Volleyballerinnen besiegen Dresden 3:0 Generalprobe gelungen

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Gelungener Generalprobe: Stuttgarts Volleyballfrauen haben in der Liga Spitzenreiter Dresden mit 3:0 aus der Halle gefegt – und damit eine Duftmarke für das Pokalfinale gesetzt. Am 28. Februar gibt’s in Mannheim ein Wiedersehen.

Stuttgarts Nichole Lindow (rechts) schmettert, was das Zeug hält. Foto: Baumann
Stuttgarts Nichole Lindow (rechts) schmettert, was das Zeug hält.Foto: Baumann

Stuttgart - Die Spielführerin Kim Renkema trifft an diesem Montag in der SAP-Arena in Mannheim erneut auf Dresdens Trainer Alexander Waibl. Die neuen heiligen Hallen des deutschen Pokalfinales werden besichtigt – dort wo der Dresdner SC in einer Neuauflage des letztjährigen Play-offs um die deutsche Meisterschaft am 28. Februar auf den Titelverteidiger Allianz MTV Stuttgart trifft.

Die teilnehmenden Vereine schicken ihre Vertretungen, um die Spielstätte zu besichtigen und vor allem, um das Objekt der Begierde, den neu gestalteten Pokal aus Aluminiumguss, in Augenschein zu nehmen. Dieses Aufeinandertreffen einer Abordnung aus Stuttgart mit der des Kontrahenten aus Dresden wird von einiger Genugtuung befeuert. Denn nicht nur, dass, sondern auch die Art und Weise wie Stuttgarts Volleyballfrauen in der Generalprobe des Pokalfinales am Samstag den Deutschen Meister aus der Scharrena gefegt haben, war zutiefst beeindruckend.

Dresden lässt den Frust raus

„Ich persönlich hatte mit Dresden noch eine Rechnung offen“, sagte Kim Renkema, „denn bei den Play-offs in der vergangenen Saison war ich ja wegen meiner Blinddarm-OP außer Gefecht.“ Ihre Mannschaft brauchte für den eindrucksvollen 3:0-Sieg (25:10, 25:12, 25:20) gerade einmal 74 Minuten. Im zweiten Satz wurde der Meister derart vorgeführt, dass deren (Ex-Stuttgarter) Trainer Alexander Waibl schon gar nicht mehr seine letzte verbliebene Auszeit nahm. Resignation pur. Und anschließend Ärger: als Michelle Bartsch, die auffälligste Angreiferin der Sachsen, zur wertvollsten Dresdner Spielerin gekürt wurde, pfefferte die US-Amerikanerin die dazugehörige Medaille verärgert auf den Boden, während sich auf Stuttgarter Seite Kim Renkema (14 Punkte), Michaela Mlejnková und Kaja Grobelna (jeweils 13) und der Rest des Teams von den 1920 Zuschauern feiern ließen. „Es tut gut zu wissen, dass wir Dresden schlagen können“, sagte Kim Renkema und strahlte. „Und es ist noch schöner zu sehen, dass nun die Dresdner wissen, dass sie gegen uns auch verlieren können.“

In der Tat, der DSC spielte bisher eine nahezu fehlerfreie Saison. Der Tabellenführer hat in der Champions League erneut das Play-off der besten Zwölf erreicht. Die Güte des Kaders, die finanzielle Ausstattung, die professionelle Organisationsstruktur – im Frauenvolleyball sind die Sachsen derzeit das Maß der Dinge in Deutschland. Und doch sind in Mannschaftssportarten bekannterweise Überraschungen möglich, wenn eben ein Team über sich hinauswächst.

Stuttgart trotzt dem Verletzungspech

Dies ist den Stuttgarterinnen, trotz Verletzungspech, kleinem Kader und gleich hoher Belastung wie bei Dresden, in der vergangenen Woche nach dem beeindruckenden Sieg über Azerrail Baku gleich zum zweiten Mal gelungen. „Das haben wir ja in der bisherigen Saison gesehen. Wir sind zu diesen Leistungen fähig“, sagte der Trainer Guillermo Naranjo Hernández. „Wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir dieses Niveau nun halten und nicht zwischendurch wieder einbrechen.“

Überragender Teamgeist, und ein wenig Glück bei der Gestaltung des engmaschigen Spielplans: Dresdens Team kam am Samstag von seiner Champions-League-Partie aus Istanbul nach Stuttgart gereist und war entsprechend müde. Und so wird es auch beim Pokalfinale in Mannheim sein. Während in der Woche davor die Stuttgarterinnen in der Scharrena ihr CEV-Cup-Rückspiel gegen Dynamo Krasnodar austragen, hat der Finalgegner eine Champions-League-Partie in Moskau zu absolvieren und erneut Reisestress in den Knochen.

Der neue Pokal wird mit Vertretern beider Teams in Mannheim vorgestellt. Aber nur ein Team wird den knapp zehn Kilogramm schweren Pott unter dem Jubel von 10 000 Zuschauern hochstemmen dürfen. „Wir wissen jetzt, dass wir die Nummer eins schlagen können“, sagt Renkema.