Volksfest-Meldung Bahn bittet Mitarbeiter zum Gespräch

Von Theresa Schäfer 

Es sei mit "verhaltensgestörten Personen zu rechnen": der skurrile Hinweis auf den S-Bahn-Anzeigetafeln hat offenbar einen persönlichen Hintergrund. Der Mitarbeiter, der ihn verfasste, hatte sich über rücksichtslose Volksfestbesucher geärgert.

Verhaltensgestörte Personen: Der Bahn in Stuttgart ist dieser Volksfest-Hinweis sehr peinlich. Foto: Wasen Free Youth bei Facebook
"Verhaltensgestörte Personen": Der Bahn in Stuttgart ist dieser Volksfest-Hinweis sehr peinlich.Foto: Wasen Free Youth bei Facebook

Stuttgart - Es war offenbar eine Meldung aus dem Affekt heraus: "Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen." Dieser skurrile Hinweis, der am Samstagabend auf den S-Bahn-Anzeigetafeln im ganzen VVS-Verbreitungsgebiet zu lesen war, hat einen persönlichen Hintergrund. "Der Mitarbeiter, der das geschrieben hat, hatte sich auf dem Weg zur Arbeit über rücksichtlose Volksfestbesucher geärgert", erklärte ein Bahnsprecher am Montagmorgen.

Etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde lang war der Hinweis am Samstag zu lesen gewesen. Mehrere Fahrgäste fotografierten den Hinweis, im Internet verbreiteten sich die Bilder rasend schnell. Die Meinung in den sozialen Netzwerken war einhellig: Der Mann hat Recht.

 

"Auch wenn man Verständnis für die Situation zeigen kann - das ist nicht die Art, in der wir mit unseren Fahrgästen kommunizieren wollen", so der Bahnsprecher weiter. Jetzt wird der Mitarbeiter zum Gespräch gebeten - "und damit ist es dann auch gut."

Bahn: "Man sollte seine Grenzen kennen"

Dass sich während der Wasenzeit mancher über das Verhalten einzelner Volksfestbesucher ärgert, sei aber kein Geheimnis: "Der ein oder andere lässt es da tatsächlich an Rücksicht gegenüber den anderen Fahrgästen missen." Feiern sei schön, aber man solle seine Grenzen kennen. "Dennoch sollte man Volksfestbesucher nicht so über einen Kamm scheren."

Der Mitarbeiter sei in seiner Verärgerung "übers Ziel hinausgeschossen", es tue ihm mittlerweile selbst leid.