Vorfall in Karlsruhe Schüsse auf Plakatierer der AfD

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Ein 36-Jähriger, der Wahlkampfplakate der Alternative für Deutschland (AfD) anbringen wollte, wurde das Opfer eines Angriffs. Nach Angaben der Polizei wurde auf den Mitarbeiter einer Werbeagentur geschossen.

Die Polizei sucht nach einer Attacke auf den Mitarbeiter einer  Werbeagentur nach dem Täter. Foto: dpa
Die Polizei sucht nach einer Attacke auf den Mitarbeiter einer Werbeagentur nach dem Täter.Foto: dpa

Karlsruhe - Ein 36-Jähriger, der in Karlsruhe am späten Samstagabend Wahlkampfplakate der Alternative für Deutschland (AfD) anbringen wollte, wurde mutmaßlich das Opfer eines bewaffneten Angriffs. Nach Angaben der Polizei wurde auf den Mitarbeiter einer Werbeagentur geschossen. Die umstrittene rechtskonservative Partei bezeichnet den Vorfall als das Ergebnis einer Hetzkampagne, speziell von Seiten der Grünen und der SPD.

Lothar Maier, einer der Sprecher des AfD-Landesverbandes und Stuttgarter Stadtrat, bezeichnete die Attacke als „weitere Etappe zur Brutalisierung des öffentlichen Lebens“. Maier setzte die Ereignisse am Sonntag gegenüber der StZ in eine Reihe mit den Protesten gegen das Treffen der Partei Anfang Januar in Bad Cannstatt.

Machen Grüne und SPD Stimmung gegen die AfD?

Maier machte vor allem die SPD und die Grünen für die Angriffe gegen die AfD verantwortlich. „Wir finden etwa kaum noch Räume für eigene Veranstaltungen“, behauptete er. „Der Grund dafür ist, dass Politiker von Grünen und SPD Wirte und Vermieter gezielt beeinflussen“, so Maier.

Der Vorfall in Karlsruhe ereignete sich am späten Samstagabend. Nach Angaben der Polizei wurde der Plakataufsteller von einem Maskierten aufgefordert zu verschwinden. Als sich der Angegriffene in seinen Wagen setzte, zog der Vermummte mutmaßlich eine „kleinere Pistole“ und zerstörte den Aussagen des Opfers zufolge eine Wagenscheibe. Ob bei dem Angriff tatsächlich eine scharfe Waffe zum Einsatz kam, soll eine kriminaltechnische Untersuchung klären, die für diesen Montag angesetzt ist. Auch zur Identität oder einem möglichen politischen Hintergrund des Angreifers ist noch nichts bekannt.

Der Karlsruher AfD-Kandidat für die Landtagswahl, Marc Bernhard, geht derweil von einem gezielten Angriff aus. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: „Vermummter schießt mit Pistole auf AfD-Plakatierer.“ Dort schreibt Bernhard: „Die Saat der rot-grünen Hetzer geht auf.“ Wer sich nun nicht scharf von der Stimmungsmache gegen seine Partei distanziere, mache sich dadurch mit diesem Verbrecher gemein, so Bernhard weiter.

Die Etablierten müssen sich distanzieren

Bernhard forderte gegenüber der StZ, „dass sich die etablierten Parteien im Land von dieser Tat deutlich distanzieren. Alles andere wäre ein Freifahrschein für den Täter für einen weiteren Angriff“.

Der Sprecher des Landesverbandes, Lothar Maier, beklagt grundsätzlich: „Der Ton gegen uns wird immer härter und rauer.“ Dass dieser Vorwurf von Seiten der politischen Gegner der AfD ebenfalls gegen die Partei Maiers und Bernhards vorgebracht wird, hält der Stuttgarter Stadtrat hingegen für falsch. „Mir ist kein Beispiel bekannt, dass unsere Seite gegen andere den Ton verschärft hat“, so Maier.

Neben dem Vorfall in Karlsruhe wurden von Seiten der AfD weitere Angriffe auf Mitglieder und Veranstaltungen der Partei als Beweis für die Stimmungsmache der politischen Gegner angeführt – teilweise stellten sich die vermeintlichen Angriffe jedoch als Falschmeldungen heraus. Einen angeblich gewaltsamen Überfall auf ein AfD-Mitglied in Weil der Stadt (Kreis Böblingen) kann die Polizei dort beispielsweise nicht bestätigen.

Zwei Versionen eines Vorfalls

Und mit Blick auf einen Vorfall in Heilbronn berichtete Lothar Maier: „Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die Gegner der AfD auch vor offenem Terror nicht mehr zurückschrecken.“ Nach der Darstellung der Partei zerstörte dort am Samstagmittag eine Gruppe Vermummter einen Wahlkampfstand in der Innenstadt. „Nur durch das Einschreiten von Passanten konnte Schlimmeres verhindert werden“, klagte Maier. Nach Angaben der Polizei wurde lediglich ein Tisch mit Flugblättern umgeworfen und ein Graf­fi­ti auf den Boden gesprüht.