewesen, inszeniert von Kirill Serebrennikov. Und der Wuschelkopf schwärmt: „Eine Produktion, wie sie die Identität dieses Theaters nicht besser darstellen könnte. Eine dramaturgisch durchdachte, politische Inszenierung, sinnlich, handwerklich brillant und gleichzeitig unerwartbar. Musikalisch und sängerisch wunderbar, das Orchester in bester Verfassung. Toll.“