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Washington - Bei der Vorwahl im Bundesstaat Nevada hat Mitt Romney seine Favoritenrolle als potenzieller Gegner von US-Präsident Obama unterstrichen. Nach der Auszählung des größten Teils der Stimmbezirke lag der Ex-Gouverneur von Massachusetts am Sonntag mit rund 25 Prozentpunkten vor seinem schärfsten Konkurrenten Newt Gingrich. Das war ein noch größerer Vorsprung als bei seinem wichtigen Sieg in Florida wenige Tage zuvor. Romneys Sieg in Nevada war erwartet worden. Mehr als ein Viertel der registrierten Republikaner sind dort beispielsweise Mormonen, die Romney schon 2008 bei seiner ersten, damals erfolglosen Präsidentschaftsbewerbung mit überwältigender Mehrheit unterstützten.
Dennoch galt die Vorwahl in dem Bundesstaat, der stärker als andere von der Krise auf dem US-Immobilienmarkt betroffen ist, als Test für Romneys These, dass die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft wichtiger sind als staatlichen Interventionen. Romney gewann, obwohl er Hilfe für in Not geratene Hausbesitzer strikt ablehnt und US-Präsident Barack Obama in den vergangenen Tagen eine solche Unterstützung auf seine Agenda gesetzt hatte. Romney würdigte in seiner Siegesrede den innerparteilichen Rivalen Newt Gingrich mit keinem Wort, sondern ritt heftige Attacken auf Barack Obama. Die im Januar überraschend auf 8,3 Prozent gesunkenen US-Arbeitslosenquote nannte er unzureichend. „Vor drei Jahren hat ein frisch gewählter Präsident Obama Amerika gesagt, dass er die Arbeitslosigkeit unter 8 Prozent halten wolle, wenn Kongress seinem Plan zustimme, fast eine Billion Dollar Schulden zu machen“, sagte Romney.
Aggressive Attacken gegen Gingrich
Der unterlegene Newt Gingrich kündigte hingegen in Las Vegas eine lange Auseinandersetzung an. „Wenn jemand als Präsidentschaftskandidat nicht die Wahrheit sagen kann, wie kann dann das Land erwarten, dass so jemand es als Präsident führen kann?“, sagte Gingrich in Anspielung auf Romneys aggressive Attacken gegen ihn. Der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhaus, der aus dem Südstaat Georgia stammt, setzt auf eine Welle von Abstimmungen im Süden der USA von Anfang März bis Anfang April. Dort will er Romneys Vorsprung aufholen.
Der in Nevada lebende Casinomogul Sheldon Adelson, der dank seiner Millionenpenden Gingrichs Wahlkampf erst möglich gemacht hat, deutete aber an, dass er Romney unterstützen werde, wenn er weiter klar auf dem Weg zur Nominierung sei. Mitt Romney hat sich allerdings kurz vor der Wahl in Nevada einen Patzer geleistet, der sein Image als unsensibler Multimillionär unterstrichen hat. „Ich mache mit keine Sorgen, um die Menschen, die sehr arm sind – sie haben ein Sicherheitsnetz“, hatte Romney in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN gesagt. Die Demokraten, die Romneys Vergangenheit als Manager eines Kapitalfonds im Visier haben, wiesen sogleich darauf hin, dass Romney die im europäischen Maßstab sowieso schon spärlichen Sozialprogramme für die Bedürftigen massiv zusammenstreichen wolle.


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